Ruppertshofen: Punktlandung beim Kindergarten-Neubau

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Symbolbild

Betreuungseinrichtung Pfiffikus soll Sprach-KiTa werden. Positive Jahresrechnung 2021.

Ruppertshofen. Seit einem Jahr fühlen sich die Sprösslinge im Kindergarten Pfiffikus in Ruppertshofen pudelwohl. Der Neubau erfüllt alle Kriterien, die eine moderne Betreuungseinrichtung haben sollte. Jetzt will das Erzieherinnenteam um Manuela Stütz noch eins draufsetzen: Eine „Sprach-KiTa“ soll entstehen. Was sich hinter dieser Bezeichnung versteckt, erläuterte Sprachtherapeutin Melissa Nielsen in der Gemeinderatssitzung.

Um es gleich vorab zu nehmen: Sprachtherapie ersetzt keine Logopädie oder eine Sprachheilschule. „Wir unterstützen die Kinder bei der Sprache spielerisch“, sagt Nielsen. Oft gehe es schlicht um Korrektur der Grammatik, ums Stottern oder auch einfach nur ums Mut machen, etwas zu sagen. „Also für Kinder, die sich nicht trauen.“ Bereits jetzt gibt es Sprachförderung im Pfiffikus durch das sogenannte „Kolibri-Programm“. Doch in diesem kommen nur speziell angemeldete Kinder zum Zug, die Defizite haben. Dieses Angebot soll nun ausgeweitet werden. Zumal sich immer mehr zeige, dass die kleinen Kinder Problemstellungen bei der Sprache haben.

In einer Sprach-KiTa steht die Sprache tatsächlich im Vordergrund. Und alle Kinder partizipieren von diesem Angebot. Hierfür bedarf es jedoch einer speziellen Ausbildung aller Erzieherinnen. Und die kostet natürlich Geld. Bürgermeister Peter Kühnl sprach von einer Summe um die 25 000 Euro. Was in etwa einer Halbtagskraft in der KiTa entspricht. „Unser Ziel ist es, alle Erzieherinnen ins Boot zu holen“, warb Kühnl bei den Gemeinderäten. Und traf hier auf offene Ohren. „Das ist sinnvoll“, beschrieb Heinrich Schmid. Einstimmig votierte das Gremium, nun Zuschüsse für dieses Vorhaben zu beantragen.

In Sachen Finanzen gab es zufriedene Gesichter: Zwar liegt die Schlussabrechnung für den Pfiffikus-Neubau noch nicht vor „es fehlt nicht mehr viel“, so Kühnl, aber die Zahlen sind positiv. Denn trotz Corona und Lieferschwierigkeiten konnte die Kostenberechnung fast eingehalten werden. Bei einer Gesamtsumme von 2,9 Millionen Euro sieht Kühnl fast eine „Punktlandung“. Vier Prozent höher werde man wohl abschließen. „Und das Ergebnis spricht für sich und müsste auch die letzten Skeptiker noch überzeugen“, mutmaßte Kühnl. Die Gemeinderäte waren sich einig, dass der Kindergarten noch zur rechten Zeit beauftragt wurde. „Später hätten wir viel mehr bezahlt“, mutmaßten Birgit Maier und Heinz Weller. „Jetzt ist die Freude groß auf den Sonntag und den Tag der offenen Tür im Pfiffikus“, stellte der Schultes fest.

Der Blick auf die Jahresrechnung 2021 erzeugt keine Sorgenfalten auf der Stirn von Kämmerer Andreas Steidle. Im Gegenteil: „Wir haben uns auf der Ertragsseite um 464525 Euro verbessert und Einsparungen von rund 40 000 Euro bei der Aufwandseite“, informierte er zufrieden. Diese positiven Zahlen sind vor allem gestiegenen Steuereinnahmen von rund 203 000 Euro zu verdanken. Beim ordentlichen Ergebnis konnte eine Verbesserung von gut einer halben Million Euro erzielt werden. Positive Grundstücksverkäufe im Baugebiet Erlenäcker III mit 1,18 Millionen Euro sorgen unter anderem dafür, dass der Rücklage insgesamt knapp 1,4 Millionen Euro zugeführt werden können.

Gemeinsam mit den Verwaltungsverbandsgemeinden wie Gschwend hat Ruppertshofen eine kommunale Wärmeplanung bei Thomas Wolter von der Hochschule Aalen in Auftrag gegeben. In einem ersten Schritt lotet der Fachmann aus, wo Optimierungen durch Heizungstausch und Ähnlichem erfolgen können. In einem zweiten Schritt wird ein Ingenieurbüro beauftragt, eine Planung durchzuführen um dann letztlich die Aufträge mittels Ausschreibung an Handwerker zu erteilen. ⋌jan

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