Sanierung mit Fingerspitzengefühl

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Manche Kontur ist schon erkennbar, am Donnerstag, rückte der Bagger (r.) an, der Teilabriss der alten Leichenhalle hat begonnen.

Knapp eine Million Euro wird in neue Wege, ein angegliedertes Wirtschaftsgebäude und neue Bestattungsformen auf dem Leinzeller Friedhof investiert.

Leinzell

Brüchige Steine an der Mauer, holprige Wege, ein marodes Kreuz und eine fehlende barrierefreie Toilette – dies und vieles mehr liegt auf dem Leinzeller Friedhof im Argen. Momentan wird Abhilfe geschaffen.

Anfang November 2019 war mit den umfangreichen Sanierungs- und Umgestaltungsarbeiten begonnen worden, die in mehreren Bauabschnitten abgewickelt werden. "Das wurde jetzt aber auch wirklich Zeit", bedauert Bürgermeister Ralph Leischner, dass es immer wieder zu Verzögerungen gekommen war. Denn schon im November 2018 war der Aufstellungsbeschluss vom Gemeinderat gefasst worden. Länger dauerte dann die inhaltliche Diskussion über die dringend nötige Umgestaltung. Und erst nach Abschluss eines Vertrags mit der katholischen Kirche, der die Friedhofsverwaltung der bürgerlichen Gemeinde übertrug, konnte auch ein Zuschussantrag gestellt werden.

So gab es denn aus dem Topf für finanzschwache Kommunen, dem Ausgleichstock, schließlich eine Zuschussbewilligung über 380 000 Euro. "Eigentlich hatten wir über eine halbe Million Euro beantragt", schildert Leischner, dass somit der Eigenanteil an den Investitionen auf über eine halbe Million Euro steigt. Alternativlos, denn "der Friedhof ist eine Pflichtaufgabe".

Mit Architekt Helmut Schmadlak und Friedhofsplaner Bernhard Lange besichtigte der Bürgermeister jetzt die Baustelle, wo die Umgestaltung der Leichenhalle in vollem Gang ist. Für 113 000 Euro hatte der Gemeinderat den Auftrag vergeben. In zwei Räume, die bisher für Särge genutzt wurden und bei den aktuell über 90 Prozent Urnenbestattungen dafür nicht mehr gebraucht werden – sollen Toiletten, ein Lagerraum und ein Personalraum entstehen. Vom ursprünglichen Vorhaben, ein neues Wirtschaftsgebäude zu erstellen, wurde aus Kostengründen abgesehen. Hier hätte man mit rund 300 000 Euro rechnen müssen. "Das ist weder finanzier- noch vermittelbar", meint Leischner.

Langsam nimmt die Umgestaltung Formen an. Jetzt werden zum Beispiel die Wegeverbindungen ersichtlich, die neu angelegt werden. Immer wieder bleiben Friedhofsbesucher stehen und betrachten beispielsweise das sanierte Kriegerdenkmal mit der neuen Platzgestaltung drumherum. Nicht selten wird hier ein zufriedenes Kopfnicken wahrgenommen. Ein neugelegter Pflasterweg führt vom Eingang bis zum anderen Ende des Friedhofs. Die neue Zaunanlage im hinteren Bereich steht schon. Ein Teil der Hauptwege wurde bereits mit neuem Unterboden und Pflasterung sowie neuen Versorgungsleitungen und Rabatten versehen. Das Kreuz und zum Schluss auch die Friedhofsmauer werden partiell saniert. "Jetzt ist es auch möglich, den Containerstandort zu verlegen", freut sich der Bürgermeister. Es werden versenkbare Muldencontainer installiert. Eine neue Zuwegung ermöglicht dann deren optimale Bewirtschaftung.

Der Friedhof ist eine Pflichtaufgabe.

Ralph Leischner, Bürgermeister

Und auch die Optik am Seiteneingang des Friedhofs gewinne durch die Maßnahme, findet Leischner. Beide Friedhofzugänge im vorderen Bereich, einer davon barrierefrei, bleiben erhalten, ein kleiner Platz mit Sitzbank entlang der Mauer wird angelegt. Dort soll ein Kommunikationspunkt entstehen.

Neue Bestattungsformen

Als neue Bestattungsform werden ein Hügel für Urnenbestattungen ohne Pflege, außerdem Rasengräber für Erdbestattungen sowie rund 30 Urnenerdgräber entlang des Zaunes angelegt. Und es gibt noch 26 Urnenkammern in einer neuen Erweiterung der Urnenstelen. Besonders gestaltet wird der Urnenhügel, der in einer Kreuzform modelliert wird. Die Facharbeiter am Steuer der Bagger bringen hier viel Sensibilität und Fingerspitzengefühl mit.

Die komplette Umgestaltung wird sich bis 2021 hinziehen. "Dann ist auch die Mauer saniert und die Bepflanzung erfolgt", erklärt Bürgermeister Leischner.

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