Leinzell arbeitet an „Starkregen-Risikomanagement“

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Trotz Starkregens und der Tallage von Leinzell blieb man von Schäden und Überflutungen verschont.
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Bürgermeister Ralph Leischner kündigt Gespräche mit Feuerwehr zum Thema Starkregen an.

Leinzell. „Wir sind glimpflich davongekommen“, zeigte sich Bürgermeister Ralph Leischner am Dienstag gegenüber den Gemeinderäten erleichtert. Trotz Starkregens und der Tallage von Leinzell blieb man von Schäden und Überflutungen verschont.

Er beschrieb, dass die Umbaumaßnahmen an den Bacheinläufen von Iggingen und Göggingen kommend ebenso Wirkung zeigten wie etwa der kostenintensive Bau des Regenüberlaufbeckens. Zudem seien die Stauseen vorgeschaltet und die Fernwirktechnik funktioniere. „Die Lein trat nicht über die Ufer“, freute er sich. Doch man will sich nicht auf dem Erfolg ausruhen. Denn Leischner kündigte in der Sitzung an, dass es eine Klausurtagung mit der Feuerwehr gebe, in der es um Evakuierungspläne, Notunterkünfte und Anschaffungen von Gerätschaften wie Pumpen oder Notstromaggregaten gehe. „Wir wollen vorbereitet sein“, nannte er das Vorhaben „Starkregen-Risikomanagement“. Oliver Barth forderte, dass alle Maßnahmen, auch Kanäle und ähnliches, nachgeprüft werden sollen angesichts der Starkregenereignisse. Und wollte, dass die Sirene die Menschen in der Nacht bei Starkregen warnt. Allerdings hatte er Sorge, dass die Sirene abgebaut ist.

Doch hier konnte der Bürgermeister ihn beruhigen: „Sie ist nicht abgebaut.“ Zudem sei erst am Dienstag der Wartungsdienst vor Ort gewesen. Die Verwaltung wolle ein „Mischsystem“ zwischen analogem und digitalem Warnsystem. „Es ist alles in die Wege geleitet.“ Zudem sei man bereits mit dem Ingenieurbüro LK&P in Kontakt bezüglich des Allgemeinen Kanalisationsplans. Etwa wolle man betreffs der neuen Rewe-Ansiedlung garantieren, dass bei Starkregen nicht durch die versiegelte Fläche das Wasser zu schnell ins Tal, also nach Leinzell schieße.

Martinimarkt ist abgesagt

Der Martinimarkt, der für den 7. November terminiert war, ist abgesagt. Leischner beschrieb, dass er und das Organisationsteam es „unverantwortlich“ fänden, angesichts steigender Corona-Fälle diese Veranstaltung mit erfahrungsgemäß tausenden Besuchern auf dem kleinen Bereich vor der Kulturhalle durchzuführen. Einlasskontrollen wären unrealistisch, da der Bereich nach allen Seiten offen ist.

Nach stetigem Zweifel der SPD-Fraktion, ob die Gemeindewerke etwas bringen außer Honorar für den Steuerberater, legte die Verwaltung am Dienstag Zahlen und Fakten auf dem Tisch: In den vergangenen zehn Jahren belief sich der Mehraufwand für die Steuerberatungskosten auf rund 10 000 bis 20 000 Euro. Dem gegenüber stünden allerdings konkrete Einsparungen durch die Gründung der Gemeindewerke im Jahr 2010 bis 2020 in Höhe von mindestens 140 000 Euro.

Edgar Neumair kritisierte erneut, dass mit dem Wasserpreis Gewinn erwirtschaftet werde. Wobei der Bürgermeister an das wichtige Erreichen des Schwellenwerts bei den Gebühren erinnerte, um an die bis zu 80-prozentige Förderung bei Investitionen zu gelangen. Leischner verwies darauf, dass die Sanierung und Erweiterung der Kläranlage ansteht, in der es um mehrere Millionen Euro geht. Neumair blieb bei seinem Standpunkt, dass die Gebühr fürs Wasser nicht so angelegt sein dürfe, dass Gewinn daraus erzielt werde. Werner Möbius war die Diskussion, die immer wieder in Leinzell entbrennt, leid, und monierte: „Wie willst du dann auf den Schwellenwert und an die Förderungen kommen?“ Heißt: wenn der Schwellenwert bei den Gebühren nicht erreicht wird, fließen keine Zuschüsse. Was bedeutet, dass die komplette Investition per Gesetz auf den Gebührenzahler umgelegt werden muss. Und nicht nur die 20 Prozent Eigenanteil der Gemeinde. Anja Jantschik

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