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Das Paradies auf der Mutlanger Heide

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Von: Anke Schwörer-Haag

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Bürgermeisterin Stephanie Eßwein und Mitinitiator Harald Welzel an einem der Heilkräuterbeete im Erlebnisgarte des Wildpflanzenparks
Bürgermeisterin Stephanie Eßwein und Mitinitiator Harald Welzel an einem der Heilkräuterbeete im Erlebnisgarte des Wildpflanzenparks © aks

Warum sich eine Gruppe Ehrenamtlicher für den Wildpflanzenpark einsetzt. Wie das Konzept des Projekts aussieht und was sich in den vergangenen Monaten alles verändert hat.

Mutlangen

Die Bienen summen, die Vögel zwitschern, die ersten Bäume blühen und überall lugt zartes Grün aus dem Boden. Einfach herrlich ist es hier im Erlebnisgarten des Wildpflanzenparks auf der Mutlanger Heide. Erst mal hinsitzen und durchschnaufen, wünschen sich die meisten. Wunderbar. Vor allem, wenn die Frühlingssonne dabei noch die Nase kitzelt.

Keine Seltenheit: Kinder ebenso wie viele Erwachsene hält es nicht lange im entspannten Nichtstun. Die Gedanken kreisen, die Blicke schweifen - und auch jetzt ist der Erlebnisgarten genau der richtige Ort. Denn das Team um Harald Welzel, Alexander Reichenauer und Katrin Reusch hat dieses Herzstück des Wildpflanzenparks seit dem Herbst vollkommen umgestaltet. Jetzt gibt es thematisch gegliederte Beete, in denen je nach Zipperlein die passende Medizin wächst. Die Kräuter in Beet 2 zum Beispiel helfen der Verdauung, dem Bewegungsapparat und den Knochen. Beet 3 ist dagegen zuständig für Atemwege und Immunsystem oder Beet 9 für Magen und Darm. Beet 10 und 11 halten Heilpflanzen für die Psyche und einen gesunden Schlaf vor.

All das zu erforschen, was auf den nun 13 harmonisch angeordneten Pflanzflächen grünt und blüht, ist spannend. Schauen, riechen, schmecken, hören, fühlen - und dazulernen. Vieles ist hier im Garten möglich, in dem alle, besonders aber die Mutlanger herzlich willkommen sind.

Denn das Projekt Wildpflanzenpark will nicht nur Paradiese schaffen, wie etwa den Erlebnisgarten. Die Macher wollen auch die biologische Vielfalt auf der Mutlanger Heide nachhaltig fördern und Lebensraum für Pflanzen und Tiere schaffen, die es in der zugebauten, sterilen Siedlungsstruktur immer schwerer haben. Insekten zum Beispiel, deren Wert auch für das eigene Überleben von vielen unterschätzt wird. Oder Amphibien.

Nach dem Motto „man schützt, was man kennt“ soll im Projekt Wildpflanzenpark außerdem das Wissen um ökologische Zusammenhänge gefördert werden und außerdem lernen die kleinen und großen Besucher, wie viele Kräuter, Pflanzen und Früchte aus der heimischen Natur man essen kann, wie gut sie schmecken und wie gesund das in der Regel ist.

Gesund für den Geist ist schließlich die Begegnung mit anderen, zu der der Wildpflanzenpark ebenso wie der Erlebnisgarten einladen. Ob die Gäste als Gruppe kommen oder alleine mit einem Buch die Natur genießen wollen, das Projekt steigere auf jeden Fall die Lebensqualität in der Gemeinde, findet Bürgermeisterin Stephanie Eßwein, die selbst gerne mal durch den gerade anwachsenden Weidentunnel läuft oder den Barfußpfad ausprobiert.

Und natürlich arbeiten die Macher des Wildpflanzenparks mit moderner Technik. Zum Beispiel haben sie einen Gehölzlehrpfad mit 18 heimischen Baumarten angelegt. Und an jedem dieser Bäume gibt es eine Infotafel samt QR-Code fürs Handy Auskunft über die Art, das Wachstum, die Nutzung und den Wert der Gehölze.

Oder es gibt einen Bienenlehrpfad samt Bienenschaukasten und Insektenhotel, die für die Parkbesucher interessante und humorvolle Informationen über die Tiere, ihr Verhalten und ihren Wert für das Ökosystem vermitteln.

Außerdem füllen sich zunehmend die Streuobstwiesen, die seit 2019 auf der Mutlanger Heide angelegt und kontinuierlich erweitert werden. Heimische Sorten von Apfel-, Birnen-, Kirsch-, Mispel- oder Nussbäumen wachsen hier und sie sind wichtige Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten. Und während vieler Monate im Sommer und Herbst können die Früchte geerntet und verspeist werden.

Mit zahlreichen Aktionen - einer Rallye zum Beispiel oder Workshops beleben die ehrenamtlichen Naturschützer den Wildpflanzenpark das Jahr über.

Der Blick vom Gehölzlehrpfad im Wildpflanzenpark auf der Mutlanger Heide direkt in den Erlebnisgarten.
Der Blick vom Gehölzlehrpfad im Wildpflanzenpark auf der Mutlanger Heide direkt in den Erlebnisgarten. © aks
Wie hier in der Kräuterspirale des Erlebnisgartens sind alle Beete mit Informationen versehen.
Wie hier in der Kräuterspirale des Erlebnisgartens sind alle Beete mit Informationen versehen. © aks
Noch braucht man etwas Fantasie, um sich das Endergebnis vorzustellen. Doch bald dürfte der Weidentunnel im Erlebnisgarten auf der Mutlanger Heide mit Blättern zugewachsen sein.
Noch braucht man etwas Fantasie, um sich das Endergebnis vorzustellen. Doch bald dürfte der Weidentunnel im Erlebnisgarten auf der Mutlanger Heide mit Blättern zugewachsen sein. © aks
Überall im Erlebnisgarten des Wildpflanzenparks auf der Mutlangern Heide sind essbare Kräuter und Pflanzen gesetzt und sorgfältg beschrifet
Überall im Erlebnisgarten des Wildpflanzenparks auf der Mutlangern Heide sind essbare Kräuter und Pflanzen gesetzt und sorgfältg beschrifet © aks

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