Ruppertshofen trotzt dem Trend

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Statt großer Gruppen sind viele Paare auf den schönen Wanderstrecken unterwegs.
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Während deutschlandweit die Veranstaltungen abgesagt werden, freuen sich die Rottal-Wanderfreunde über 500 Teilnehmer. Auch der selbst gemachte Kartoffelsalat lockt.

Ruppertshofen.

Es gab Zeiten, da konnten die Rottal Wanderfreunde bei sich tausende Gäste bei den Internationalen Wandertagen begrüßen. Amerikanische Soldaten aus Schwäbisch Gmünd nahmen ebenfalls teil, erinnert sich Werner Frank. Als Organisator der ersten Stunde ist er trotzdem stolz auf die rund 500 Wanderer, die am Wochenende nach Ruppertshofen gekommen waren. Aus gutem Grund.

Denn deutschlandweit haben die Pandemie und die dadurch zwei Jahre hintereinander abgesagten Wanderveranstaltungen haben tiefe Spuren hinterlassen. „Viele Wandervereine befinden sich in Auflösung“, beobachtet Werner Frank. So hat es auch in diesem Jahr andernorts manche Absage von Wandertagen gegeben. „Es fehlt das ehrenamtliche Personal, das eine solche Veranstaltung überhaupt schultern kann“, erklärt Frank. Zum Glück ist dieses ehrenamtliche Engagement in Ruppertshofen noch da. Rund 40 Freiwillige kümmerten sich am Wochenende um die vielen Gäste, die an beiden Tagen die drei unterschiedlich langen Strecken zu Fuß abwanderten.

Allerdings blieben die normalerweise vielen Busse voller Teilnehmer aus. Immerhin aus Schwaigern, Crailsheim und Ansbach hatte sich mehrere Wanderfreunde angekündigt. Crailsheim war mit 38 Teilnehmern die stärkste Gruppe. Die übrigen Wanderer kamen eher zu zweit, oder auch mal zu viert.

Und natürlich war auch der Bürgermeister vor Ort: „Werner Frank ist ein Garant fürs Gelingen“, beschrieb Peter Kühnl die Leistung des Organisators. Seit nunmehr 50 Jahren sorge er mit seinem großen Team für einen reibungslosen Ablauf des Großevents, das die Gemeinde Ruppertshofen über die Grenzen hinaus bekannt mache.

Das Engagement beginnt bei der Ausschilderung der Strecken und ende beim Küchenteam. Dieses arbeitete Samstag und Sonntag in Schichten, jeweils mit zehn Ehrenamtlichen. Darunter auch Herbert und Alwine Stecker. „Am Samstag haben wir einen dreiviertel Zentner und am Sonntag einen ganzen Zentner Kartoffeln geschält“, erklärt Alwine Stecher. Denn der Kartoffelsalat wird immer noch selbst gemacht. „In anderen Gruppen gibt's nur noch heiße Rote“, vermutet Werner Frank, dass auch der reichhaltige  Mittagstisch die Wanderer anlockt. Wieder andere Organisatoren bieten nur noch geführte Wanderungen ohne Bewirtung an. Ebenfalls mangels Personal. „Es wird immer weniger“, stellte Frank traurig fest.

Auch die Rottal Wanderfreunde hatten noch mit Problem zu kämpfen. So mussten Helfer in letzter Sekunde wegen einer Coronaerkrankung absagen. Doch Werner Frank wusste sich zu helfen: Seine Enkelsöhne Dominik, Benjamin und Jonathan sprangen ein bei der Anmeldung. Und der Ukrainekrieg stellte das Küchenteam vor Herausforderungen. So mussten viele Stellen angefahren werden, bis man genug Salatöl hatte. Umso mehr genossen die Gäste im Kultur- und Sportzentrum Schäfersfeld, wo Start und Ziel aller Wanderungen war, die Bewirtung.

Darunter auch Landtagsabgeordneter Tim Bückner und der Bürgermeister selbst. Kühnl hatte einen ganz besonderen Schatz dabei: Eine Medaille, die er als Knirps einst in Ruppertshofen bei den Wandertagen erhielt. Damals waren seine Eltern mit ihm stets nach Ruppertshofen gekommen, um an den Wandertagen teilzunehmen. Heuer wurden die 50. Wandertage ausgerichtet.

Werner Frank (li.) mit Bürgermeister Peter Kühnl samt 50 Jahre alter Medaille.

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