Flüchtlinge im alten Pfiffikusgebäude

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Über die gute Zwischennutzung des alten Kindergartengebäudes freut sich der Bürgermeister.
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Was Bürgermeister Peter Kühnl im Gremium und beim ersten Netzwerktreffen über die Unterbringung in der Gemeinde berichten kann. Weiterer Wohnraum gesucht.

Ruppertshofen

Eine pfiffige Idee für das ehemalige Pfiffikusgebäude liegt dem Istzustand zugrunde, über den Bürgermeister Peter Kühnl in der jüngsten Gemeinderatssitzung und später beim ersten Netzwerktreffen berichten konnte: Insgesamt 23 Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine flüchten mussten, sind mittlerweile in Ruppertshofen untergekommen. Für acht - eine Familie aus der Millionenstadt Charkiw mit vier Kindern und beiden Omas - hat man das aktuell leer stehende alte Kindergartengebäude wieder eingerichtet.

Nach einem Aufruf im Amtsblatt haben die Ruppertshofener dafür Brauchbares gespendet. Etliches haben die Ehrenamtlichen zusammen mit den Bauhofbeschäftigten von einer Haushaltsauflösung auf dem Rehnenhof ergattern können. Inge Kollhoff, die sich besonders eingesetzt habe, hat Seife, Zahnbürsten und weitere wichtige Utensilien erstanden. „Nur in eine Dusche mussten wir investieren“, erzählt der Bürgermeister.

15 weitere Geflüchtete sind in der Gemeinde bei Privatpersonen untergekommen. In einem Fall habe es schon lange vor dem Krieg persönliche Kontakte gegeben, die weiteren seien über die Vermittlungsstelle im Landratsamt nach Ruppertshofen gekommen.

Der Umgang mit bislang ausnahmslos allen geflüchteten Gästen sei sehr angenehm, zieht Peter Kühnl weiter Bilanz der turbulenten Tage. Die größte Barriere, das Sprachproblem, kann die Gemeinde mit Unterstützung von Olga Gerashchenko und Markus Wittmann vom Gögginger Verein Ukraine-Hilfe einigermaßen managen, erzählt der Bürgermeister dankbar. Auch sonst kennen sich die beiden sehr gut aus und konnten die behördlichen Informationen über Krankenkassenanmeldung, Kontoeröffnung, Führerschein und Busverkehr oder auch Arbeitsgelegenheiten optimal ergänzen, lobt Kühnl.

Insgesamt vier kleinere Kinder haben inzwischen Aufnahme im örtlichen Kindergarten gefunden, zwei gehen in die Zenneck-Grundschule. Die größeren Kinder für die die Hornbergschule und das Hans-Baldung-Gymnasium schon anvisiert sind, benötigten aber zuerst einen Sprachkurs. Ebenso wie die Erwachsenen, die viel Unterstützung im Welcome-Center in Schwäbisch Gmünd fänden. Und sich, was den Bürgermeister sehr freut, auch einbringen in die Gemeinde, wenn sie eine Gelegenheit sähen. So haben die acht neuen Bewohner nicht nur die Grünanlagen rund um den alten Pfiffikus gepflegt, sondern gleich noch den Rasen ums Rathaus mit gemäht, erzählt Peter Kühnl anerkennend.

Um die fünf weitere Personen dürften in den nächsten Wochen aus der Ukraine nach Ruppertshofen kommen, schätzt Kühnl. Für zwei bis drei, Bekannte der schon dort Lebenden, gebe es noch Platz im alten Pfiffikusgebäude. Für eine weitere „Einheit“, vermutlich zwei Personen, sucht der Bürgermeister noch Wohnraum und will über einen Aufruf im Amtsblatt den einen oder anderen bewegen, doch noch seine ungenutzte Einliegerwohnung zu melden. Der Mietvertrag laufe über die Gemeinde, die die Geflüchteten formell einweise, beschreibt Kühnl das Verfahren.

Der Umgang mit allen ist sehr angenehm.“

Peter Kühnl,, Bürgermeister

Im Gemeinderat notiert

Ja zur Genossenschaft

Ruppertshofen. Die Gemeinde wird der Hausärztlichen Genossenschaft Schwäbischer Wald beitreten, um an Verbesserungen der medizinischen Versorgung mitzuwirken. Einstimmig befürwortete der Gemeinderat die Einlage von 2000 Euro, hatte aber noch Rückfragen und Anregungen zur Struktur. Diese können aufgenommen oder beantwortet werden, wenn die Genossenschaft an diesem Mittwoch in Abtsgmünd gegründet wird.

Graue Flecken sollen schwinden

Ruppertshofen. Mit dem Einstieg in die Planung von schnellem Internet für die Wohnplätze Jakobsberg, Hofstatt, Haldenhaus oder Hollhof sollen die letzten „grauen Flecken“ in der Gemeinde schwinden. Fördermittel gibt es aus dem gleichnamigen Bundesprogramm. aks

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