Kindergartenerweiterung und Feuerwehranbau sorgen in Schechingen für Überraschung

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Architekt Jochen Hermann legt im Schechinger Gremium die Pläne für die Kindergartenerweiterung und den dringend erforderlichen Anbau ans Feuerwehrhaus vor.

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Die Qual der Wahl dürfte dem Gemeinderat tatsächlich erspart bleiben. Ob zuerst der Kindergarten um drei Gruppen erweitert wird oder der Anbau ans Feuerwehrhaus kommt, den unter anderem die Unfallkasse fordert - das hängt von den Fördertöpfen ab. Ob der geschätzten Baukosten, die die Gemeinderäte bei beiden Projekten schlucken ließen, kann die Gemeinde Zuschüsse im höchstmöglichen Umfang nämlich dringend gebrauchen.

Architekt Jochen Hermann, dessen Büro schon 2017 einen ersten Entwurf für einen Kindergartenerweiterungsbau - damals um zwei Gruppen - gefertigt hatte, präsentierte dem Gremium zunächst den Entwurf fürs neue Regenbogenland: Sechs Gruppen und damit nach der Eingliederung von St. Josef „zukunftssicher“ sei geplant worden. Abgestimmt mit den Kindergartenleitungen, den Experten der Kirche, die später die Trägerschaft übernimmt, und mit dem Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS), der für die Betriebserlaubnis zuständig ist.

Was die Raumaufteilung und die Quadratmeterzahlen angeht, habe man deshalb kaum bis keinen Spielraum, beschrieb Jochen Hermann und bekräftigte später auf die Anfrage von Daniel Krull, dem die Planung im Vergleich zu 2017 überdimensioniert vorkam: „Wir müssen alle Vorschriften erfüllen und haben das auch getan.“

Ans bestehende Gebäude angebaut wird nun ein Holzständerbau auf einer tragenden Bodenplatte mit rund 550 Quadratmetern Nutzfläche. Darin enthalten sind drei Gruppenräume, jeweils mit WC und Waschgelegenheit, dazu notwendige Personalräume bis hin zu den Elternsprechzimmern. Das Gesamtgebäude bekommt einen neuen Eingang, der groß genug dimensioniert ist für die über 100 Kinder, die in der Einrichtung betreut werden können. Der alte Eingang wird als Fluchtweg umgestaltet. Das Gebäude bekommt ein begrüntes Flachdach, das im Sommer auch optimal vor Wärme schütze und Wasser speichern und so Hochwassern vorbeugen kann.

Inklusive der Außenanlagen, der Ausstattung und der Umbauten im Altbau müsse man von Kosten in Höhe von 2,8 Millionen Euro ausgehen, erklärte der Architekt und bekräftigte auf Rückfrage von Dr. Thomas Maier, dass darin alle vorhersehbaren Kosten einkalkuliert seien.

Man werde, erklärt eBürgermeister Stefan Jenninger, einen Antrag auf Ausgleichsstockmittel stellen. Damit aber auf dringendes Anraten der Fachbehörden warten, bis es auch wieder ein Förderprogramm für Kindergärten gebe. Vermutlich müsse die Kindergartenerweiterung deshalb auf 2023 verschoben werden.

Weshalb 2022 wohl Förderanträge für die von der Unfallkasse dringend geforderte Erweiterung des Feuerwehrhauses gestellt werden dürften. Architekt Hermann zeigte auf, wie Platz für 49 Männerdoppelspinde, zehn Frauendoppelspinde, eine Atemschutzwerkstatt sowie Räume für die Jugendfeuerwehr im Dachgeschoss geschaffen werden können.

Allein die Technik verschlinge 204 000 Euro im insgesamt 960 000 Euro teuren Bauvorhaben, erklärte der Planer und betonte: „Die Feuerwehr braucht's. Das ist mein Eindruck.“ Auf Rückfrage von Wolfgang Sachsenmaier machten Kommandant Daniel Dolderer und der Bürgermeister deutlich, dass die Planung auch mit Blick auf die Zukunft nicht zu klein dimensioniert ist.

„Wie sollen wir das finanzieren“, fragte Daniel Krull mit Blick auf die unerwartet hohen Kosten. Auch hier gehe das nur über Förderanträge sowohl beim Ausgleichsstock wie auch bei der Spezialförderung Z-Feu. Außerdem werden die Floriansjünger Eigenleistungen beisteuern. Das Gremium befürwortete die Planung einstimmig.

Sitzungsvorlage
Sitzungsvorlage
Die Planskizzen: Oben der Anbau an den Kindergarten in Verlängerung der Albstraße. Unten die Erweiterung des Feuerwehrhauses in Richtung Nordwesten. Gestaltung: ca

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