Jetzt kommen die Medikamente ans Haus

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Das Apothekenteam an der neuen Rezeptsammelstelle am Bauhofeingang in der Kirchgasse in Leinzell (v.l.) Fahrer Klaus Dangelmaier, Claudia Schaal, Bürgermeister Leischner, Hartmut Schaal.ÌÌFoto: Tom
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Wie die Gemeinde Leinzell in Zusammenarbeit mit dem Gmünder Apotheker-Ehepaar Schaal die Versorgungslücke abmildert. Auch umliegende Gemeinden können profitieren.

Leinzell

Das ist eines der wichtigsten Themen in der Gemeinde - nicht nur, weil gerade Bürgermeister-Wahlkampf ist: Seit die Schwaben-Apotheke Ende 2021 geschlossen hat, klafft eine gewaltige Versorgungslücke im Ort. Das Angebot wird schmerzlich vermisst. „Vieles wurde ausgelotet, um Abhilfe zu schaffen“, versichert Bürgermeister Ralph Leischner. Von Gemeinderat Siegfried Friedrich sei letztlich eine Anregung gekommen, die sich dann auch umsetzen ließ.

So kommen Claudia und Hartmut Schaal ins Spiel. Beide Apotheker aus Leidenschaft, die in Schwäbisch Gmünd die Rems-, die Pfauen- und die Parler-Apotheke betreiben und seit Neuestem auch in Mutlangen die Apotheke am Stauferklinikum. Schon 1999 haben sie - damals mit einem grünen Smart-Cabrio - begonnen, Medikamente an ihre Kundschaft auszuliefern. Nicht nur für kranke und gebrechliche Menschen sei es schwierig, mehrmals in die Apotheke zu kommen, wenn ein Medikament erst bestellt werden muss. Auch für eine Mutter mit womöglich mehreren kranken Kindern sei das eine unnötige Herausforderung, findet Claudia Schaal. Die Kundschaft gibt ihr Recht. Inzwischen sind für den Schaalschen Apothekenverbund zwischen zehn und zwölf Fahrer unterwegs, der Fuhrpark natürlich längst erweitert. Zuletzt um einen elektrischen ID 3.

Und als die Gemeinde Leinzell bei den Schaals vorstellig wurde, „war da sofort die Bereitschaft zur Zusammenarbeit“, freut sich der Bürgermeister. Bei der Landesapothekenkammer wurde eine „Rezeptsammelstelle“ beantragt und nach der Genehmigung in der Kirchgasse eingerichtet. Dort können die Kunden - nicht nur aus Leinzell, sondern auch aus Brainkofen, Göggingen, Heuchlingen, Horn, Mulfingen, Schechingen oder Täferrot - ihre Rezepte einwerfen. „Sie müssen also nicht mehr zur Apotheke, sondern die Apotheke kommt zu ihnen“, sagt Hartmut Schaal und betont ausdrücklich, dass die Auslieferung kostenlos ist. Der Apothekenbote kassiert nur die Beträge, die auch direkt in einer Apotheke bezahlt werden müssten. Zuzahlungen zum Beispiel oder Kosten für Privatrezepte. Zudem funktioniere das Bringsystem auch mit dem QR-Code des neuen elektronischen Rezepts, versichern die Apotheker.

„Uns ist es wichtig, dass der Service genutzt wird“, wirbt Hartmut Schaal für die regionalen Apotheken, die auch den Notdienst in der Nacht, an Wochenenden und Feiertagen leisteten.

Wichtig ist, dass das Angebot genutzt wird.“

Hartmut Schaal,, Apotheker

So funktioniert die Rezeptannahmestelle

Beim Briefkasten am Eingang zum Bauhof in der Kirchgasse 1 gibt es Kontaktformulare, die jeder Nutzer - zumindest beim ersten Mal - komplett ausfüllen sollte. Ganz wichtig ist die Telefonnummer für Rückfragen, betont Claudia Schaal. Das Formular wird zusammen mit dem Rezept in einen Umschlag gesteckt und in den Briefkasten geworfen. Dieser wird montags bis freitags täglich um 14.30 Uhr geleert, samstags um 10.30 Uhr. Ausgeliefert werden die Medikamente am folgenden Werktag. Betreut wird die Rezeptsammelstelle von der Apotheke am Stauferklinikum aus. Die ist erreichbar unter (07171) 9 20 32 10, info@schaal-apotheken.de

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