„Pflege muss man mit Herz machen!“

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Auch nach zehn Jahren ist sich Tugba Özcan-Papace noch sicher: In der Pflege zu arbeiten, das ist für sie das Richtige.

Vor und hinter den Kulissen der Kliniken Ostalb kümmern sich täglich ganz unterschiedliche Spitzenkräfte darum, dass es den Patienten und Kollegen an nichts fehlt.

Mutlangen. Auch nach zehn Jahren ist sich Tugba Özcan-Papace immer noch sicher: In der Pflege zu arbeiten, das ist für sie das Richtige. Die erfahrene Intensiv- und Anästhesie-Fachpflegerin ist seit 2011 auf der Intensivstation des Stauferklinikums Mutlangen. Dort kümmert sie sich nicht nur um die schwer kranken Patienten – sie ist außerdem eine Praxis-Anleiterin, die neue Pflegekräfte einlernt und an die Abläufe in der Klinik und auf der Station heranführt.

So wie zum Beispiel Melike Kocbinar, die seit 2018 auf der Intensivstation arbeitet. Die Schicht beginnt immer gleich: „Zu Anfang werden erst die Patienten den Pflegekräften zugeteilt. Die vorherige Schicht informiert einen über den Zustand der Patienten, dann gehen wir zu den Menschen, machen uns selbst ein Bild, prüfen Geräte und Zimmer und bereiten Medikamente vor“, sagt Kocbinar.

Die examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin kommt aus Untergröningen. Sie wusste schon auf dem Gymnasium, dass ein Job im Büro nicht in Frage kommt: „Ich wollte was mit Menschen machen“, erzählt sie und fügt an: „Der direkte Kontakt ist mir unglaublich wichtig.“ In der Ausbildung wurde ihr zwar schnell klar, dass die Realität des Pflegeberufs manchmal überwältigend sein kann – aber: „Es war und ist immer noch das, was ich machen will“, sagt Melike Kocbinar selbstbewusst. „Pflege muss man mit Herz machen! Natürlich gibt es Situationen, gerade auf der Intensivstation, die man nicht sehen möchte. Aber wir tun immer unser Bestes, um den Patientinnen und Patienten zu helfen“, erklärt sie ihre Motivation.

Arbeiten in der Pandemie

Natürlich ist die Pandemie auch an der Mutlanger Intensivstation nicht spurlos vorbeigezogen. „Es gab schon Zeiten, in denen es schwierig war“, erklärt Melike Kocbinar. „Gerade die Geschichten der Patientinnen und Patienten haben mich oft sehr berührt. Auch sind einige Kolleginnen und Kollegen im Krankenhaus an Covid erkrankt. Aber ich meine, wir als Station haben das trotz der riesigen Belastung schon gut geschafft.“

Tugba Özcan-Papace stimmt ihr zu. Allerdings: „Die vergangenen Wochen und Monate haben einen natürlich zum Überlegen gebracht. Ich liebe meinen Beruf! Aber auch schon vor Corona gab es in den Pflegeberufen Probleme an verschiedenen Stellen. Die Pandemie hat daran nichts geändert“, ergänzt sie.

Hinter den Kulissen

„Es sind ja nicht nur die Pflegekräfte. An die vielen Menschen hinter den Kulissen wird noch viel zu wenig gedacht. Ohne die vielen Reinigungskräfte etwa oder die Stationshilfen könnten wir unsere Aufgaben nicht bewältigen.“ Zwei dieser „heimlichen Spitzenkräfte“ auf der Mutlanger Intensivstation sind Vita Dolderer und ihre Kollegin Friedlinde Lackner. Die Pflegedienst-Assistentin ist zusammen mit einer Kollegin dafür zuständig, dass auf der Station immer genügend Materialien vorhanden sind. Oder wie sie es ausdrückt: „Es darf einfach absolut gar nichts fehlen, niemals!“ Die Tage auf einer Intensivstation sind natürlich nur bedingt planbar, aber Vita und ihre Kollegin behalten den Überblick über mehrere hundert verschiedenen Artikel und halten so den Pflegekräften den Rücken frei.

Ursprünglich kam Vita Dolderer 2013 aus der Industrie ans Stauferklinikum. Der Wechsel fiel ihr am Anfang gar nicht so leicht, wie sie es erwartet hatte. „Es ist eine ganz andere Welt. Ich glaube nicht, dass ein Außenstehender wirklich weiß, was wir hier alles tun“, so Dolderer. Die Lagerbestände sind nämlich bei Weitem nicht ihre einzige Aufgabe: Auch die Ausrüstung der Zimmer fällt beispielsweise in ihre Zuständigkeit. „Wir müssen immer wissen, welcher Patient kommt und welche Maschinen und Geräte benötigt werden. Die bereiten wir dann vor. Dazu kommt zum Beispiel auch die Umsetzung der Hygienemaßnahmen.“

Die drei sind jeden Tag mit Leib und Seele bei der Arbeit – vor oder auch eher hinter den Kulissen des Krankenhauses. kf

Zwei der „heimlichen Spitzenkräfte“ auf der Mutlanger Intensivstation sind Vita Dolderer und Friedlinde Lackner.

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