Kleine Gemeinde mit großen Aufgaben

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Leinzell aus der Luft mit Blick in Richtung Göggingen. Links an der Durchgangsstraße, kurz vor der Lein, das Rieg-Areal. Foto: Anja Jantschik
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Was Sache ist und wo die Reise hingehen soll: Was die Bürgerinnen und Bürger aus Leinzell bei der Umfrage an Kritik, Wünschen und Anregungen notiert haben.

Leinzell

Ein Leinzeller bringt es sofort auf den Punkt: „Mehr differenzierte Fragen - bei diesen haben größere Gemeinden ein deutlich besseres Abschneiden als kleine Gemeinden“, lautet klipp und klar seine Kritik an dieser Umfrage - eine Analyse, die das Ranking beim Ostalbcheck dann auch bestätigt.

Aber es kommt ja nicht zuerst darauf an, welchen Platz eine Kommune unter den 42 Städten und Gemeinden auf der Ostalb einnimmt, sondern vor allem auf die Wünsche und Anregungen, die die Bürgerinnen und Bürger formulieren. Und da steht bei Leinzell als zentralem Standort der Verwaltungsgemeinschaft dies ganz oben: „Ich wünsche mir eine bessere Unterstützung vom Kreis, Land und Bund für die Unterhaltung unserer Schulen und für unser Hallenbad.“ Auch könne, wie ein anderer Umfrageteilnehmer analysiert, Leinzell als ärmste Gemeinde im Kreis dann den Sportplatz so sanieren, dass die Jugend ihn wieder nutzen kann. Womöglich, wird weiter überlegt, müsse man die Gemeinden in einer Reform noch mehr zusammenführen, um Kosten zu sparen.

Aus reformpolitischen Höhen lenken andere Anmerkungen den Blick auf aktuelle Sorgen: Die Apotheke, die gerade erst zugemacht hatte, beschäftigt etliche Umfrageteilnehmer - wobei hier seit dem Ostalbcheck im März ja zumindest eine mobile Lösung gefunden wurde. Und sich, wie die GT vor einer Woche berichtet hat, zudem womöglich eine Neuansiedlung abzeichnet. Auch in Richtung Hausarztpraxis gehen weitere Wünsche, denen mit der geplanten Bebauung des Rieg-Areals ja dann Rechnung getragen werden könnte.

Weniger Spielraum dürfte es bei einem weiteren Dauerbrennerthema geben: „Die Lärmbelästigung durch den Verkehr ist vom Kreisverkehr Brainkofen bis hoch zum Kreisverkehr in Göggingen eine Katastrophe“, formuliert ein Umfrageteilnehmer, was andere in anderen Worten auch notiert haben. Einer schlägt vor, etwa mit Geschwindigkeitsbegrenzungen mehr gegen das hohe Aufkommen des Durchgangsverkehrs zu unternehmen.

Was auch noch auf der Wunschliste steht: Mehr Angebote für Kinder und Jugendliche zum Beispiel ein Kinderchor/Kirchenchor oder besondere Sportangebote; ein ganztägiges Betreuungsangebot; zuverlässiges Breitband/Internet; mehr bezahlbare Mietwohnungen; eine offene öffentliche Toilette; die Ansiedlung weiterer Einrichtungen, Geschäfte und Gastronomie; und gleichzeitig mehr Umweltdenken, damit nicht mehr freies Land bebaut werde, dafür aber leerstehende Objekte weiter genutzt.

Ungewöhnlich viele Stimmen mahnen mehr Sauberkeit im Ort an - beobachten einerseits, dass immer mehr Müll aus den Autofenstern geworfen werde und andererseits, dass die Spielplätze ungestraft als Hundetoiletten missbraucht werden. Auch dass wildwachsendes Gestrüpp die Gehwege ebenso behindere wie parkende Autos, heißt es mehrfach. Zudem stehen Sanierungen der Gehwege auf dieser Wunschliste. In Sachen Parksituation ist für einen Umfrageteilnehmer die Mulfinger Straße „unerträglich“.

Und schließlich geht es einigen um ein Miteinander, mehr gemeinschaftliche Veranstaltungen außerhalb von Vereinen, um die Möglichkeit, als neu Zugezogene in der Gemeinde Fuß fassen zu können. Sowie um bürgernahe, transparente Arbeit des Gemeinderats und darum, dass Personen ohne Blick auf Parteizugehörigkeit etwa an Runden Tischen mitwirken sollten an der Entwicklung der Gemeinde.

„Gute Umfrage“, lobt schließlich ein Teilnehmer und ein anderer mahnt, dass daraus „auch Konsequenzen gezogen werden sollen und die Ergebnisse nicht einfach in einer Statistik verschimmeln.“

Alle Ergebnisse finden Sie auf www.tagespost.de/ostalbcheck

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