Wenn der Duschkopf zum Mikro wird

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Der SingBus der Chorjugend machte Station auf dem Lammplatz. Und die „Ohrwürmer“ sangen dazu.
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Die „Ohrwürmer“ begeisterten am Sonntag auf dem Lammplatz. Der SingBus der Deutschen Chorjugend machte Station.

Mutlangen

Ein außergewöhnliches Fahrzeug parkte am Sonntag auf dem Lammplatz in Mutlangen. Es handelte sich um einen 8,5-Tonner mit ungewöhnlicher Beladung. Etwa einer Bühne, auf der sich als Glanzlicht an diesem Tag der Kinderchor „Ohrwürmer“ der evangelischen Kirchengemeinde Lindach-Mutlangen präsentierte.

Dessen Leiterin Christine Maihöfer-Baur ist es auch zu verdanken, dass das Gefährt der Deutschen Chorjugend Mutlangen als eine seiner fünf Stationen im Land auserkoren hat. Denn durch ihre Bewerbung fühlten sich die Organisatoren des SingBus der Deutschen Chorjugend angesprochen, auf ihrer Tour durch die Republik auf dem Lammplatz Station zu machen. Der SingBus reist durch alle Bundesländer, um im Rahmen des Programms „Kinderchorland – in jedem Ort ein Kinderchor“ an 70 Orten die Gründung oder die Arbeit von Kinderchören in den Regionen zu unterstützen und voran zu bringen. Und so wurden die „Ohrwürmer“ unter anderem ausgewählt. „Wir wollen den ländlichen Raum stärken“, betonte Tourmanagerin Alina Gehlen.

„Für Kinder ist es wichtig, dass sie singen und lachen können. Einfach großartig, was sich die Chorjugend mit diesem SingBus einfallen lassen hat“, stellte Bürgermeisterin Stephanie Eßwein begeistert fest. Und freute sich einmal mehr darüber, dass der Lammplatz als „toller Platz“, wie es die Tourmanagerin beschrieb, herausstellte.

Pfarrerin Eleonore Härter strahlte übers ganze Gesicht, als die „Ohrwürmer“ das Publikum zum Mitklatschen animierten. „Singen kann jeder“, ist sich die Theologin sicher. Auch wenn sie einräumte, dass sie selbst jahrelang als Kind nicht mehr gesungen hatte, nachdem sie vor der Klasse als Schülerin sang – und eine schlechte Zensur dafür bekam. „Es geht nicht darum, ob man gut oder schlecht singt. Es geht ums Singen selbst. Und in der Gemeinschaft macht es umso mehr Spaß.“

Voll dabei

“Tolle Veranstaltung“, sparte Lindachs Ortvorsteher Klaus-Peter Funk nicht mit Lob. „Die Kinder sind voll dabei“, beobachtete er den singenden Nachwuchs auf der Bühne, der mit einer Choreografie zu dem Lied „Das alles bist Du „ begeisterte.

Durch den plötzlich einsetzenden Regen wurde das auf 15 Uhr angesetzte kleine Konzert der „Ohrwürmer“ kurzerhand vorverlegt. „Da muss man eben flexibel sein“, zuckte Leiterin Christine Maihöfer-Baur mit den Schultern. Allgemein betrachtet stellte sie fest: „Das hat sich wirklich gelohnt.“ Sie nutzte den Auftritt auch gleich, um für einen neuen Chor zu werben. Denn ein „Känguru-Chor“ soll im Herbst ins Leben gerufen werden. Kinder bis fünf Jahre sollen in Begleitung eines Erwachsenen die Chorwelt und Kinderlieder selbst erfahren dürfen. „Mir hat einfach ein Angebot für dieses Alter gefehlt“, erklärt sie ihre Ambition. Und in Pfarrerin Eleonore Härter hat sie eine Mitstreiterin gefunden. „So können die Kinder in die Welt der Musik und Lieder behütet eintauchen und reinwachsen“, beschreibt Maihöfer-Baur.

Das vierköpfige Team des SingBus gab am Sonntag Impulse und Informationen zur Chormusik. Die Themen Stimme und Singen wurden in einer Ausstellung aufgegriffen. Man konnte mit Soundchips agieren und sich in die Welt der Klänge und Harmonie aufmachen. Hinzu gesellt sich unter anderem noch eine umgebaute Duschkabine, wo der Duschkopf zum Mikrofon wurde. Und sich zum Renner der Ausstellung auf dem Lammplatz mauserte.

Es geht nicht darum, ob man gut oder schlecht singt.“

Eleonore Härter,, Pfarrerin

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