Lebendigen Advent feiern – trotz Corona

  • Weitere
    schließen
+
-
  • schließen

Wie die evangelischen und katholischen Kirchengemeinden in einträchtiger Ökumene ihre beliebten Impulsveranstaltungen am beleuchteten Fenster in diesen Zeiten organisieren.

Leinzell

Advent und Weihnachten – auch in den Kirchengemeinden ist das eine ganz besondere Zeit. Es werden Lieder gesungen, die es sonst das ganze Jahr über nicht gibt. Es werden Geschichten erzählt, die den Zuhörern ans Herz gehen, Gebete und Bibelstellen zitiert, die das Wesen des Glaubens offenbaren. Es gibt Veranstaltungen, die Leute locken, die sonst den Weg in ein Gotteshaus eher selten finden. Zum Beispiel gibt es in Leinzell, Göggingen, Eschach oder Spraitbach die mittlerweile beliebte Tradition eines "Lebendigen Adventskalenders". Dafür werden Fenster besonders geschmückt und nummeriert. Jeden Abend im Advent treffen sich die Menschen dort dann zum Adventslieder singen, Geschichten hören, Beisammensein.

Und nun? In diesem verflixten Coronajahr? "Wir waren lange hin- und hergerissen", sagen Pastoralreferentin Beate Jammer und Pfarrer Uwe Bauer, die an diesem Abend im katholischen Gemeindehaus Leinzell über den Vorbereitungen für 2020 brüten. Es wäre die fünfte Auflage des ökumenisch organisierten Lebendigen Advents in Göggingen und Leinzell. Und nach etlichem Auf und Ab steht für das Team zumindest eines ganz fest: "Wir machen auf jeden Fall etwa." Nur die Form sei noch im Werden. Ob bei den geschmückten Fenstern ein Impuls nur ausliegt oder ob gemeinsam Texte gelesen werden; ob es jede Woche nur ein Fenster gibt oder mehrere – das hänge von der dann gültigen Verordnung ab. Sicher dagegen sei schon heute: "Es wird diesmal keine Verpflegung geben", betont die Pastoralreferentin. "Und in Sachen Musik sind Streicher, Gitarre oder Konserve willkommen, aber keine Bläser", ergänzt der Pfarrer. Ganz wichtig ist den Veranstaltern, dass die Regeln eingehalten werden – Abstand, Mund-Nase-Schutz und kurze Treffen. Schließlich wolle man nicht, dass jemand zu Schaden kommt. Zur Not, also wenn die Coronalage noch schlimmer werden sollte, gebe es eben nur dekorierte und beleuchtete Fenster, an denen sich die abendlichen Spaziergänger erfreuen können.

Auf diese Lösung – sprich: nur beleuchtete Fenster – haben sich die ökumenischen Organisatoren in Eschach von Anfang an verständigt. "Bei uns gibt es den Lebendigen Adventskalender inzwischen seit 20 Jahren. Und wir wussten, dass es diesmal nicht so sein kann, wie wir das kennen. Aber wir wollten auch nicht nix machen", erzählt Pfarrerin Elfi Bauer. Deshalb werde es in Eschach geschmückte Fenster geben, beleuchtet mit einer Kerze oder einer Lichterkette. An diesen Orten könnten die Menschen beim Spazierengehen innehalten. Und womöglich am ein oder anderen Abend einer kleinen Bläsergruppe lauschen, die als Abgesandte des Musikvereins oder des Posaunenchors in der Nähe Adventliches spielen.

Auch in Spraitbach soll der Advent lebendig bleiben. Aktuell plane man, dass Familien ein Fenster zu einem Termin adventlich schmücken und eine Geschichte, ein Lied oder einen Gedanken schriftlich zur Verfügung stellen, den Spaziergänger mitnehmen und zuhause umsetzen können, berichtet Pfarrer Stephan Schiek. Gleichzeitig hoffe man, dass sich die Regelungen im Dezember wieder lockern und alle gemeinsam eine Viertelstunde verbringen und einen adventlichen Abendsegen empfangen können. Ausnahmslos alles draußen.

-
Bei allen Veranstaltungen vor einem Fenster gelten die Abstandsregeln. Für Leinzell haben die Organisatoren extra fluoreszierende Adventssterne gebastelt, wie Pastoralreferentin Beate Jammer einen zeigt. Die werden dann zur Orientierung am Boden ausgelegt.
Bei allen Veranstaltungen vor einem Fenster gelten die Abstandsregeln. Für Leinzell haben die Organisatoren extra fluoreszierende Adventssterne gebastelt, wie Pastoralreferentin Beate Jammer einen zeigt. Die werden dann zur Orientierung am Boden ausgelegt.

Zurück zur Übersicht: Leinzell

WEITERE ARTIKEL