„Wasserpatscher“ suchen Spender

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Seit 30 Jahren treffen sich die „Wasserpatscher“ regelmäßig, um sich mit Wassergymnastik fit zu halten. Das Liftsystem soll helfen, dass dieses Miteinander trotz zunehmender Handicaps möglich bleibt.
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Die Gruppe will einen Schwimmbadlifter anschaffen, damit in die Jahre gekommene Mitglieder, aber auch Menschen mit Behinderungen an der Wassergymnastik teilnehmen können.

Leinzell

Sie waren schon immer eine ganz besondere Gruppe, die „Wasserpatscher“, die seit 30 Jahren in fröhlicher Runde mehrmals in der Woche das Hallenbad in Leinzell unsicher machen. Selbstbewusst verzichten die insgesamt etwa 50 älteren Damen bis heute auf das „-innen“ am Gruppennamen - auf was sie nicht verzichten wollen, ist die Gemeinsamkeit in ihrem durchaus sportlichen und sicher gesunden Tun. Alle sollen mitmachen können, so lange sie das möchten - auch die 93-jährige Maria* (Namen geändert), die in den schier endlosen Coronamonaten so eingerostet ist, dass sie nicht mehr ohne Hilfe ins Schwimmbecken kommt.

Das darf kein Grund sein, aufzuhören, sagt Elke Wengert, die seit 15 Jahren die Wassergymnastik ehrenamtlich, aber hoch professionell anleitet und, obwohl die Nachfrage höher ist als die Zahl der Plätze, keines ihrer Schäfchen so einfach ins Altenteil abschieben will. Lieber wird das Angebot ausgedehnt - inzwischen tummeln sich die „Wasserpatscher“ mittwochs von 18 bis 19 Uhr, freitags von 15 bis 17 Uhr und sonntags von 9 bis 10 Uhr in durchaus wechselnder Besetzung im Leinzeller Schwimmbad. Und weil nicht nur Maria zu kämpfen hat mit den schmalen Einstiegsleitern und dem großen Absatz der letzten Treppenstufe - notwendig weil der Boden des Wasserbeckens variabel ist - wünscht sich die Gruppe eine Hebehilfe. „Wir hatten etwas Geld gesammelt mit unserer regelmäßigen Tombola und beschlossen, die Summe in etwas zu investieren, das allen nützt“, erzählt Elke Wengert.

Also hat sie Erkundigungen eingezogen - und erst mal laut gestöhnt: Mit den 1500 Euro, die die „Wasserpatscher“ im Säckel haben, würde man nicht weit kommen, muss Elke Wengert dem Team berichten. Im Gegenteil: Die einzige, für das schöne Hallenbad in der Gemeinde denkbare Variante einer Hebehilfe, wäre ein Schwimmbadlifter, der alles in allem 8800 Euro kosten. Da ist guter Rat teuer. Die Gemeinde, erfahren die „Wasserpatscher“, kann sie bei diesem Projekt nicht unterstützen. Aufgeben wollen sie die Idee trotzdem nicht - denn das Bad wäre dann auch für Menschen mit Behinderungen attraktiv, bringt die Gruppenleiterin einen weiteren Gedanken ins Spiel.

Zeitgemäß ist die Lösung der leidenschaftlichen Wassergymnasten: Das Geld soll über eine Spendenaktion - neumodisch Crowdfunding - zusammenkommen. „Jeder einzelne Euro zählt“, werben die Aktiven und rühren fleißig die Werbetrommel. Sie wollen Firmen ansprechen und Privatpersonen, aber auch Institutionen. Außerdem wollen die Damen unter Federführung von Petra Stegmaier von der DLRG-Ortsgruppe Kuchen backen und am Bundestagswahlsonntag in den Wahllokalen zum Verkauf anbieten. „Alle arbeiten mit. Jeder nutzt seine Kontakte“, freut sich Elke Wengert über den guten Geist unter den 65- bis 93-jährigen „Wasserpatschern“ und fügt dann zuversichtlich an: „Wer weiß, vielleicht schaffen wir es ja“.

Wir wollten in etwas investieren, das allen nützt.“

Elke Wengert,, Wassergymnastikanleiterin
  • Jeder Euro zählt - Das Spendenkonto der Aktion
  • Das Spendenkonto hat die Gemeinde Leinzell für die „Wasserpatscher“ bei der Volksbank Schwäbisch Gmünd eingerichtet. Die IBAN lautet: DE 1261 3901 4000 4032 1002, der Verwendungszweck lautet: Zuschuss Lifter Hallenbad Leinzell.

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