Wo samstags alle mit anpacken

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Arbeitseinsatz am Spielplatz beim Feuersee in Obergröningen. Väter und Opas sind fleißig am Werk für die Sprösslinge.
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Obergröningen

Es ist neun Uhr an diesem Samstagmorgen in Obergröningen. In der, mit ihren rund 450 Einwohnern, kleinsten Kommune im Ostalbkreis ist es noch sehr ruhig. Nur beim Feuersee entdeckt der Spaziergänger bereits geschäftige Tätigkeit. Immer mehr Autos parken ein. Dazu ein Traktor. Eine Gruppe Menschen steht zusammen, bespricht sich kurz - um dann zu Schaufel, Schubkarren oder Spitzhacke zu greifen. Mittendrin Bürgermeister Jochen König.

Aber es geht hier offensichtlich nicht um Verwaltungsdinge. Denn statt des üblichen Anzugs trägt auch der Schultes Kleidung, die auf „grobe“ Arbeiten schließen lässt.

Genau darum geht es: „Wir kümmern uns jetzt um das Vlies“, kündigen vier Männer an. Und packen kräftig zu, um die angesprochene Trennschicht auf die geschotterte Fläche zu legen. Diese wird, wenn sie richtig liegt, mit speziellen Hackschnitzeln ausgefüllt. „Als Fallschutz“, erklärt der Bürgermeister. Und der wird wiederum von anderen Männern herbeigefahren.

Klarer Fall, ein ernsthafter Arbeitseinsatz steht auf der Agenda an diesem Samstagmorgen. Es ist schon der siebte dieser Art, den die ehrenamtlichen Arbeiter investieren. Und es wird wohl der letzte sein für das gemeinsame Projekt.

Um was es geht? Dem Spielplatz wird neues Leben eingehaucht. Die alte Reckanlage ist längst demontiert. Jetzt präsentiert sich ein großes, multifunktionales Spielgerät. Daran kann man klettern, hochsteigen und vieles mehr. Daneben steht ein Turm, der ebenfalls zum Klettern einlädt. „Ja, es wurde Zeit“, sind sich die Mannen einig. Es sind allesamt Väter oder Opas, die für ihre Kinder einen neuen Spielplatz schaffen. Mit viel Elan und Muskelkraft.

„Zwei Jahre lang haben wir gespart, jetzt können wir das Projekt realisieren“, freut sich Jochen König. „Unser Betonmann“, ruft ein Mann rüber und erzählt grinsend, dass der Bürgermeister sich um die Betonmaschine kümmerte. „Mischte“ also kräftig mit bei der Arbeit.

Beton war nötig, denn alle Fundamente mussten neu gegossen werden. Bevor dies möglich war, stand allerdings eine Menge Handarbeit an. Ursprünglich habe man die ganze Fläche ausbaggern wollen. Doch der steinige Untergrund und der Lehm machten diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. „Alles Muskelkraft am Spaten“, erklären die Väter nicht ohne Stolz. Anders hätte man die Fläche inklusive der Fundamente nicht erstellen können.

Jetzt ist nur noch Fein-Tuning nötig. Die Bereiche um die Spielgeräte werden mit Hackschnitzeln aufgefüllt. Schließlich müssen alle TÜV-Normen erfüllt werden, damit die Sicherheit gewährleistet ist. „10 000 Euro hatten wir für die Spielgeräte im Etat bereitgestellt. 11 600 Euro haben sie aber gekostet“, stellt Jochen König fest und ist froh über die spontane „Rettung“ durch Raiffeisenbank Mutlangen.

Und so dauert es nun nicht mehr lange, bis der Obergröninger Nachwuchs seinen neuen Spielplatz beim Feuersee in Besitz nehmen kann. Mancher hat selbst mit Hand angelegt. Auch der Spross der Familie Heinz, Landwirte, die ihre Gerätschaften zur Verfügung stellten. „Gold wert“ waren Seilwinde und Schlepper beim Einsatz.

Es hat sich gelohnt. Ein Paradies für Kinder ist entstanden. Lediglich die Spielgeräte mussten gekauft werden, die Arbeitskraft stellten die Väter und Opas aus Obergröningen. „Und die Mütter und Omas haben fürs Vesper gesorgt“, beschreibt König das gute Zusammenspiel. „Das ist typisch für Obergröningen“, ist er begeistert vom Einsatz aus der Bürgerschaft.

So etwas ist typisch für Obergröningen.“

Jochen König,, Bürgermeister

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