Planer für Schulcampus und Verkehr

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Der Blick auf das Schulzentrum und die Hornbergstraße in Richtung Ortsmitte. Ganz am rechten Bildrand noch erkennbar die Haldenstraße, die im Pflichtenheft der Planer ausdrücklich aufgeführt ist.
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Mutlanger Gremium stellt am Dienstag die ersten Weichen für die Sanierung und Umgestaltung der Hornbergschulgebäude und „übergibt“ das Pflichtenheft für ein Verkehrskonzept.

Mutlangen

Das Quartierskonzept trägt erste Früchte: Am Dienstag hat der Gemeinderat einstimmig den Planungsauftrag für die Sanierung und Umgestaltung der Hornbergschule vergeben. Kai-Markus Schenek, der das Vergabeverfahren begleitet hatte, präsentierte dem Gremium die Einzelheiten der europaweiten Ausschreibungsvorschriften und die Aufgabenstellung an die am Wettbewerb teilnehmenden Planungsbüros: Gefragt sind Konzepte, mit denen Haus 3 erweitert oder aufgestockt und mit Haus 1 auf dem Campus verbunden werden kann. Für Haus 2 sind planerische Überlegungen gefragt, die vom Abriss bis zu einer anderen Nutzung und Einbeziehung in den Campus reichen können.

Aufgeteilt ist die Vergabe in drei Lose: Vergeben wurde die Objektplanung an die Bietergemeinschaft Nitsche und Pfeifer sowie Wahl Architekten aus Schwäbisch Gmünd. Für die Fachplanung Heizung, Lüftung und Sanitär erging der Zuschlag an die Renz Ingenieurgesellschaft aus Schorndorf. Für die Fachplanung Elektro sei kein Angebot abgegeben worden, womit die Gemeinde nun die Freiheit habe, entsprechende Büros gezielt anzusprechen, erklärte Schenek.

Bürgermeisterin Stephanie Eßwein ergänzte mit Blick auf die Zeitschiene, dass nun die Verträge mit den ausgewählten Bietern geschlossen werden. Mit der Entwurfsplanung sei im Oktober zu rechnen und mit einer Kostenberechnung im Frühjahr 2022. Dann könnten die Förderanträge gestellt und mit den Vergaben wohl Ende 2022 gestartet werden. Frühester Baubeginn ist aus ihrer Sicht im ersten Quartal 2023. Melanie Kaim lobte das angenehme Vergabeverfahren. „Es gab ein neutrales Auge auf die Interessen der Gemeinde“.

Beim Verkehrskonzept hängt dagegen, wie die ausgiebige Diskussion vor der Auftragsvergabe zeigte, noch einiges in der Luft. Doch von vorne: Zunächst hatte Ordnungsamtsleiter Wolfgang Siedle an das „Pflichtenheft“ erinnert, auf das sich der Gemeinderat in einer Klausurtagung geeinigt hatte. Denn, sagte Siedle, jeder habe zum Thema Verkehr unterschiedliche Vorstellungen, was keine gute Basis für ein zielführendes Konzept sei. Vier konkrete Aufgaben waren also formuliert worden: eine Radwegeführung durch ganz Mutlangen; die Verbesserung der Verkehrsführung rund ums Schulzentrum, besonders in der Hornberg- und der Feldstraße; die Funktion der Haldenstraße; ein Schulwegplan für ganz Mutlangen.

Drei Büros hatten Angebote abgegeben, die sich teilweise im Inhalt, der Methodik und auch im Preis deutlich unterschieden. Siedle erläuterte ausführlich, wie diese Offerten verglichen und gegeneinander abgewogen wurden. Letztlich habe sich ergeben, dass der mit 30 021 Euro zudem auch noch günstigste Bieter auch der insgesamt beste sei - „ausschlaggebend war nicht der Preis“, betonte der Hauptamtsleiter. Rose Gaiser pflichtete ihm bei: „Dass das Büro für umsetzbare Ergebnisse bekannt ist, ist viel wichtiger“, meinte sie. Auch, dass eine Bürgerbeteiligung quasi im Preis inbegriffen sei, gefalle ihr. Ebenso dachte Monika Offenloch und schlug auch vor, dass eine Arbeitsgruppe des Gemeinderats Ideen sammeln könnte. Wobei Birgitta Kleinschmidt daran erinnerte, dass eine Bürgerbeteiligung auch im Gemeindeentwicklungskonzept noch ausstehe.

Womöglich könne man beides verbinden, überlegte die Bürgermeisterin. Auch Inge März, Sebastian Weiler und Elias Hinderberger wünschten sich, dass die zurzeit in verschiedenen Bereichen laufenden konzeptionellen Arbeiten „ineinander fließen“. Alexander Dauser hingegen ärgerte sich: Das wird kein Verkehrskonzept, sondern ein Mobilitätskonzept, kritisierte er das Pflichtenheft.

Klaus Vogel warnte mit Blick auf die anstehende Großbaustelle in der Wetzgauer Straße vor ungünstigen Auswirkungen auf die Verkehrszählung an den Knotenpunkten. Diese, so ergänzte Wolfgang Siedle, werden eher im Bereich des Schulzentrums liegen und deshalb eher geringen Einfluss haben. Das unter anderem festzustellen, sei bei den Experten sicher in guten Händen, warb die Bürgermeisterin schließlich für die Vergabe. Das Büro werde sich und seine Überlegungen auch im Gemeinderat präsentieren und entsprechende Hinweise dann sicher auch mit in die Untersuchung einfließen lassen. Mit großer Mehrheit wurde der Auftrag schließlich an die Planungsgruppe SSW aus Ludwigsburg vergeben.

Der günstigste Bieter ist in diesem Fall eindeutig inhaltlich der Beste.“

Wolfgang Siedle, Ordnungsamtsleiter

Grünes Licht für die Erlengasse Ost

Zweimal ist das Hochwasser Thema im Mutlanger Gemeinderat: Zu Beginn gedenkt das Gremium der vielen Opfer der Katastrophe.

Später, als es um den Auslegungsbeschluss für den Bebauungsplan Erlengasse-Ost geht, fordert Melanie Kaim, dass in den Textteil eingearbeitet werden solle, dass die Keller der Häuser auch nur als solche genutzt werden dürften - und nicht zum Wohnen. Das werde man tun, sagte Bürgermeisterin Stephanie Eßwein zu. Damit gab es grünes Licht für den Entwurf, der eine zweireihige Bebauung mit je vier Bauplätzen vorsieht, wobei direkt an der Erlengasse auf jedem Grundstück zwei Wohneinheiten entstehen sollen. aks

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