Ricarda Lang diskutierte in Mutlangen

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Ricarda Lang traf die Friedensbewegung in Mutlangen. ⋌Foto: pr

Grünen-Chefin diskutiert mit der Friedensbewegung über nukleare Teilhabe und das Sondervermögen.

Mutlangen. Hoher Besuch in der Pressehütte der Mutlanger Friedensbewegung: Die grüne Bundesvorsitzende Ricarda Lang hat ihre Visitenkarte abgegeben.

Nach einem Rundgang in der Pressehütte, dem historischen Ort der Mutlanger Friedensbewegung, folgte ein intensiver politischen Austausch. Themen waren die nukleare Teilhabe Deutschlands, das 100-Milliarden Euro Sondervermögen für die Bundeswehr und Waffenlieferungen in Kriegsgebiete.

Die Vertreter:innen der Mutlanger Friedensvereine äußerten sich sehr besorgt über die geplante Anschaffung der Tornado-Nachfolger für den Atomwaffenstandort in Büchel. Die Regierung möchte wieder atomwaffenfähige Kampfflugzeuge kaufen. Silvia Bopp, Vorsitzende der Friedenswerkstatt, warnte in aller Deutlichkeit vor dem Kauf und der damit einhergehenden nuklearen Modernisierung. Atomare Aufrüstung der NATO sei ein weiterer massiver Eskalationsschritt des Krieges zwischen Russland und der Ukraine.

Volker Nick, Vorsitzender der Friedens- und Begegnungsstätte, wies darauf hin, dass die Kriegsziele der Ukraine, der USA und Deutschlands nicht zusammenpassen. Er erinnerte daran, dass deutsche Entscheidungsträger:innen nach dem Abzug deutscher Truppen aus Afghanistan versprochen hatten, in einer nächsten militärischen Krisensituation zu klären, welches Ziel von Deutschland verfolgt werden soll. Die Friedensbewegten nannten es unverantwortlich, Waffen an die Ukraine zu liefern, ohne die Lieferungen an Bedingungen zu knüpfen, um dieses Ziel klar zu vertreten.

Die Friedensaktivist:innen empfehlen bei solchen Verhandlungen auf das Konzept der Friedenslogik zurückzugreifen. In diesem Sinne sollte alles Handeln an Prozessen der Deeskalation sowie dem Opferschutz ausgerichtet sein. Dafür ist es notwendig, ernsthaft die Konfliktursachen aller Konfliktparteien offen in die Konfliktbearbeitung zu integrieren.

Diesen August reist eine Jugenddelegation der Pressehütte zur UNO nach New York. Unter der Leitung von Nadine Kas, Projektkoordinatorin für internationale Friedensarbeit, besuchen die jungen Aktivist:innen die Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrags.

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