Der Radweg-Kompromiss liegt nun vor

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Die Kompromissplanung sieht nun doch vor, dass der Radweg am Böschungsfuß der B 19 entlanggeführt wird. Die beiden Brücken sollen aber trotzdem gebaut werden, weil im Bereich der Algishofer Mühle (links) und kurz vor Fach (rechts oben) Straße und Fluss so nah zusammenliegen, dass dort kein Radweg gebaut werden könne. Grafik: ca
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Wie die Anregungen aus dem Krisengespräch zum Lückenschluss am Kochertalradweg umgesetzt wurden und warum Bürgermeister und Gemeinderat es jetzt gut sein lassen wollen.

Obergröningen-Fach

Eine Ideallösung gibt es nicht, nur einen Kompromiss. Das ist im August vor fast zwei Jahren das Ergebnis gewesen, als sich in Fach ein Krisengespräch am runden Tisch zum Lückenschluss des Radwegs im Kochertal auseinandergesetzt hatte. 18 Monate später steht Bürgermeister Jochen König auf der Anhöhe, blickt aus Richtung Obergröningen über die überschwemmten Wiesen im Tal und stellt fest: "Der Kompromiss ist gefunden. Wir als Gemeinde haben im Gemeinderat beschlossen, dass wir es damit gut sein lassen und dass wir kein Geld mehr ausgeben."

König hofft nun irgendwie, dass die direkten Anwohner und die Grundstückseigentümer mittragen, was in Kooperation mit dem Regierungspräsidium als Lösung des seit Jahren schwelenden Problems ausgearbeitet wurde. Denn nicht zuletzt die vielen verärgerten Anrufe und Beschwerden von Radfahrern, die vor allem auf dem im Coronajahr extrem stark genutzten Radweg zwischen Abtsgmünd und Untergröningen Erholung, Entspannung und Abwechslung suchten, machten deutlich, wie dringend dieser Lückenschluss ist, sagt König.

Was jetzt als Kompromiss ausgearbeitet wurde? Der vom Regierungspräsidium quer durch die Wiesen geplante Radweg soll nun ein Stück weit doch parallel zur Bundesstraße an den Rand der B 19-Böschung verlegt. Allerdings nicht komplett, so wie es sich die Bauern und Anwohner wünschen würden. An der Algishofer Mühle und direkt vor Fach ist aus Sicht der Planer zwischen Straße und Fluss zu wenig Platz.

"Unsere Argumente wurden gehört, dass es schlecht für den Radweg ist, wenn er mehrmals im Jahr überschwemmt wird", sagt der Bürgermeister mit Blick auf die nun verschonten Kocherauen. Auch die von Jürgen Wannags entdeckten Biberburgen und Eisvogelbrutstätten hätten dazu geführt, dass der sensible Bereich am Fluss nun geschont wird.

Unsere Argumente wurden gehört.

Jochen König, Bürgermeister

Dass die beiden Radwegbrücken trotzdem gebaut werden, weil an der Algishofer Mühle und an der Abzweigung nach Fach, wo jeweils Fluss und Straße sehr nahe beieinander liegen, nicht in die Natur eingegriffen werden soll, müsse man wohl akzeptieren.

Für die Bewohner der beiden Weiler ist das nicht wirklich zufriedenstellend, weil die Neubauten aus ihrer Sicht den Flusslauf stören. Aber auch, weil Fach und Algishofen nur über historisch wertvolle, überdachte Holzbrücken erreicht werden können. Die Begegnung von Auto und Radfahrer in diesen Brücken halte sie für extrem gefährlich, sagt eine Anwohnerin. Denn meist hätten die Zweiradfahrer ein enormes Tempo drauf und der Autofahrer kaum eine Möglichkeit, die Situation gut zu erkennen. Geschweige denn, auszuweichen. Auch, dass der mittlerweile doch beträchtliche Strom der Radfahrer nun von der Straße weg durch die engen Siedlungen geführt wird, halten die Anwohner für ungünstig.

Bürgermeister Jochen König hofft, dass die vom RP zugesagte und coronabedingt bislang nicht mögliche Bürgerinformation nun bald sein wird und dass dann endlich auch gebaut werden könne.

"Da sieht man, wie recht wir hatten", sagt Bürgermeister Jochen König und zeigt auf die überschwemmten Wiesen im Kochertal, durch die sich der Radweg hätte schlängeln sollen.

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