Die Solarparkplanung bei Schechingen wird jetzt öffentlich ausgelegt

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Schechingen aus der Vogelperspektive. Oben am rechten Bildrand ist rot markiert die Fläche für den möglichen Solarpark. Unmittelbar links angrenzend das Naturschutzgebiet Schechinger Weiher.
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Was der Planer der Freiflächen-Fotovoltaikanlage „Gröninger Feld“ am Abend dem Schechinger Gremium vorgestellt hat. Wie das Verfahren nun weiter geht.

Schechingen

Der nächste Schritt des Verfahrens ist gemacht: Einstimmig hat der Gemeinderat am Abend beschlossen, dass der Vorentwurf für den Bebauungsplan „Solarpark Gröninger Feld“ nun für vier Wochen ausgelegt und damit die Öffentlichkeit frühzeitig am Verfahren beteiligt wird. Gleichzeitig abgefragt wird auch die Einschätzung der Behörden zu diesem Vorhaben.

Darum geht es: Auf einem rund vier Hektar großen Areal in unmittelbarer Nachbarschaft zum Naturschutzgebiet Schechinger Weiher soll eine Freiflächenfotovoltaikanlage gebaut werden, die bis zu 5000 Kilowatt-Peak erzeugt, womit nach Angaben des Betreibers Energie für bis zu 1500 Haushalte zur Verfügung stünde. Die Module sind mit Anti-Reflex-Beschichtung versehen, um mögliche Blendeffekte zu minimieren. Im Süden und Norden wird das eingezäunte Areal mit einer Grünhecke ergänzt. Eingespeist wird die erzeugte Energie über einen Anschlusspunkt in Leinzell - nach Angaben des Investors der einzige, der in dieser Region zur Verfügung stand. Die rund sechs Kilometer lange Trasse bis zu diesem Einspeisepunkt verläuft überwiegend entlang an Feldwegen und kreuzt drei Straßen. Die Verlegung auf Kosten des Investors wird im offenen Leitungsbau und im Spülbohrverfahren ausgeführt.

Landschaftsarchitekt Jochen Roos aus Backnang, der nach dem Aufstellungsbeschluss im November vom Investor mit dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan beauftragt worden war, stellte die Planungen im Gemeinderat vor. Man sei dabei schon mehr ins Detail gegangen, als normalerweise üblich, erklärte er, dass bereits Vorgespräche auch mit Landschafts- und Naturschutz geführt worden seien.

„Für mich hat diese Planung Vor- und Nachteile“, erklärte Dr. Thomas Maier, dass er sehr gespannt sei auf die Stellungnahmen der Behörden, um sich eine abschließende Meinung zu bilden. Architekt Roos bestätigte, dass die Ergebnisse der frühzeitigen Auslegung in die Planung eingearbeitet werden und diese dann nochmals öffentlich ausgelegt werde, ehe ein Satzungsbeschluss gefasst werden kann.

Auf Nachfrage von Bernd Nachtnebel erklärte der Investor, dass das Stromnetz der „Flaschenhals“ für solche Projekte sei. Einem weiteren Schechinger Interessenten sei als derzeit einzig möglicher Übergabepunkt eine Station in Wasseralfingen genannt worden. Der Ausbau der Infrastruktur dauere Jahre.

Matthias Maier hinterfragte die mit vier Metern doch beträchtliche Höhe der Module. In diesem Punkt sei, ebenso wie bei der Ausrichtung und Anordnung noch Bewegung drin, erklärte der Planer. Später in der Bürgerfragestunde informierte Martin Rupp als Vorsitzender der Modellflieger, die in der Nachbarschaft der Anlage ihr Hobby betreiben, dass ihnen diese Höhe Bauchschmerzen bereite und sie wohl auch eine Überfluggenehmigung bräuchten.

Auf Anfrage von Inge Eßwein bezweifelte Planer Jochen Roos, dass vom Solarpark eine Lärmbelästigung ausgeht. Wolfgang Barth erfuhr, dass das Verfahren im günstigsten Fall in einem Jahr abgeschlossen sein könnte.

Ideal, meinte der Planer, könnte sich der geplante Solarpark in die Vorstellungen der Biotopvernetzung auf Schechinger Markung einfügen, die Julia Zwick vom Landschaftserhaltungsverband im Tagesordnungspunkt zuvor dem Gremium präsentiert hatte. Unter den Fotovoltaikmodulen wird eine standortgerechte, artenreiche Wiesenmischung eingesät, die von Schafen beweidet oder ein- bis zweimal im Jahr gemäht wird. Die Förderung des Biotopverbundes ist nach den Festsetzungen ausdrücklich zu gewährleisten.

Was für den Biotopverbund in Schechingen insgesamt nötig ist, wird laut Julia Zwick bis Ende des Jahres abschließend geplant sein. Und Chancen bieten - zum Beispiel, um Ökopunkte zu sammeln, für das Neubau- und das Gewerbegebiet, erklärte Bürgermeister Stefan Jenninger.

Ich bin sehr gespannt auf die Behörden.“

Dr. Thomas Maier,, Gemeinderat

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