Mittelinsel soll Raser stoppen

+
Die „Schussfahrt“ auf der langen Gerade der Kreisstraße bis mitten ins Dorf - das soll die Querungshilfe am Ortseingang von Leinweiler künftig verhindern.
  • schließen

Mit baulichen Maßnahmen auf der Kreisstraße am Ortseingang Leinweiler soll der Verkehr gebremst werden. Schechinger Räte befürworten Planung.

Schechingen.

Seit Jahren leiden die Einwohner vom Schechinger Teilort Leinweiler an zu schnell fahrenden Autos in der Ortsdurchfahrt. Die gerade Fahrbahn kurz vor dem Ortseingang von Schechingen kommend lässt leicht vergessen, dass eigentlich Tempo 50 vorgegeben ist. Diesem Umstand soll nun Paroli geboten werden. Eine Planung wurde dem Schechinger Gemeinderat von Ingenieur Ralph Menz vorgestellt, die letztlich einstimmig abgesegnet wurde. Einige Zuhörer zum Thema konnte Bürgermeister Stefan Jenninger in der Sitzung am Donnerstag ebenfalls begrüßen.

Der Planer vom Mutlanger Ingenieurbüro LK&P stellte die Planung vor. Diese sieht eine fünf Meter breite und 25 Meter lange Mittelinsel auf der Kreisstraße vor dem Ortseingang vor. Beide Fahrbahnen werden um die Mittelinsel herumgeführt und an den verschwenkten Stellen komplett mit einem Hochbord eingefasst. Grund: „Über Rabatten fährt man leicht drüber“, argumentierte Menz. Dies sahen die Gemeinderäte ebenso. Durch die Verschwenkung der Fahrbahn muss der Kraftfahrer den Fuß vom Gas nehmen. Denn diese entspricht beim Ein- und Ausfahren von Leinweiler einer ganzen Fahrbahnbreite.

Wolfgang Sachsenmaier regte an, stärker zu verschwenken. Allerdings würde hierfür noch mehr Grunderwerb nötig, wie Jenninger argumentierte. Doch die große Krux liegt bei den beiden Zwangspunkten, einer Einmündung in den Lettenweg und gegenüber in einen Feldweg. Würden die Verschwenkungen noch stärker ausgeführt, müsste die Mittelinsel massiv verlängert werden. Und dann gibt’s Probleme für landwirtschaftliche Fahrzeuge, die in diese Wege einbiegen wollen. Auch die Möglichkeit, die Fahrbahn in den Verschwenkungen von jetzt geplanten 3,75 Meter Breite noch zu verringern, funktioniert nicht. Denn man sei bereits mit den 3,75 Metern am Minimum, was die Behörde zulasse, erläuterte Ralph Menz. Schließlich müssen Winterdienst und landwirtschaftliche Fahrzeuge fahren können.

Ebenfalls eine Verbesserung gibt es für die Fußgänger: Der Gehweg wird vom Ortsausgang in Richtung Lettenweg weitergeführt. Und zwei Leuchten werden aufgestellt für gute Lichtverhältnisse. Weiter, werden die Entwässerungsmulden im Norden und Süden der verschwenkten Fahrbahn neu angelegt.

Der Blick auf die Kosten zeigt, dass die Gemeinde mit rund 238 000 Euro brutto rechnen muss. Zuzüglich Grunderwerb und Ingenieurskosten (Planung, Vermessung, Geologe). Allerdings gebe es Fördermöglichkeiten, kündigten Menz und Jenninger an. Entsprechende Anträge werden nun beim Regierungspräsidium gestellt, nachdem die Gemeinderäte sich am Donnerstag einig für die Entwurfsplanung ausgesprochen haben. Dr. Thomas Maier erkundigte sich, wie hoch die Förderung für die Baukosten sein könnte, wenn sie bewilligt wird. Unterm Strich würden noch rund 200 000 Euro an Schechingen hängenbleiben, so Jenninger. Nachdem das aktuelle Etat 200 000 Euro beinhaltet für diese Maßnahme, muss im kommenden Haushalt noch eine Rate für die Nebenkosten eingestellt werden. Sobald die Bewilligung aus Stuttgart ins Schechinger Rathaus flattert, wird die Maßnahme ausgeschrieben. Für die Vergabe der Arbeiten ist dann wieder das Gremium gefragt.

In der Bürgerfragestunde wollte ein Bürger erneut das Thema zu hoher Abmangel für den Kiosk im Freibad thematisieren. Hier verwies der Bürgermeister darauf, dass sich der Gemeinderat in einer kürzlichen Sitzung intensiv damit befasst habe. Und man habe damals beschlossen, sich nach der aktuellen Saison intensiv damit zu befassen. Weiter, appellierte eine Bürgerin an das Gremium, sich mit dem Thema „Hochwasser und Alarmierung“ zu befassen. Jenninger informierte, dass Schechingen noch über eine Sirene verfüge. „Eine der wenigen, die beim bundesweiten Warntag funktioniert hat.“ Er versicherte, dass die Gemeinde sensibilisiert sei, nachdem es vor vier Wochen am Ort Hochwasser gab.

Über Rabatten fährt man leicht drüber.“

Ralph Menz, Ingenieur

Zurück zur Übersicht: Schechingen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare