Bauherrschaft muss bis Juni warten

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Im Foto der aktuelle Blick aus dem Rathaus auf die Hauptstraße 21+23. Darunter die Planung.ÌÌFoto: Tom
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Melanie Kaim fordert Entscheidung über ortsbildprägendes Gebäude im Gemeinderat. Überlegungen zur Innenerschließung südlich der Wetzgauer Straße werden fortgesetzt.

Mutlangen

Ein Jahr lang ist nun geplant worden. Alle Anregungen und Bedenken der Anwohner sind berücksichtigt, so dass keinerlei Einsprüche mehr vorliegen. Trotzdem gibt es noch kein grünes Licht für die Bauherrschaft, denn Melanie Kaim ist der Meinung, dass über dieses „ortsbildprägende Gebäude“ nur der Gemeinderat befinden könne. „Dort will ich dann auch namentliche Abstimmung, denn das Vorhaben hat Potenzial für Schwierigkeiten, befindet sie. Ihr Fraktionskollege Klaus Vogel schließt sich dieser Sichtweise an, womit den selbst gegebenen Regeln entsprechend die Entscheidung in den Gemeinderat verwiesen wird. Er wolle dann auch wissen, wo die Mülleimer stehen, gibt Vogel der Verwaltung in Auftrag.

Zur Fristwahrung - damit formal kein Fehler geschehe - versagt der Technische Ausschuss also zunächst das Einvernehmen für das Projekt Hauptstraße 21+23. Insgesamt neun Wohnungen sollen hier entstehen, inklusive Tiefgarage mit elf Stellplätzen. Das Gebäude zur Hauptstraße hin hat drei Stockwerke. Das Erdgeschoss ist so weit zurückgesetzt, dass eine 2,66 Meter breite Arkade, eine Art überdachte Passage entsteht und genügend Raum für den Gehweg und die Tiefgaragenausfahrt bleibt. Im westlichen Bereich des Grundstücks in Richtung Kindergarten St. Elisabeth schmiegt sich ein schmales, zweigeschossiges Gebäude an mit je einer Zwei-Zimmer-Wohnung im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss. Der kleine Parkplatz, der vom Kindergarten für Roller, Kinderwagen und Dreiräder genutzt wird, bleibe erhalten und werde sogar noch überdacht, erklärt Ordnungsamtsleiter Wolfgang Siedle, der das Bauvorhaben vorstellt. Was die Bauhöhe betrifft, sei der Neubau rund 63 Zentimeter niedriger als das südlich angrenzende Gebäude und etwas mehr als einen Meter höher als die beiden Gebäude nördlich, beschreibt Siedle. Nach Norden hin seien die oberen beiden Geschosse in Absprache mit den Nachbarn um etwas mehr als zwei Meter zurückgesetzt worden. „Der Kreisbaumeister hat keine Bedenken. Das Gebäude fügt sich in die Umgebung ein“, erklärte Siedle. Die Entscheidung kann nach Melanie Kaims Antrag nun frühestens am 20. Juni gefällt werden.

Details zum Gebiet Auäcker Ost

Grundsätzlich entschieden ist über die Erschließungsvariante für das Pfersbacher Baugebiet Auäcker Ost. Im Ausschuss ging es am Abend um Details. So entschied das Gremium, dass in der Erschließungsstraße kein Gehweg angelegt wird. Es handle sich ohnehin um eine 30er-Zone und es werde keinen Durchgangsverkehr geben. Mehrheitlich folgte das Gremium der Anregung der Planer und der Bitte der GOA, anstelle einer Wendeplatte eine T-Kreuzung anzulegen. Dies biete sich an, weil unterirdisch in dieser Form ein Entwässerungskanal angelegt werden muss. Auf eine Wegeverbindung in den Kornblumenweg, der das benachbarte Gebiet Auäcker West erschließt, wird verzichtet. Der Kanal wird 2,50 Meter tief verlegt. Die Straße heißt Mohnweg.

17 Gebäude wären möglich

Nach einer Abfrage unter den Eigentümern zeichnet sich ab, dass zwischen Blumenstraße und Wetzgauer Straße eine Innenentwicklung möglich werden könnte. Im vereinfachten Verfahren könnten hier 17 neue Gebäude entstehen, für die Ingenieur Harald Wahl einige grundsätzliche Festsetzungen vorschlug, die eine verdichtete Bebauung ausschließen. „Das geht mir schon zu weit. Das möchte ich gerne mit den Eigentümern und Angrenzern besprechen und festlegen“, bremste Bürgermeisterin Stephanie Eßwein. Erst dann gebe es eine Entwurfsplanung, über die der Gemeinderat entscheide. Auf Rückfrage erfuhr Melanie Kaim, dass es im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, dass es zu einer Bauanfrage in diesem Gebiet gibt, nicht um die „Grüne Lunge“ im Ort gegangen sei. „Bebauung ist zulässig, aber nur mit Bebauungsplan“, erklärte Wolfgang Siedle.

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