Von Stammtischliga bis Heimatfilm

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Das Projektteam für den Heimatfilm (v.l.): Joachim Eßwein, Karsten Kühn, Pfarrerin Florentine Wolter, Thomas Schwarz, Paul Aubele, Norbert Pfeuffer, Gerhard Berti, Helmut Gaiser, Rosemarie Aubele.
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Fast 45 Jahre lang prägen Rosemarie und Paul Aubele das Leben in der Gemeinde mit. Was ihnen am Leben in Obergröningen besonders gefällt und wofür sie sich gerne einsetzen.

Obergröningen

Für Rosemarie ist es Heimat. Sie ist im Dorf geboren, hat fast immer hier gelebt und sich immer engagiert. Für Paul ist Obergröningen inzwischen so sehr zum Lebensgefühl geworden, dass die meisten gar nicht mehr wissen, dass er ursprünglich aus Waldstetten kommt. Ganz sicher, wird jeder Außenstehende sofort denken, liegt das am Engagement und der Kreativität, die Rosemarie und Paul Aubele schon immer ausgezeichnet hat.

Beide sprühen vor Temperament - bis heute. Beide sind sofort zur Stelle, wenn in Obergröningen eine helfende Hand gebraucht wird oder auch, wenn es ums Durchhaltevermögen geht. Das hat Rosemarie Aubele zum Beispiel bewiesen, als sie nach der Gründung des FC Traktor das Frauenturnen übernommen geleitet und viele Jahrzehnte geleitet hat. Oder bei den unzähligen Festen, für die sie gebacken, gekocht und sich in der Organisation eingesetzt hat. Ihre lustige Sketche haben viele Veranstaltungen bereichert. Sie hat das Dorfleben mitgestaltet.

Natürlich waren Rosemarie und Paul Aubele dabei, als 1978 der FC Traktor als Verein aus der Taufe gehoben wurde. Bürgermeister Helmut Hägele - „ein besonnener Mann, der nicht gefragt, sondern gemacht hat“, sagt Paul Aubele - hat den Freizeitkickern ein Gelände in Richtung Hohenstadt zur Verfügung gestellt. Schnell hatte Obergröningen in der 1. Stammtischliga Schwäbisch Gmünd einen glänzenden Ruf. Gottfried Scherrenbacher, Wilfried und Hans-Jürgen Dieterich waren Namen vor der offiziellen e.V.-Gründung mit dem Vorsitzenden Dieter Breuer. Geselligkeit und Sport, bei dem der Spaß im Vordergrund steht, prägte das Vereinsleben über Generationen und brachte vom Volleyball bis Zumba-Fitness, vom Traktor-Ziehen bis Duathlon oder Völkerball viele Sportarten in die kleinste Gemeinde des Ostalbkreises.

Aus dem FC wuchsen weitere Gruppen wie etwa die Obergröninger Klammhoga-Hexa, die den Bürgermeistern im Ort und im benachbarten Eschach bislang noch an jeder Weiberfasnet den Schneid abgekauft und dabei auch unangenehme Dauerbrenner wie etwa den fehlenden Radweg an der B 19 zwischen Fach und Algishofen angeprangert haben. Braucht nicht erwähnt werden, dass Rosemarie Aubele seit der Gründung mitmischt bei dieser wilden Schar.

Und dann gab es da zum Beispiel auch das Großprojekt „Heimatfilm“, das Paul Aubele mit Helmut Gaiser, Joachim Eßwein, Norbert Pfeuffer und anderen angepackt hat. Mehr als zwei Jahre lang wurde recherchiert und gewerkelt. Thomas Schwarz hat sein technisches Können beigesteuert und die Historie um einen Blick auf Obergröningen aus der Vogelperspektive erweitert - und am Ende hatten alle Grund, sich zu freuen: Die vielen Besucher, die in die Gemeindehalle zur Premiere gekommen und dort von einem Team rund um Rosemarie Aubele verköstigt worden waren. Die Kirchengemeinde mit Pfarrerin Florentine Wolter an der Spitze, die 7244 Euro für Sanierung der Nikolauskirche bekam, und die Macher, denen ein besonderes Werk gelungen ist, das zusammen mit der alten Ortschronik Obergröningen von Albert Schymura der Nachwelt überliefert, wie die Menschen in der kleinsten Gemeinde im Ostalbkreis leben und lebten. „Es sind nicht große und viele Höhepunkte“, beschreibt Rosemarie Aubele den Alltag hier - „aber ein gutes und lebenswertes Miteinander“.

Bekannter Kopf

So taucht der Obergröninger Herbert Schleicher nur einmal im Jahr beim Bürgermeister auf. Dafür liest er diesem dann gründlich die Leviten – und prangert so manche Fehlentscheidung an. Dann ist Schleicher nämlich Herbert, „der Teuflische“. Und stets umringt von wilden „Klammhoga-Hexa“, mit denen er in der Faschingszeit in der Region sein Unwesen treibt. Ihm entgeht nichts und er legt süffisant Finger in jede offene Wunde.

Instagram-Fotomotiv

Als Archebrücken werden hölzerne, frei über den Fluss gespannte Brücken bezeichnet. Sie sind zum Schutz gegen Witterung überdacht und seitlich mit Holz verschalt. Die Archebrücke am Obergröninger Teilort Fach wurde 1886 von Zimmermeister Unfried und Maurermeister Eichele aus Untergröningen im Auftrag der Gemeinde gebaut. Hundert Jahre später wurde sie für 600 000 Mark um eine tragfähigere Konstruktion ergänzt, das Holzdach blieb.

Schon gewusst?

Das wissen die meisten noch: Algishofen und Fach, im Tal am Kocher, gehören zu Obergröningen. Dass die Gemeinde aber, quasi auf der anderen Seite der B 19, auch noch Markungsfläche hat und nicht alles zu Untergröningen und damit seit der Kreisreform von 1972 zu Abtsgmünd gehört, das wissen die wenigsten. Der Vordere Rötenbach und noch etliche Hektar den Berg hinauf in Richtung Untergröningen, genannt Wahlenhalden, zählen zu Obergröningen.

Es herrscht hier ein gutes und lebenswertes Miteinander.“

Rosemarie Aubele
Herbert der Teuflische
Die Holzbrücke bei Fach
Obergröninger Teilort Vorderer Rötenberg

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