Palmbuschen – von bunt bis extravagant

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Warum die Aktiven vom Mutlanger Marktcafé und vom Missionskreis auch in diesem besonderen Jahr fleißig die Sträuße binden und welche Varianten es diesmal gibt.

Mutlangen

Es duftet ganz ungewohnt in St. Stephanus. Frühling statt Kaffeeduft umschmeichelt die Nase. Kräuternote statt Weihnachtsbäckerei-Aroma. Die fleißigen Frauen am großen Tisch sind aber dieselben. Das Team von Marktcafé und vom Missionskreis mit Gertraud Kohr an der Spitze bindet Buchs und Thuja, der in Mutlangen Säfer genannt wird, Palmkätzchen und mit bemalten Eiern verzierte Stäbe zu hübschen Sträußen, den sogenannten Palmbuschen.

Die werden traditionell im Gottesdienst an Palmsonntag geweiht, mit nach Hause genommen und an verschiedenen Orten aufgestellt. Auf dem Feld sollen sie die Ernte schützen, unterm Dach vor Unwetter und Feuer bewahren und im Stall vor Krankheiten. Sie erinnern auch an den Einzug Jesu Christi in Jerusalem, wo das Volk ihm an Palmsonntag zujubelte und Palmzweige ausstreute.

"Ihre" Zweige haben die Mutlanger Frauen diesmal schon vor dem Binden segnen lassen – "wir wissen ja nicht, was dieses Jahr bis dahin alles kommt", sagt Gertraud Kohr mit Blick auf den Palmsonntag vor zwölf Monaten, als coronabedingt alles abgesagt war und über 100 fertige Palmsträuße keine Abnehmer finden durften.

Holunder ist das Symbol für neues Leben.

Gertraud Kohr, Organisationsteam

Trotzdem wollen sich Marktcafé-Team und Missionskreis den Mut nicht nehmen lassen – auch, weil die finanzielle Unterstützung in Simbabwe dringend gebraucht werde. Das Waisenhaus platze aus den Nähten, erzählt Gertraud Kohr. Viele Ehemalige seien ins Haus zurückgekommen, weil sie in Pandemiezeiten keine Arbeit und keinen Ausbildungsplatz fanden. Über 100 Kinder und Jugendliche müssen aktuell versorgt werden.

Ansporn für die engagierte Truppe in Mutlangen, die mit unterschiedlich gearteten Palmbuschen den Käufern und Spendern auch eine Auswahl bieten möchte: Da gibt es die Variante mit schlichtem, aber lustig buntem Kunststoffei oder weißroten Fahnen mit dem Christuszeichen. Dann eine extravagante Version mit aus Holz geschnitzten Palmeseln. Und schließlich aufwendigere Arrangements mit Stoff oder mit russischen Ikonenbildern überzogenen Eiern. Dazu geschnitzte Kreuze aus geschältem Holunder, dem Symbol für neues Leben, wie Gertraud Kohr erzählt – dankbar für die Unterstützung "von unseren Männern" bei den Holzarbeiten und beim Aufräumen.

Info: Die Palmbuschen werden zum Verkauf angeboten am Donnerstag, 25. März, ab 8.30 Uhr auf dem Wochenmarkt beim Marktcaféstand und am Sonntag, 28. März, ab 10.15 Uhr beim Gemeindehaus St. Stephanus vor Beginn des Gottesdienstes. Es gibt verschiedene Palmbuschen zum Preis von 3 Euro, 5 Euro und 6 Euro. Der Erlös ist für das Hilfsprojekt "Waisenhaus Emerald Hill" in Simbabwe bestimmt, das seit vielen Jahren von Marktcaféteam und Missionskreis unterstützt wird.

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Schon nach gut einer Stunde können Rita Reinhardt (l.) und Sigrid Müller Schachteln und Körbe voller Palmbuschen präsentieren. In manche werden auch geschälte Holunderkreuze eingebunden oder rot-weiß gestickte Christusfahnen.

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