Wenig Aufwand für viel Wohnraum

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Das alte Pfiffikus-Kindergartengebäude soll zur Unterbringung von Flüchtlingen aus der Ukraine vorbereitet werden. Bürgermeister Peter Kühnl ist froh, dass es in den Gruppenräumen schon Küchenzeilen gibt.
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Das Gebäude des alten Kindergartens mitten im Ortskern von Ruppertshofen wird zur Heimat für ukrainische Flüchtlinge. Derzeit wird alles für die Belegung vorbereitet.

Ruppertshofen

Ein Zierstrauch mit roten Blüten und jede Menge Schneeglöckchen neben dem Eingang des alten Kindergartens in Ruppertshofen blühen um die Wette. Es hat den Anschein, als würden sie auf ihre Art eine florale und herzliche Willkommenskultur leben. Mit Sicherheit wird der ein oder andere Blick der schon bald erwarteten Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet in der Ukraine auf diese Blumen fallen. Und vielleicht dafür sorgen, dass es ums Herz ein wenig leichter wird.

„Wir wollen vorbereitet sein“, erklärt Bürgermeister Peter Kühnl, währender die Eingangstür aufschließt. Seit die Erzieherinnen mit den Kindern knapp 100 Meter weiter ins neue Kindergartengebäude eingezogen sind, steht die alte Betreuungsstätte leer. Eingebettet zwischen dem evangelischen Pfarrhaus und dem Rathaus ist es quasi im Ortskern beheimatet. Die Gemeinderäte haben sich noch keine Gedanken gemacht, was mit dem alten Kindergartenbau geschehen soll. Fakt ist aber, dass er jetzt erst einmal eine neue Heimat für die Flüchtlinge bieten wird.

Das Haus, das eine lange Geschichte hat, und immer schon als Kindergarten und früher als Zuhause für die Gemeindeschwester diente, wird wieder mit Leben gefüllt. „Ab Ende nächster Woche ist es einzugsbereit“, beschreibt Kühnl, dass das ein oder andere noch erledigt werden muss. Sehr praktisch ist, dass die einstigen Gruppenräume jeweils mit einer kleinen Küche bestückt sind. Die Sanitäranlagen wurden vor rund 15 Jahren erneuert. Einzig eine Dusche fehlt. Aber die wird nun kurzerhand installiert. Die Anschlüsse sind vorhanden, wie der Bürgermeister erzählt. Man rechne mit rund 3000 Euro an Investition.

Die momentan ausgeräumten Räume im Erd- und Obergeschoss sollen allerdings noch mit Mobiliar bestückt werden. „Quasi eine Erstausstattung“, erklärt Kühnl. Denn insgesamt drei Wohneinheiten für die Flüchtlinge sollen entstehen. Was bedeutet, dass man beispielsweise Betten, Matratzen, Sofas, Tische, Geschirr, Besteck, Teppiche und Ähnliches braucht. Und natürlich werden auch Hygieneartikel und Co benötigt. „Wir machen einen Aufruf im Amtsblatt und ich hoffe, dass die Bürgerschaft zu Spenden bereit ist. Aber ich bin mir sicher, dass das klappt“, stellt der Schultes fest.

Die ersten Ukrainerinnen, zwei Frauen mit Kindern, sind bereits im Teilort Hönig privat untergekommen. „Und wir haben auch positive Signale, dass es weiteren Wohnraum für die Flüchtlinge gibt“, freut sich der Bürgermeister über die Solidarität, die es in Ruppertshofen mit den Kriegsflüchtlingen gibt.

Die ist auch bei den Gemeinderäten zu spüren. Denn das Gremium ist einstimmig dafür, dass der alte Kindergarten Wohnraum bieten soll. Weshalb die Räume dem Kreis gemeldet wurden.

In enger Kooperation mit dem Landratsamt werden die Flüchtlinge auf die Kommunen im Kreis verteilt. Miete und Nebenkosten werden ebenfalls vom Kreis übernommen. „Das wird sich alles finden. Wichtig ist, dass die Frauen und Kinder erst einmal in Sicherheit zur Ruhe kommen können“, findet Kühnl. Denn bei den Flüchtlingen handelt es sich zumeist um Frauen und Kinder. Die Väter sind im Kriegsgebiet geblieben und verteidigen ihr Land gegen die Invasoren. „Wie lange die Ukrainerinnen mit ihren Kindern bleiben müssen, weiß niemand. Aber der alte Kindergarten stand ohnehin leer, so dass die Dauer der Belegung kein Problem sein dürfte. Zumal sie noch einem guten Zweck dient“, ist Kühnl erleichtert, dass man ohne großen Aufwand für die Gemeinde dieses Dach überm Kopf bieten kann.

Dabei blickt er aus dem Fenster. „Und die Kinder können sich hier auf einen großen Garten freuen und darin spielen. Vielleicht lässt das die erlittenen Traumata schneller vergessen“, hofft Kühnl. Und ist sich sicher, dass die Bürgerschaft dabei unterstützen wird. Egal, ob mit Wäsche, Kleidung, Mobiliar oder einfach nur mit einem Lächeln.

Ich bin mir sicher, dass das klappt.

Peter Kühnl,, Bürgermeister

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