War es zu hohe Geschwindigkeit?

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Fünf Menschen sind schwer verletzt, die B 298 zwischen Spraitbach und Mutlangen blieb fast sechs Stunden lang gesperrt: Das Bild zeigt die beiden Autos, die im Bereich der Amandusmühle frontal zusammengestoßen sind.
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Das Polizeiauto, das den Frontalzusammenstoß auf der B 298 verursacht hat, war mit Martinshorn und Blaulicht zu einem Einsatz wegen dreier Betrunkener unterwegs.

Mutlangen

In Lebensgefahr ist keiner der fünf Schwerverletzten, die bei dem Frontalzusammenstoß zweiter Autos am Sonntagabend auf der B 298 zwischen Spraitbach und Mutlangen beteiligt waren. Das sagte am Montag Polizeisprecher Bernd Märkle. Zur Ermittlung der Unfallursache ist ein Gutachter eingeschaltet worden.

Der Unfall war am Sonntag gegen 20.40 Uhr passiert, als ein Streifenwagen, der mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs war, in einer Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn geriet. Dort stieß die Mercedes E-Klasse der Beamten mit einem entgegenkommenden VW Tiguan zusammen, in dem eine Familie unterwegs war: Eine 47-Jährige, ein 45-Jähriger und deren 13 Jahre alter Sohn. Die beiden Polizisten aus dem Streifenwagen sind 23 und 24 Jahre alt.

Ein Gutachter ermittelt

Bisher liegt keine Aussage der Unfallbeteiligten vor. „Erst einmal ging es um die ärztliche Versorgung“, sagt Märkle. Erschwerend komme die Sicherheitspolitik der Kliniken wegen des Corona-Virus hinzu: „Es ist extrem schwierig, ins Krankenhaus hineinzukommen.“

Derzeit laufen die Unfallermittlungen, ein Gutachter sei eingeschaltet worden, sagt Märkle. Teil der Untersuchung ist das Auslesen der digitalen Fahrzeugdaten, ein wichtiger Punkt der Ermittlungen die Geschwindigkeit, mit der das Polizeiauto unterwegs war. „Das könnte eine Unfallursache sein“, sagt Märkle, aber das sei derzeit „nicht spruchreif“.

Anzeige gegen Beamte?

Polizeibeamte, die mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs sind, dürfen im Grundsatz zwar schneller fahren als erlaubt, aber nur, wenn niemand gefährdet wird. Die Unfallermittlung laufe auch in diesem Fall wie gewohnt ab, versichert Märkle. Das heißt: Es wird ermittelt wie bei jedem anderen Unfall; wenn ein Verschulden der Polizisten angenommen wird, „bekommen sie dementsprechend eine Anzeige“.

Der Unfall ist auf tragische Weise mit einem anderen Polizeieinsatz vom Sonntagabend verknüpft: Die Beamten vom Revier Schwäbisch Gmünd, deren Streifenwagen den Zusammenstoß verursachte, waren auf dem Weg nach Alfdorf, um zwei Kollegen zu helfen, die um dringende Unterstützung ersucht hatten. Dort leistete einer von drei Betrunkene Widerstand gegen die Polizisten. Die drei Männer im Alter von 25, 28 und 29 Jahren waren zwischen Pfahlbronn und Alfdorf unterwegs gewesen und hatten dabei Leitpfosten an der Straße herausgerissen. Zeugen alarmierten die Polizei.

Aggressiver Betrunkener

Einer der Männer war mit einem Pedelec unterwegs, weshalb die Polizisten die Entnahme einer Blutprobe anordneten. Der 29-Jährige reagierte aggressiv und weigerte sich mitzukommen. Erst als später eine andere Polizeistreife eintraf, konnten dem Mann unter heftiger Gegenwehr Handschellen angelegt werden.

Die Unfallstrecke auf der B 298, zwischen den Abzweigungen nach Durlangen und in Richtung Pfersbach gelegen, blieb bis kurz nach 2 Uhr gesperrt. Es war die Feuerwehr mit 38 Einsatzkräften vor Ort, außerdem fünf Rettungswagen, drei Notarztwagen und zwei Rettungshubschrauber.

Geschwindigkeit könnte eine Ursache sein.“

Bernd Märkle,, Polizeisprecher

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