Neugestaltung bis Mitte Juni fertig

  • Weitere
    schließen
+
Die Sanierungsarbeiten auf dem Friedhof sind auf der Zielgeraden: (v.l.) Bürgermeister Ralph Leischner, Planer Bernhard Lange und Bauleiter Niclas Krutwig von der Firma Schiessle am Urnengrabhügel, der jetzt in Kreuzform gestaltet ist.

Rund eine Million Euro werden seit Beginn der Arbeiten 2019 in neue Wege, Wirtschaftsgebäude und für neue Bestattungsarten auf dem Leinzeller Friedhof investiert.

Leinzell

Vieles ist nun neu gestaltet und beweist: Was auf Leinzeller Friedhof entstanden ist, war die Mühe wert. Findet nicht nur Bürgermeister Ralph Leischner. Er ist froh, dass die rund eine Million Euro teuren Umgestaltungs- und Sanierungsarbeiten nun auf der Zielgeraden ankommen. „Bis Mitte Juni ist alles fertig“, kündigte Planer Bernhard Lange bei einem Termin vor Ort an. „Das ist wichtig, denn wir müssen mit dem Bau des Regenüberlaufs starten“, erklärt der Bürgermeister. Die Hochwasserschutzmaßnahme wird in unmittelbarer Nähe des Friedhofs angelegt – eine Pflichtaufgabe und Vorgabe des Landratsamts. Die lässt sich logistisch erst nach der Friedhofsumgestaltung bewältigen. Zudem müssen Baufristen eingehalten werden, damit die Zuschüsse pünktlich abgerechnet werden können.

Eine letzte große Aufgabe steht auf dem Friedhof allerdings noch an. Die denkmalgeschützte Mauer ist an vielen Stellen rissig, Steine sind locker oder müssen ganz ausgetauscht werden. Zudem, so Planer Lange, müssen Fugen neu verfüllt werden. Allein diese Sanierung kostet 130 000 Euro. Sie werde aber immerhin mit 30 000 Euro aus dem Fördertopf für Kultur- und Denkmalpflege unterstützt, informierte der Bürgermeister. Rund eine Million Euro wird in die Sanierung der Wege und unter anderem in neue Bestattungsarten investiert. Jetzt präsentiert sich auch der neue Urnengrabhügel in Kreuzform.

Vorbei ist auch die Zeit der holprigen Wege oder fehlenden barrierefreien Toiletten. Auch am maroden Kreuz muss sich ab Mitte Juni niemand mehr stören. All das ist seit Anfang November 2019 in mehreren Bauabschnitten hergerichtet worden.

Sehr längerem befasste sich der Gemeinderat mit der dringend nötigen Umgestaltung. Doch erst nachdem ein Vertrag mit der katholischen Kirche es ermöglicht, dass die bürgerliche Gemeinde den Friedhof nun verwaltet, konnte auch ein Zuschussantrag gestellt werden. So gab es denn aus dem Topf für finanzschwache Kommunen, dem Ausgleichstock, schließlich einen Zuschuss von 380 000 Euro. „Eigentlich hatten wir über eine halbe Million Euro beantragt“, bedauert Leischner, dass somit der Eigenanteil an den Investitionen auf über eine halbe Million Euro steigt. Aber „der Friedhof ist eine Pflichtaufgabe“.

113 000 Euro wurden auch in die Umgestaltung des Wirtschaftsgebäudes an der Aussegnungshalle investiert. Vergangenes Jahr im Juli erfolgte ein Teilabriss. Ein kompletter Neubau hätte 300 000 Euro verschlungen. Zu viel für die Gemeindekasse. In zwei nicht mehr benötigten Räumen für Särge – es gibt inzwischen fast 90 Prozent Urnenbestattungen – wurden Toiletten, ein Lagerraum und ein Personalraum eingebaut. Die Arbeiten sind im Prinzip abgeschlossen. „Jetzt fehlen nur noch die Dachrinne und einige weitere Restarbeiten“, sagt Leischner.

Das Kreuz wird noch restauriert

Ein Hingucker ist der neue Platz vor dem Kriegerdenkmal. An Heimatvertriebene wird hier unter anderem erinnert. Ein neuer Pflasterweg führt zudem vom Eingang bis zum anderen Ende des Friedhofs. Fertig installiert sind die fünf Brunnen. Und die neue Zaunanlage im hinteren, nord- östlichen Bereich steht. Ein Teil der Hauptwege wurde mit neuem Unterboden und Pflasterung sowie neuen Versorgungsleitungen und Rabatten versehen. Der Sockel des großen Kreuzes in der Mitte des Friedhofs fertig, das Kreuz selbst wird noch in Kürze restauriert.

Weiter, wurde der Containerstandort verlegt“, freut sich Leischner. Jetzt gibt’s zeitgemäß versenkbare Muldencontainer. Inklusive neuer Wegen dorthin, die eine optimale Bewirtschaftung ermöglicht. Dadurch gewinne auch die Optik am Seiteneingang des Friedhofs, finden die Planer.

Beide Friedhofzugänge im vorderen Bereich, einer davon barrierefrei, bleiben erhalten, ein kleiner Platz mit runder Sitzbank entlang der Mauer im vorderen Bereich, bei den Eingängen, ist angelegt. Jetzt fehlt nur noch das Holz als Auflage für die Bank zum Verweilen. So entstand ein kleiner Kommunikationspunkt.

Urnenstelen erweitert

Neben dem neuen Urnenhügel in Kreuzform werden noch Rasengräber für Erdbestattungen sowie rund 30 Urnenerdgräber entlang des Zaunes angelegt. Und es gibt noch 26 Urnenkammern durch eine Erweiterung der Urnenstelen.

Der Friedhof ist eine Pflichtaufgabe.“

Ralf Leischner,
Auch Orte zum Verweilen gibt es auf dem neuen Friedhof.
Die Sanierung der historischen Mauer ist besonders aufwendig.

Zurück zur Übersicht: Schwäbischer Wald

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL