Ein unruhiger Winter im Schechinger Freibad

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Beim Blick in das abgelassene Becken offenbaren die dunkelblauen Punkte die vielen verschweißten Löcher, durch die das Wasser ausgetrteten ist.
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Mit welchen Hiobsbotschaften das Bademeisterteam in Schechingen den Sommer über zu kämpfen hatte und was derzeit für eine mögliche nächste Saison getan werden muss.

SchechingenVon Freibadwetter kann derzeit wirklich niemand reden. Trotzdem ist das Bademeisterteam Leonia und Dieter Krieger zurzeit fast täglich am und im - allerdings leeren - Sportbecken im Einsatz. Im nächsten Jahr öffnen zu können, das ist das Ziel des rührigen Treibens, das von Bürgermeister Stefan Jenninger, vom Gemeinderat und vom Förderverein wohlwollend und tatkräftig begleitet werde, wie Dieter Krieger erleichtert erzählt.

Dass es kein ruhiger Winter werden würde, das war dem Bademeisterteam schon während der Herausforderungen im Sommer klar. Am Ende der Saison habe das Sportbecken täglich 180 Kubikmeter Wasser verloren, erzählt Dieter Krieger - was mancher Badegast an den Temperaturen im Becken gemerkt haben dürfte, das täglich mit riesigen Mengen Frischwasser auf dem gewünschten Level gehalten werden musste. Und als die Pumpe nach Saisonende abgestellt wurde, sank der Wasserspiegel im atemberaubenden Tempo.

Unterstützt von einer Fachfirma, zu der nach einem Vor-Ort-Termin des Gemeinderats im Hohenlohischen der Kontakt hergestellt wurde, haben sich die Bademeister auf Ursachenforschung begeben. Schon mit bloßem Auge hat Dieter Krieger Löcher in der 35 Jahre alten Folie am Beckenboden gefunden. Die Spezialinstrumente der Experten spürten dann 27 undichte Stellen auf, die nun mit einem speziellen Schweißverfahren abgedichtet wurden. „Wir hoffen, dass es hält und der Wasserverlust in den nächsten zwei bis drei Jahren damit stark reduziert ist“, sagt Dieter Krieger. Denn eigentlich müsste die Folie komplett ausgetauscht werden. Aber vorerst hat die Gemeinde dazu keine Mittel.

Was auch in Bezug auf die zweite Hiobsbotschaft gilt, die der Bademeister mitten im Hochsommer überbringen musste. Abends, bei seinem üblichen Kontrollgang, hat Dieter Krieger damals plötzlich einen schwarzen Pilz mitten auf der Wasserfläche entdeckt. Am Boden von einem der beiden Filter waren die Düsen durchgebrochen und der Sand wurde ins Becken gedrückt. „Zum Glück war ich direkt vor Ort und konnte den Filter schnell abschalten“, erzählt der Bademeister. Und auch davon, wie mit Hilfe der örtlichen Firmen das verbliebene System - „echte deutsche Wertarbeit aus dem Jahr 1965“ - so ertüchtigt werden konnte, dass mit nur einem Filter bei allen drei folgenden Wasserproben hervorragende Werte erreicht werden konnten. Nun allerdings sei die Sanierung unabdingbar - zumindest provisorisch, erklärt Krieger.

Säckeweise Filtersand lagern also auf der unteren Liegewiese nahe am Technikraum. In dessen Innern müssen sich die Monteure auf engstem Raum unter die Anlage zwängen, um die durchgebrochenen Düsen auszutauschen und den Kessel abzudichten. „Das ist ein echter Knochenjob“, beschreibt der Bademeister voller Bewunderung für die Handwerksarbeit.

All diese Bemühungen haben das Ziel, dass - unabhängig vom Bundeszuschuss und der dann hoffentlich möglichen Generalertüchtigung des beliebten Freibads - die Anlagen so weit saniert werden können, dass mit der nächsten Saison wieder eine Öffnung möglich ist. Aber rund 40 000 Euro müssten dafür in die Hand genommen werden, sagt Dieter Krieger und wünscht sich das Sponsoren wie den Förderverein und die Firma icotek weitere Nachfolger finden.

In diese schmale Vertiefung unter den Filter müssen die Monteure für die Reparatur krabbeln, um die Düsen von unten einzusetzen.
Säckeweise lagert der Filtersand entlang der Hecke an der unteren Liegewiese.
Blick ins Innere des Filters. Fast alle Düsen sind inzwischen wieder ersetzt.

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