Parkcharakter für Friedhöfe

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In der Gschwender Gemeindehalle dreht sich am Donnerstagabend alles um die Friedhofsneugestaltung. Der Wandel in der Bestattungskultur ist spürbar.

Gschwend

Wie stellen sich die Gschwender Bürgerinnen und Bürger die Integrierung neuer Bestattungsarten auf dem Friedhof vor? Und wie stellen sie sich zu den Plänen, die Verwaltung und Gemeinderat aktuell im Blick hat? Dieser Frage wurde am Donnerstagabend in der Gemeindehalle bei einer Bürgerinformation auf den Grund gegangen. Landschaftsarchitekt Andreas Walter aus Westhausen präsentierte die Neugestaltungen für die Friedhöfe in Gschwend und Frickenhofen.

Urnen haben sich etabliert

In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass Urnenbestattung nicht nur ein kurzer Trend ist, sondern sich mittlerweile maßgeblich in der Bestattungskultur etabliert hat. Diesem Wandel will sich auch Gschwend nicht entziehen. Sondern möglichst Flexibilität bei den unterschiedlichsten Bestattungsarten anbieten.

Andreas Walters Präsentationen am Donnerstag zeigten, dass es neben den Angeboten für neue Bestattungsarten auch ganz allgemein um mehr Aufenthaltsqualität für Hinterbliebene beim Grabbesuch geht. Die Anlagen bekommen einen parkähnlichen Charakter.

Hinzu kommt, dass Kriterien wie Barrierefreiheit und leichte Grabpflege gewünscht sind. Doch vor allem die Kommunikation sei auf dem Friedhof im Vordergrund, betonte er. Man trifft sich bei den Wasserstellen, man setzt sich auch schon mal hin, um sich das Neueste aus dem Ort zu erzählen. So zeigten die beiden Planungen für den Friedhof in Gschwend denn auch Begriffe wie Baumhain, Platz und ähnliches auf.

Viel Wert wird neben neuen Bestattungsformen im Angebot auf die Grüngestaltung gelegt. Etwa auch mit Stauden-Mix-Pflanzung als „Farbklecks“. Hier ein Staudenbeet, da neue Bäume, die höheren Sitzbänke, die komfortables Aufstehen ermöglichen. Hinzu kommen die neuen Bestattungsformen. Etwa Rasengräber oder Baumgräber. Bei den Rasengräbern wurde sowohl an Urnen-, als auch an Sargbestattung gedacht.

In der Planung, die für die kommenden Jahrzehnte angelegt ist, zeigte sich auch, dass für Gräber ohne Pflegeaufwand gesorgt ist. Zudem soll Platzgestaltung stattfinden für die Kommunikation. Als die Planung vor sechs Wochen im Gemeinderat vorgestellt wurde, zeigte sich noch eine etwaige Erweiterung des Gschwender Friedhofs in Richtung Westen. Dort sollte der Baumhain entstehen.

Keine Erweiterung

Jetzt allerdings hatte der Planer die damalige Anregung der Gemeinderäte aufgenommen. Was bedeutet, dass der Friedhof in Gschwend nicht erweitert werden muss, sondern alle Neugestaltungen im Bestand vorgenommen werden. Was in der Bürgerrunde sehr positiv aufgenommen wurde. „Das spart Kosten und somit Gebühren“, stellte Bürgermeister Hald zufrieden fest.

Bei der Planung in Frickenhofen wurden die vorhandenen Grünflächen aufgenommen. Daher sind nur gezielte Baumpflanzungen nötig. Auch sollen Bänke gesetzt werden, dass die Aufenthaltsqualität gewinnt. So könnte um das große Kreuz, ein Sitzplatz gestaltet werden. Auch die unterschiedlichen neuen Bestattungsformen, etwa Rasenurnengräber oder Baumgräber sowie Urnenstelen oder auch ein Urnengemeinschaftsfeld, sind nun geplant.

„Wir möchten in Frickenhofen dasselbe Angebot anbieten wie in Gschwend“, betonte Hald. Gemeinderätin Erika Ugele regte an, dass auf jeden Fall ein Urnengemeinschaftsfeld angelegt werden soll.

In der Gschwender Gemeindehalle wurden am Donnerstag die Pläne für die Friedhöfe in Gschwend (Mitte) und Frickenhofen (unten) präsentiert.
(v.li.) Hauptamtsleiterin Elisabeth Wilk, Bürgermeister Christoph Hald, Andreas Walter und Larissa Apprich vom Büro Plan Werk Statt präsentieren Planung des Friedhofs in der Bürgerinformation.

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