Sanierung mit viel Sensibilität

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Die Umgestaltung des Friedhofs in Leinzell ist in vollem Gang. Rund eine Million Euro werden in neue Wege und beispielsweise neue Bestattungsformen investiert.

Rund eine Million Euro wird in neue Wege, Wirtschaftsgebäude und neue Bestattungsarten auf dem Leinzeller Friedhof investiert.

Leinzell

Die Steine an der denkmalgeschützten Friedhofsmauer sind locker, es gibt große Risse. Allein diese Sanierung verlangt Fachwissen und 130 000 Euro an Kosten. "Hierfür erhalten wir 30 000 Euro aus dem Fördertopf für Kultur- und Denkmalpflege", informiert Bürgermeister Ralph Leischner. Doch das ist längst nicht die einzige Arbeit, die am Friedhof ansteht. Rund eine Million Euro wird in die Sanierung der Wege und unter anderem in neue Bestattungsarten investiert. Bereits fertig ist der neue Urnengrabhügel in Kreuzform.

Friedhof als Pflichtaufgabe

Holprige Wege, ein marodes Kreuz und eine fehlende barrierefreie Toilette – dies, und vieles mehr liegt auf dem Leinzeller Friedhof im Argen. Aber nicht mehr lang. Anfang November 2019 starteten die umfangreichen Sanierungs- und Umgestaltungsarbeiten, die in mehreren Bauabschnitten erfolgen. Bereits im November 2018 war der Aufstellungsbeschluss vom Gemeinderat gefasst worden.

Sehr viel länger befasste sich der Gemeinderat mit der dringend nötigen Umgestaltung. Doch erst durch einen Vertrag mit der katholischen Kirche, der es ermöglicht, dass die bürgerliche Gemeinde den Friedhof nun verwaltet, konnte ein Zuschussantrag gestellt werden. So gab es aus dem Topf für finanzschwache Kommunen, dem Ausgleichstock, eine Zuschussbewilligung über 380 000 Euro. "Eigentlich hatten wir über eine halbe Million Euro beantragt", bedauert Leischner, dass somit der Eigenanteil an den Investitionen auf über eine halbe Million Euro steigt. "Der Friedhof ist eine Pflichtaufgabe", schiebt er nach.

113 000 Euro werden in die Umgestaltung des Wirtschaftsgebäudes an der Aussegnungshalle investiert. Es erfolgte im Juli ein Teilabriss und jetzt wird neu gestaltet. Ein kompletter Neubau hätte 300 000 Euro verschlungen. Zu viel für die finanzschwache Gemeinde. In zwei nicht mehr benötigten Räumen für Särge – es gibt fast 90 Prozent Urnenbestattungen – werden Toiletten, ein Lagerraum und ein Personalraum eingebaut. Die Arbeiten schreiten gut voran. Die neue Holzfassade ist angebracht.

Immer wieder bleiben Friedhofsbesucher stehen und betrachten sich beispielsweise den neu angelegten Platz vor dem Kriegerdenkmal. Auch dieses wird noch saniert. Ein neugelegter Pflasterweg führt vom Eingang bis zum anderen Ende des Friedhofs. Die Plätze für die fünf Brunnen sind angelegt. Und die neue Zaunanlage im hinteren, nord-östlichen Bereich steht. Ein Teil der Hauptwege wurde mit neuem Unterboden und Pflasterung sowie neuen Versorgungsleitungen und Rabatten versehen. Dann ist das Kreuz dran, zum Schluss wird die Friedhofsmauer teilweise saniert. "Jetzt ist es auch möglich, den Containerstandort zu verlegen", freut sich Leischner. Es werden versenkbare Muldencontainer installiert. Eine neue Zuwegung ermöglicht dann deren optimale Bewirtschaftung. Und auch die Optik am Seiteneingang des Friedhofs gewinnt dadurch.

Beide Friedhofzugänge im vorderen Bereich, einer davon barrierefrei, bleiben erhalten. Ein Platz mit Sitzbank entlang der Mauer wird im vorderen Bereich, bei den Eingängen, angelegt. Die Mauer ist bereits angelegt, fehlt nur noch der Holzbelag. So entsteht ein kleiner Kommunikationspunkt. Neben dem neuen Urnenhügel in Kreuzform werden noch Rasengräber für Erdbestattungen sowie rund 30 Urnenerdgräber entlang des Zaunes angelegt. Es gibt noch 26 Urnenkammern in einer neuen Erweiterung der Urnenstelen.

Die Facharbeiter am Steuer der Bagger bringen bei der Umgestaltung des Friedhofes viel Sensibilität und Fingerspitzengefühl mit. Der Innere Teil des Friedhofs soll bis zum 15. November 2020 fertiggestellt sein. Mauersanierung und Bepflanzung erfolgen dann im Frühjahr 2021.

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