Ohne Gas müssten Rathaus und Schule schließen

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Aufmerksam lauschen die vielen Gäste ihrem Bürgermeister Stefan Jenninger bei der Bürgerversammlung in der Gemeindehalle.
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Was Bürgermeister Stefan Jenninger den Schechingern bei der Einwohnerversammlung berichtet.

Schechingen. Klare Ansage, nüchterne Fakten. Obwohl Bürgermeister Stefan Jenninger ein strammes Programm mit über 14 Punkten vorbereitet hatte, ist die sehr gut besuchte Bürgerversammlung in der Gemeindehalle nach etwas mehr als einer Stunde vorbei.

Was die Schechinger nach dem Vortrag noch wissen wollen? Kleinigkeiten. Etwa ob es einen „Notfallplan“ für den Freibadkiosk gibt, der krankheitsbedingt zurzeit nicht ständig geöffnet hat. Die Fragerunde offenbart, dass eine Initiative die Aktivitäten der Jugendlichen koordinieren will. Fabian Sachsenmaier ruft alle Interessierten auf, sich zum Mitmachen zu melden. Angesprochen wird schließlich, wie Eigentümer an die Informationen kommen können, die für die neue Grundsteuer gefordert sind. Was das Alter des Hauses betrifft, gebe es womöglich Akten beim Rathaus, antwortet der Bürgermeister. Und Infos zum Bodenrichtwert finde man auf der Homepage der Gemeinde.

Mit dem Organigramm der „schlanken Gemeindeverwaltung“ hatte Stefan Jenninger seine Ausführungen begonnen. Dazu auch den Neubau des Gemeindeverwaltungsverbands gezeigt, der noch vor den Sommerferien bezogen werde. Auch dass für eine der beiden Bundesfreiwilligendienst-Stellen an der Schule noch eine Bewerbung möglich ist, erfuhren die Schechinger. Und dass für den rund 900 000 Euro teuren Um- und Ausbau des Feuerwehrhauses die Förderzusagen in Kürze erhofft werden.

Neue Häuser und Wohnungen

Die Baugebiete Nördlicher Schlossgarten und Harget werden die letzten außerörtlichen Erschließungen sein, die genehmigt werden, stellte Stefan Jenninger klar. Künftig sei wohl nur noch eine innerörtliche Entwicklung möglich. Deshalb habe die Gemeinde das Areal Brühlgärten erworben. Darüber hinaus stehe das Mehrfamilienhaus mit acht Wohneinheiten in der Hauptstraße in den Startlöchern. Der Umbau des Afrika zu 14 Mietwohnungen könne nach anfänglichen Problemen mit der Statik und dem Brandschutz wohl zu Beginn 2023 starten. Auf dem ehemaligen Festareal im Schlossgarten wird die Kreisbau 23 Wohneinheiten samt Tiefgarage bauen. Anvisierter Beginn sei auch hier das Jahr 2023.

Ab Anfang 2024 dürften im dritten Abschnitt des Gewerbegebiets Kappelfeld die Grundstücke zur Verfügung stehen. Kriterien für die Vergabe seien die Zahl der Arbeitsplätze und die Höhe der Gewerbesteuer, auf die die Gemeinde hoffen kann.

Der Breitbandausbau läuft, stellte der Bürgermeister die Programme weiße und graue Flecken vor. Noch einmal unterstrich er, dass die Eigentümer für den Anschluss ihrer Gebäude nichts bezahlen müssten. Kosten ergeben sich erst, wenn das Internet genutzt wird.

Noch immer sei die Sanierung der Landesstraße L 1158 nach Heuchlingen beim Land nicht im vordringlichen Bedarf gelistet, informierte Stefan Jenninger. Aber für den Lückenschluss des Radwegs nach Holzhausen könnte sich mit der Erschließung des Baugebiets Nördlicher Schlossgarten eine Lösung abzeichnen.

Drastische Einschränkungen

Da die Gemeinde mit ihren öffentlichen Gebäuden im hohen Maß von der Gasversorgung abhängig ist, könnten drastische Einschränkungen anstehen - vom Verzicht auf Warmwasser in der Halle, über die Nachtabschaltung der Heizungen bis hin zur Schließung von Schule, Kindergarten und Rathaus, deutete der Bürgermeister an. Der Gemeinderat diskutiere bereits über Energie-Alternativen.

„Von der Idee, einen Arzt am Ort zu haben, müssen wir uns verabschieden“, bilanziert Stefan Jenninger und erklärt das Modell der ärztlichen Genossenschaft Schwäbischer Wald, die es Medizinern ermöglicht, auf dem Land zu praktizieren, ohne das Risiko einer Selbstständigkeit auf sich nehmen zu müssen.

Ein Laden ohne Personal?

Mit den Lebensmittelautomaten von Florian Schmid im Waaghäusle sei nach der Schließung des Nah und gut - „ein schwerer Schlag“ - derzeit wenigstens ein Notnagel geboten, analysiert Stefan Jenninger. Er sei derzeit außerdem in Kontakt mit zwei Anbietern des Konzepts „Laden ohne Personal“.

Mindestens 3,4 Millionen Euro kostet die Sanierung des Freibads, für die ab Herbst eine Planung erarbeitet wird und man auf eine hohe Förderung hofft. Große Sorgen bereite, dass einer der alten Filter in diesen Tagen den Geist endgültig aufgegeben habe. ⋌Anke Schwörer-Haag

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