Vieles „grün“ und trotzdem Wünsche

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Wie lebt es sich in Mutlangen und Pfersbach? Wo drückt die Bürgerinnen und Bürger der Schuh? Das hat diese Zeitung gefragt. Was die Teilnehmenden an Wünschen notiert haben.

Mutlangen

Im ziemlich grünen Bereich liegt die „Gemeinde mit Weitblick“: Insgesamt neun Fragenkomplexe haben die Bürgerinnen und Bürger als überdurchschnittlich gut eingeschätzt. Im Ranking insgesamt hätte es für Mutlangen und Pfersbach deshalb auch fast aufs Treppchen gereicht. Die Gemeinde nimmt den sehr guten vierten Platz ein. Und neben der dafür notwendigen Punktzahl gibt es sie auch, die schriftliche Bestätigung: „In Mutlangen lebt es sich einfach super“, steht zum Beispiel auf einem Fragebogen. Oder: „Ich fühle mich sehr wohl, so wie es aktuell ist.“ Oder auch: „Mutlangen ist lebens- und liebenswerter Ort, der meiner Meinung nach für jeden etwas bietet. Ich möchte nirgends anders wohnen:-)“.

Ganz nach der Devise, es gibt nichts, was nicht auch noch verbessert werden kann, haben die Bürgerinnen und Bürger aber auch etliche Anregungen notiert. So wird mehrfach der dringende Wunsch geäußert, dass es in der Ortsmitte „ein Eiscafé geben soll, das verlässlich geöffnet ist“; dass im Pavillon „eine besser laufende und beständige Gastronomie“ kommen möge; dass es „ein schönes Café“ geben soll oder „Gastronomie mit Außenbewirtschaftung“. Eine Hoffnung, die sich ab dem 22. Mai mit der jetzt geplanten Wiedereröffnung durchaus erfüllen könnte.

Doch nun zu den weiteren Anregungen der Umfrageteilnehmer: Die Wohnraumsituation ist ein dringendes Thema - was auch die schlechteste „Note“ deutlich macht: Es fehlten Bauplätze ebenso wie Häuser oder Wohnungen zum mieten, kritisieren die Bürger. „Bezahlbarer Wohnraum wäre eine gute Idee“, steht da zum Beispiel - „besonders für Geringverdiener“. Oder: „Mehr Wohnungsangebot wäre gut“. Und auch: „Mieten in Mutlangen sind für normal Verdienende, Singles oder Alleinerziehende in der Regel viel zu hoch.“

Erstaunlicherweise wird trotz des relativ guten Notenwerts von 7,6 der Wunsch nach Angeboten für Kinder und Jugendliche sehr häufig genannt. Diese hätten zu wenig Auswahl - angefangen bei den Spielplätzen, heißt es da. Oder es werden „mehrere Spielplätze - auch mit zum Beispiel Tischtennis“ gewünscht. Oder festgestellt: „Mutlangen braucht dringend einen Skatepark für die Jugendlichen“. Eine andere Anregung lautet: „Ich würde mir einen Jugendraum und einen Sozialarbeiter dazu wünschen. Für kleinere Kinder wird alles getan, für Jugendliche nicht genug.“ Was ein weiterer Kommentar bekräftig: „Es sollte unbedingt in nächster Zeit ein Jugendraum oder Jugendcafé gegründet werden, weil es für Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren gar nichts gibt“, heißt es da.

Noch ein Brennpunkt-Thema ist der Verkehr - vor allem ums Schulzentrum, wozu es vor wenigen Tagen inzwischen aber endlich das Bürgerforum mit Bürgermeisterin Stephanie Eßwein gab, das wegen Corona so lange nicht möglich gewesen ist.

Und es sind die Radwege und der öffentliche Nahverkehr, die die Bürger beschäftigen. Da wird schlicht „ein besseres Angebot“ angemahnt. Und ein „besserer Ausbau von Radwegen, mehr Busverbindungen nachts am Wochenende“. Es sollte, konkretisiert es ein anderer Umfrageteilnehmer „unbedingt einen Spätbus um 24 Uhr geben, angepasst an Bahnankunft aus Stuttgart in Schwäbisch Gmünd, so dass man auch nach Veranstaltungen noch mit dem Bus nach Mutlangen fahren kann.“ An anderer Stelle steht: „Mehr Radwege, besseren Zugang für Radfahrer und Fußgänger zum Einkaufszentrum“. Sehr präzise ist auch dieser Hinweis: „Keine Asphaltierung des geplanten Radwegs durch den Wald von Schwäbisch Gmünd nach Mutlangen, da schon eine asphaltierte Straße durch den Wald vom Schießtal aus vorhanden ist.“

Nach wie vor wichtig ist den Mutlangern ihr Freizeitbad Mutlantis: Mancher sehnt die Zeit zurück, als man hier noch regelmäßig baden und vor allem saunieren konnte. Der Erhalt und die Wiedereröffnung sind etliche Male aufgeführt.

Viele Einzelanregungen ergänzen das Bild - von besseren Hinweisen auf die öffentlichen Toiletten über einen behindertengerechten Zugang zur Post bis zu Schnellladestationen mit mindestens 50 kW für Autos oder mehr Sauberkeit und mehr Kontrollen ist da Bedenkenswertes aufgezählt. Oder mahnend auch das Gegenteil: „Nicht so viele 30er Zonen und Geschwindigkeitsbegrenzungen“, steht da. Und schließlich mancher Unmut über Corona-Einschränkungen verbunden mit dem dringenden Wunsch, dass es wieder ein Dorffest geben soll.

Alle Ergebnisse finden Sie auf www.tagespost.de/ostalbcheck

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Es sollte unbedingt ein Jugendraum gegründet werden.“

Ein Teilnehmender
Ein Brennpunktthema ist der Verkehr - nicht nur ums Schulzentrum. Wichtig finden die Umfrageteilnehmenden zudem Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr. Mehr Busse und ein abgestimmter Fahrplan wird angeregt.Ì

Rubriklistenbild: © Tom

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