Besonderer Moment in der Geschichte

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Mit einer öffentlichen Gemeinderatssitzung verabschiedet Schechingen seinen langjährigen Bürgermeister Werner Jekel und heißt Stefan Jenninger als Neuen willkommen.

Schechingen

Es ist kein Fest, das man in Zeiten wie diesen einfach absagen müsste. Es ist ein besonderer Moment in der Geschichte der Gemeinde", stellt Landrat Dr. Joachim Bläse klar. In einer öffentlichen Gemeinderatssitzung hat Schechingen deshalb am Abend seinen langjährigen Chef im Rathaus verabschiedet und seinen neuen Bürgermeister willkommen geheißen – trotz Corona.

Mit großer Hochachtung lässt der stellvertretende Bürgermeister Dr. Thomas Maier die Amtszeit von Werner Jekel kurz Revue passieren. 24 Jahre lang habe dieser gemeinsam mit Gemeinderäten und Bürgern die Entwicklung Schechingens mit großem Einsatz gestaltet. 21 Millionen Euro wurden investiert – unter anderem in die neue Gemeindehalle, in die Erschließung von Bau- und Gewerbegebieten, in Feuerwehrfahrzeuge, Kindergarten, Schule und Infrastruktur. Dabei habe Werner Jekel sechs Millionen Euro Zuschüsse erreicht, er hinterlasse Rücklagen von 2,5 Millionen Euro und die Pro-Kopf-Verschuldung konnte von 500 Euro auf 315 Euro gesenkt werden.

Dr. Thomas Maier würdigt auch das gesellschaftliche Wirken Jekels, der nicht nur das Freibad als Mittelpunkt des Gemeindelebens gefördert, sondern gemeinsam mit seiner Frau Iris auch die Seniorenarbeit im Treff ab 60 und den Osterbrunnen ins Leben gerufen hatte.

"Sie waren ein begnadeter Bürgermeister", lobt Landrat Bläse und würdigt Werner Jekels Sachkompetenz, Energie, Kollegialität und gekonnte Haushaltsführung. "Außerdem waren Sie ein Kreisrat, der mit sehr hohem Sachverstand die ländlichen Themen in die politischen Überlegungen hat". Man werde, sagt Bläse vorher, noch lange an Werner Jekels gute Impulse denken und auch an seine nachhaltige Bürgernähe.

Letztere bescheinigt Michael Sachsenmaier als Sprecher der Vereine in einer sehr herzlichen Rede. Von der Anschaffung des Geschirrmobils nur wenige Monate nach der Wahl im Oktober 1996 über den ersten Weihnachtsmarkt 1999 und die Gründung des Freibadfördervereins bis hin zur Anschaffung des neuen Feuerwehrfahrzeugs HLF 10, das 2018 mit einem legendären Fest gefeiert wurde, habe Werner Jekel für alle Vereine stets ein offenes Ohr gehabt – und zum Beispiel mit der Gemeinde- und der Kulturhalle etwas geschaffen, "was uns noch lange Freude bereiten wird."

"Es war viel, aber ich habe es auch nicht alleine gemacht", dankt Werner Jekel den engagierten Mitarbeitern, den Vereinsvorsitzenden, dem Gemeinderat, der Bürgerschaft und seiner Familie. Die 24 Jahre seien eine tolle Zeit gewesen, gesteht er und freut sich sehr, dass auch Altlandrat Klaus Pavel zu seiner Verabschiedung gekommen ist – es sei immer ein angenehmes Miteinander gewesen. "Ich melde mich ab, bleiben Sie gesund", ruft Jekel dem Publikum zu und erntet minutenlangen Applaus.

Ein Strauß an Zukunftsthemen

Bürgermeister-Stellvertreter Dr. Thomas Maier heißt daraufhin Stefan Jenninger als Chef in der Gemeinde willkommen. Er erinnert an den beeindruckenden Wahlausgang am 27. September und hat für den "Neuen" dann gleich einen Strauß an Zukunftsthemen parat – angefangen von den Baumöglichkeiten für Unternehmen und Private, über die Sanierung der Ortsmitte oder den Breitbandausbau bis hin zur Sanierung des Freibads und zum Aufbau eines Betreuungskonzepts für alle Altersstufen in der Gemeinde. Als dienstältester Gemeinderat ist es dann an Wolfgang Sachsenmaier, den neuen Bürgermeister zu verpflichten.

Landrat Dr. Joachim Bläse wünscht Stefan Jenninger einen guten Start – auch in diesen schwierigen Zeiten, für die es kein Rezept und kein Vorbild gebe. Für sein Amt als Bürgermeister sei Jenninger hervorragend ausgebildet und werde als Kind des Ostalbkreises sicher auch die richtige Balance finden – zwischen Bürgernähe und der Pflicht, Strukturen vorzugeben und klare Entscheidungen zu treffen. Bläse heißt den Neuen willkommen in der "kommunalen Familie" und rät ihm zugleich, sich Zeit für die eigene Familie zu nehmen.

Als kommissarischer Verbandsvorsitzender denkt Leinzells Bürgermeister Ralph Leischner mit "fast ein bisschen Wehmut" an die 24 Jahre, die Werner Jekel sich für das Miteinander der Gemeinden eingesetzt habe. Seiner Hartnäckigkeit sei es zu verdanken, dass das neue Verbandsgebäude noch auf den Weg gebracht werden konnte. Leischner gratuliert Stefan Jenninger zum überragenden Ergebnis und freut sich auf die Zusammenarbeit.

Stefan Jenninger interpretiert dann den großen Vertrauensbeweis seiner Wähler als Ansporn, freut sich auf die vielfältigen Aufgaben als Bürgermeister und dankt allen, die ihm in diesen schwierigen Zeiten den Start erleichterten.

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