Von gepflegten Grünanlagen bis „Klein Manhattan“

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Mutlangen erarbeitet ein Gemeindeentwicklungskonzept.
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Diskussion um das Entwicklungskonzept Mutlangen 2040 zeigt die große Vielfalt auf.

Mutlangen. Wer hat schon Lust am herrlichen Sommerabend das Hirn zu strapazieren und sich die Gemeindeentwicklung bis ins Jahr 2040 vorzustellen? Leider nicht viele Mutlanger waren dem Aufruf zur „Bürgerwerkstatt“ gefolgt. Die tapferen Mitglieder des Gemeinderats und der Verwaltung waren deshalb fast unter sich, als es um Anregungen für das wichtige Konzept ging.

Wichtig? Das ist diese Anstrengung allemal, wie Bürgermeisterin Stephanie Eßwein in ihrer Eröffnung deutlich macht. Denn einerseits ist das Konzept ein roter Faden, die Orientierung, wenn künftig Entscheidungen anstehen. Und andererseits ist es Grundlage dafür, dass Mutlangen für seine Vorhaben und Projekte in allen Entwicklungsbereichen künftig Fördermittel beantragen kann.

Ausführlich präsentiert Carsten Stimpel von der Wüstenrot was seit der Datenerhebung sowie aus der Umfrage per Fragebogen und Online-Tool als Maßnahmenkonzept erstellt und im Gemeinderat mehrfach beraten worden ist. Nun gelte es, konkrete Vorhaben zu benennen, zu diskutieren und dann auch umzusetzen, sagt er.

Wohnungsnot und Demografie

Was die Bürgerinnen und Bürger beschäftigt, abseits des Themas Verkehr, für das derzeit ein gesondertes Konzept erarbeitet wird: die Themen Wohnungsnot und Demografie. Da gibt es die einen, die in der Gemeinde einen großen Bedarf an mehr bezahlbaren Wohnraum, vor allem Mietwohnungen sehen. Sie fordern die Planer auf, Konzepte zu präsentieren, mit denen Investoren animiert werden können, diesen Wunsch zu berücksichtigen.

Und dann gibt es die anderen, die auch Raum für Natur inmitten der Siedlungsfläche erhalten wollen, gepflegte Grünanlagen, Oasen der Erholung. Sie kritisieren etwa die verdichtete Bebauung, die in der jüngsten Zeit entstanden oder noch geplant ist, sehen in Mutlangen eine Entwicklung in Richtung „Klein Manhattan“.

Genau das sei der Sinn des Entwicklungskonzepts, schlichtet der Planer: das eine zu tun und das andere nicht zu lassen. Vorab zu überlegen, welche Gebiete in der Gemeinde sich wie entwickeln sollen und das in dem Bewusstsein, dass es „mit der Fläche ist wie mit dem Geld, ich kann es nur einmal ausgeben oder eben überbauen.“

In der weiteren Diskussion geht es auch um Vorkaufsrecht, die Frage, ob die Gemeinde selbst Wohnraum baut, oder die Möglichkeiten, ohne Wachstum den Ist-Zustand zu erhalten. Von der Idee eines „Gesundschrumpfens“ rät der Planer allerdings dringend ab. Die Entwicklung in den neuen Bundesländern habe gezeigt, wie schnell so etwas in einer Abwärtsspirale mündet, deren Verlauf sich nur noch sehr schwer beeinflussen lasse.

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