Vom Bodenbild zum gemeinsamen Unterricht

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Mit diesem Bodenbild hat es angefangen.

Wie sich am Franziskus-Gymnasium Solidaritätsbekundung zu konkreter Unterstützung wandelt.

Mutlangen. Der Ausbruch des Krieges in der Ukraine war auch für die Schulgemeinschaft am Franziskus Gymnasium schockierend. Wie andernorts auch bestand zunächst das Bedürfnis, Zeichen der Solidarität mit den Menschen in der Ukraine zu setzen. Im Zentrum stand dabei ein großes Bodenbild vor dem Haupteingang des Gymnasiums, das von den Schülerinnen und Schülern in den ukrainischen Farben gestaltet und mit Friedensbotschaften in verschiedenen Sprachen gefüllt wurde.

Darüber hinaus nahm die Schulgemeinschaft am zentralen Friedensgebet der Diözese Rottenburg-Stuttgart teil. Immer wieder gab es in den Lerngruppen Raum, sich mit den Ereignissen auseinanderzusetzen oder es gab unter anderem Exkursionen zu den alten Bunkeranlagen auf der Mutlanger Heide, die als stumme Zeugen längst überwunden geglaubter Konflikte nun erschreckend aktuell wirken.

Mit der Ankunft der ersten ukrainischen Flüchtlinge in Mutlangen wurde auch im Schulalltag am Franziskus Gymnasium die traurige Realität dieses Krieges noch bewusster: Inzwischen lernen in etlichen Klassen um ukrainische Schülerinnen und Schüler, die integriert und unterstützt werden. Als sehr hilfreich hat es sich dabei erwiesen, dass am Franziskus Gymnasium mit Oksana Förstner eine ukrainische Kollegin lehrt. Sie steht in engem Kontakt mit den Geflüchteten und sieht vor allem das Bedürfnis, „dass die Jugendlichen ihre Erlebnisse erst einmal so gut es geht hinter sich lassen können und Anschluss bei Gleichaltrigen finden“. Um ihnen das zu erleichtern, gestaltet und betreut sie Deutschkurse. Außerdem bietet sie gemeinsam mit der Sozial-AG des Gymnasiums Begegnungs- und Spielenachmittage auch für ukrainische Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter an. Damit auch deren Eltern Anschluss finden, gibt es an diesen Nachmittagen auch ein Elterncafé.

Die ukrainischen Schülerinnen und Schüler nehmen auch am Regelunterricht teil, nicht zuletzt, um in Kontakt mit Gleichaltrigen zu kommen. Wichtig ist, dass die Jugendlichen den Sport- und Kunstunterricht besuchen, um über körperlichen und künstlerischen Ausdruck Möglichkeiten des Abschaltens und Verarbeitens zu finden. Außerdem wurden alle ukrainischen Jugendlichen mit Leih-Tablets der Schule ausgestattet, um auch dem digitalen Fernunterricht aus ihrer Heimat folgen zu können. „Wir hoffen, den geflüchteten Kindern und Jugendlichen mit unserem integrativen Konzept helfen zu können, sowohl im sozialen, als auch im schulischen Bereich. Ergänzend gibt es Angebote unserer Sozial-AG und, ganz wichtig, die Sprachförderung“, fassen als Schulleitung Kristine Lehmann und Bernd Krauß das Konzept hinter den Integrationsangeboten am Franziskus Gymnasium zusammen.

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