Wo jede Klassenstufe in ihrem „Wohnraum“ lernt

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Dort, wo es die Aula geben soll, trifft sich der Gemeinderat.
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Mutlanger bringen Sanierung der Hornbergschule auf den Weg. Kostenschätzung lässt schlucken.

Mutlangen. Was lange währt, wird endlich gut, weiß der Volksmund. Mit seiner Zustimmung zum Einstieg in die Sanierung der Hornbergschule hat der Gemeinderat am Abend den Prozess in Gang gesetzt, der genau dies bedeuten könnte. Architekt Tilo Nitsche, Schulleiter Alexander Richling und Hans-Peter Brenner vom Bauamt der Gemeinde präsentierten zunächst vor Ort und später in der Sitzung das komplett neue Schulkonzept, das aus einer in die Jahre gekommenen Flurschule eine modern ausgerichtete Wohnraumschule mache. Baulich und pädagogisch.

Seit 2018 habe man in vielen Arbeitsgruppen mit allen Beteiligten daran gefeilt, hatte Bürgermeisterin Stephanie Eßwein zuvor erinnert. Und lauschte dann den Umbauplänen - wonach das Haus 1 der Hornbergschule vor der Treppe eine Aula erhält samt einem größeren Raum für Theater und Musikaufführungen - ergänzt um eine Theaterwerkstatt, IT- und AG-Raum, ein Medienlabor und einen Aufzug, über den alle drei Gebäude barrierefrei erreicht werden können. Denn die drei Häuser der Hornbergschule sind später in den oberen Geschossen mit geschlossenen Stegen verbunden. Und die Klosterbergschule zieht nach dieser Planung ins Haus 1 um. Die Küche wandert dagegen von dort ins Haus 3, nahe der Mensa.

Dort, in Haus 3, sind später auch alle Fachräume untergebracht. Für die Klassenstufen dagegen werden so genannte Cluster gebildet. Diese fassen drei oder vier Klassenzimmer, einen offenen Lernbereich, einen Raum zur Differenzierung, eine kleine Toilettenanlage und einen Lehrerstützpunkt zu einer Einheit zusammen. „Dort, wo wir das besichtigt haben, gab es nicht mal Türen - die Stimmung wirkte ganz anders, viel ruhiger, als in einer normalen Schule“, schwärmt Tilo Nitsche. Auch die Pädagogen hätten das bestätigt.

Für die Planer, die so wenig wie möglich in die bestehende Bausubstanz eingreifen sowie bei der energetischen Sanierung CO2-Neutralität erreichen und über Fotovoltaik sogar regenerative Energie gewinnen wollen, ergeben sich aus diesem pädagogischen Konzept zum Beispiel für die Lüftung weit bessere Möglichkeiten als bei einer herkömmlichen Flurschule.

Was die Mitglieder des Mutlanger Gremiums hörbar schlucken lässt, ist die Kostenschätzung. Tilo Nitsche geht inklusive der aktuell 30 Prozent Preissteigerung von 13,9 Millionen Euro Gesamtkosten aus. Kämmerer Friedrich Lange kommt über einen anderen Berechnungsschlüssel sogar auf 18,4 Millionen Euro. Blieben bei geschätzten 8,3 Millionen Euro Zuschüssen noch 10 Millionen an der Gemeinde hängen. Das sind rund 3,7 Millionen Euro mehr, als im Haushalt kalkuliert, räumt Lange ein. Ist aber zuversichtlich, dass „noch sehr viel Luft zum Sparen“ enthalten sei. Mit seiner Zustimmung gibt der Gemeinderat bei einer Enthaltung den Weg frei für eine nun detaillierte Kostenberechnung und die Ausarbeitung der exakten Pläne für Verhandlungen mit den Zuschussgebern. Anke Schwörer-Haag

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