Mit der Drohne gegen den Maiszünsler

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Mais-Sorten Eschach Demofeld

Anbauer aus der Region begutachten Neuzüchtungen von Maissorten.

Eschach. Extremwetter stellt die Landwirte vor große Herausforderungen. War der Sommer 2021 viel zu nass, so präsentiert sich der diesjährige als viel zu trocken. Da braucht es viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung auf dem Acker. Und natürlich Saatgut, das zur jeweiligen Bodenbeschaffenheit passt.

Im Frühjahr 2022 kümmerte sich Landwirt Matthias Stadelmeier aus Eschach darum, dass unterschiedliche Neuzüchtungen von Mais auf einem Mais-Sortendemonstrationsfeld wurden. Jetzt trafen sich Landwirte aus der Region auf diesem Feld, um die Ergebnisse mit den jeweiligen Züchtern, zwölf an der Zahl, in Augenschein zu nehmen. Die Vertreter der einzelnen Pflanzenzüchterfirmen erklärten quasi mit dem Maiskolben in der Hand, auf was es ankommt. Etwa, wie man eine Sorte erhält, die eine möglichst dünne Spindel und Körner drumherum erhält, die vor Stärke nur so strotzen. Es ging zudem um Standfestigkeit und Rahmen der Maispflanze und vieles mehr.

Erfahrungsaustausch im Fokus

Eingeladen hatte das Landratsamt Ostalbkreis zur Sortendemonstration. Tomma Bieling und Valentin Ocker vom Geschäftsbereich Landwirtschaft freuten sich, dass viele Landwirte der Einladung gefolgt waren. Zur sachkundigen Vertiefung des Themas gab es nach rund eineinhalb Stunden auf dem Maisfeld noch in einer folgenden Fortbildungsveranstaltung jede Menge Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch. Bei der Sortendemonstration ging es um Reifezahlen, Bodenbeschaffenheit und natürlich die einzelnen Sorten. Matthias Stadelmeier beschrieb, dass er die Düngung mit Gülle vorgenommen hatte. Hierbei wurde auch das aktuelle Problem der Landwirtschaft angesprochen: Der Preis für Kunstdünger hat sich vervierfacht.

Natürliche Feinde im Einsatz

Weiter kamen Schädlinge des Maises zur Sprache. Vor allem der Maiszünsler, Ostrinia nubilalis, ein gelbbrauner Schmetterling, macht bei hohen Temperaturen Schwierigkeiten. Das Schadbild, das das Insekt verursacht, äußerst sich meist durch das Umknicken der Fahnen der Maispflanze. Außerdem befinden sich Bohrlöcher am Stängel, die die Stabilität der Maispflanze beeinträchtigen. Valentin Ocker berichtete hier darüber, dass Schlupfwespen, Trichogramma brassicae die natürlichen Feinde des Zünslers sind. In der Landwirtschaft werden Drohnen genutzt, die mit kleinen Kügelchen bestückt sind. In diesen befinden sich die Larven der Schlupfwespen. Die Kügelchen werden über den Mais abgeworfen und aus den Kugeln kriechen dann die Schlupfwespen, um die Maiszünsler-Eier zu besetzen. „Also zu parasitieren“, erläuterte Ocker. Was das Aus für die Zünsler bedeutet. Der Nützling vernichtet also den Schädling.

Mais kann sehr gut mit höheren Temperaturen umgehen. Also auch mit weit über 30 Grad Celsius, was es in diesem Sommer in Fülle gab. Selbst bei 40 Grad funktioniere die Fotosynthese noch. „Deshalb sieht man auch in südlichen Ländern viel Mais und Hirse“, macht Valentin Ocker deutlich. Landwirte streben 33 Prozent Trockenmasse an. Dabei sollte die Pflanze möglichst grün bleiben – „stay green“. Um möglichst lang Fotosynthese machen zu können. Denn nur so können die Kolben viel Stärke einlagern. Auch hier hielten die Züchter in Eschach neue Maissorten bereit. Ebenso Saat, die ein sicheres Ernten in der Reife – „stay dry“, garantiert. Denn beim Dreschen muss das Korn hart sein.

Immer beliebter werde auch Hybridsaatgut, in dem zwei Linien gekreuzt sind und so eine Ertragssteigerung erzielt wird. Allgemein waren sich die Züchter einig darüber: „Vom Wetter ist die Region im Vergleich zum gesamten Ostalbkreis gut weggekommen“. ⋌Anja Jantschik

Auf großes Interesse stieß bei den Landwirten aus der Region die Mais-Sortendemonstration in Eschach.
So muss ein Maiskolben aussehen.

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