Tony Marshall schmettert in Leinzell für guten Zweck

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Tony Marshall hat das Staatsexamen zum Opernsänger nicht umsonst erhalten
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Der 83-jährige Stimmungssänger war der Stargast einer Benefiz-Aktion in Leinzell zugunsten der Flutopfer im Ahrtal.

Leinzell

Es waren grauenhaften Bilder, die der in Leinzell aufgewachsene Pfarrer Franz Pitzal und der Leinzeller Bruno Fuchs nach ihrem Besuch bei den von der Flut getroffenen Menschen im Ahrtal mit nach Hause brachten. Bruno Fuchs war bereits dreimal bei Hilfseinsätzen in dem kleinen Örtchen Kreuzberg-Ahrtal. Was er zu Gesicht bekam, die Geschichten, die ihm erzählt wurden und die Verzweiflung die er erlebt hat, haben den rührigen Feuerwehrmann nicht mehr losgelassen.„Es herrschen dort kriegsähnliche Zustände“, beschreibt Fuchs die Situation. Zurück in Leinzell setzten sich die drei „Jenischen“, Pfarrer Pitzal, Fuchs und Bürgermeister Ralph Leischner, zusammen,heraus kam die Idee zu einem Benefizkonzert mit Pfarrer Pitzals altem Freund Tony Marshall, der somit sein Versprechen einlösen konnte,„einmal in Leinzell aufzutreten“.

Aller Ehren wert

Mit „heißer Nadel“ wurde das Rahmenprogramm von den Verantwortlichen gestrickt. Was Leinzell am Freitag kurzfristig auf die Beine gestellt hatte war aller Ehren wert. Neben dem Auftritt des „Stimmungsmachers der Nation“, zogen Gemeinde, Fuchs und Pitzal alle Register ,um Gelder für die Betroffenen im Örtchen Kreuzberg-Ahrtal zu generieren. Eine gutbestückte Tombola versprach „jedes Los ist ein Gewinn“. Hier wahr auf jeden Fall das Ahrtal der Gewinner.

„Rembele Bembele“ die Leinzeller Antwort auf das Glücksrad, versprach weitere Preise, „alles gestiftet von Firmen und Privatpersonen“, erklärt Alexandra Fuchs. Einen hohen fünfstelligen Betrag haben sich die Verantwortlichen als Messlatte gelegt, die Spendensumme soll persönlich der Ortsvorsteherin des 650-Seelenortes Kreuzberg, Anke Hupperich, übergeben werden. Fuchs zeigt sich sehr zuversichtlich, „einige größere Geldspenden wurden bereits signalisiert“. Den ganzen Benefiznachmittag über geriet der Grund der Veranstaltung nicht ins Vergessen. Bürgermeister Leischner und Heike Hilbig ließen es sich nicht nehmen, ihre „Sparschweine“ persönlich von den Besuchern füttern zu lassen.

Stimmlich bestens

Und dann kam ein Tony Marshall auf die Bühne, der in charmantem Badener Dialekt seine Freude äußerte, am Ende seiner „Welttournee“ nun Leinzell besuchen zu können.Stimmlich war dem zwischenzeitlich 83-jährigen Sänger nichts nachzusagen, eine spontane A Capella-Einlage mit „La donna èmobile“ aus Rigoletto zeigte, der Künstler hat sein Staatsexamen als Opernsänger zu Recht erhalten. Mit dem Benefizkonzert wolle man „ein Zeichen der Hoffnung geben“. Tony Marshall sei ein „Hoffnungsträger“ der schon immer mit seinem Frohsinn und Temperament die Menschen begeistert habe, meinte Pfarrer Pitzal. Diese Begeisterung nahm Leischner wörtlich indem er verkündete: „Es geht heute um das Geld für die Flutopfer“. Es sei heute wichtiger denn je, den Menschen nahe zusein. Seine selbstgefertigte Flutkerze und auch das Konzert seien „ein kleines Licht und trotzdem ein großes Zeichen derSolidarität“. So gar nicht „auf die Pauke“ haute Tony mit seinem neuesten Titel, der Ballade „Ein letzter Traum“. Der besinnliche Moment hielt aber nur kurz an, in gewohnter Manier schmetterte der Sänger seine bekanntesten Lieder ins Publikum. Für Bruno Fuchs ist dieser Nachmittag ein „Meilenstein“ der Hilfe. Weitere Aktionen und Lieferungen von Hilfsgütern sollen folgen.

Ein Zeichen der Hoffnung geben“.

Pfarrer Franz Pitzal, zur Benefiz-Aktion
  • UnterZweck: Flutopfer oder Benefizkonzert kann unter IBAN DE93 614 500 50044 000 2242 oder IBAN DE 12 613 901 4000 4032 1002 gespendet werden.„Jeder Cent kommt direkt im Ahrtal an“ verspricht derBürgermeister.
Leischner, Hilbig, Pitzal und Tony Marshall
Tombola
vl. Heike Hilbig, Pfarrer Franz Pitzal, Tony Marshall und BM Leischner
Heike Hilbig und Bürgermeister Ralph Leischner beim Sparschwein füttern
Zusammen für die Fluthilfe auf der Bühne in Leinzell (von links): Pfarrer Franz Pitzal, Tony Marshall und Bürgermeister Ralph Leischner

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