Spielend Menschen retten

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Erfolgreich: Diego hat das "Opfer", gespielt von Jana Tomek, im Schechinger Wal schnell gefunden.

Wie die Gmünder DRK-Rettungshundestaffel trotz schwierigen Bedingungen Mensch und Tier fit hält.

Schechingen

Aufgeregt fiepend wartet der Labradormix Diego in der Transportbox auf seinen Einsatz. Diego ist einer von zwei geprüften Rettungshunden der Rettungshundestaffel des DRK-Kreisverbands. Um "Echtsituationen" zu simulieren, trainieren die Hundeführer der DRK-Rettungshundestaffel regelmäßig in Waldgebieten. Das Waldgebiet wird vor dem "Trainingslauf" von der Führerin der Hundestaffel vorbereitet, sprich Pia Sölch und Diego inspizieren das Gelände auf Wildbestand, Diego als Vorstehhund "zeigt" Wild an, "in der Regel verabschieden sich die Waldbewohner". Angst, dass Diego seinem Jagdtrieb nachgibt, hat Sölch nicht, Rettungshunde müssen eine strenge Ausbildung durchlaufen und absolut folgsam sein.

Auch die Rettungshundestaffel hat mit den Auswirkungen der Pandemie zu kämpfen, "derzeit herrscht Aufnahmestopp", erklärt Pia Sölch, Anmeldungen werden zwar gerne entgegengenommen, potentielle Rettungshunde und Besitzer erhalten auch ein "Casting", ein gemeinsames Training ist aber nahezu unmöglich. "Nur in Kleinstgruppen", erklärt Pia Sölch, denn es wäre fatal, wenn durch einen positiven Fall die ganze Staffel ausfallen würde. Der Geruchssinn der Hunde ermöglicht es, sie auf "Menschenduft" zu schulen. Für die Tiere sei das Training "das reine Spiel", für einige Hunde sei das erfolgreiche Auffinden einer Person die "Belohnung", andere dürfen sich über Leckerlies oder über ihr Lieblingsspielzeug freuen. Zu rund 20 Einsätzen werden die Hunde und ihre Führer pro Jahr gerufen, der Grund liegt in der Regel in vermissten oder hilflosen Personen.

Am Samstag trafen sich in Schechingen zum Training neben Diego die zweijährigen Rüden Cooper mit seiner Führerin Madeleine Schmidt und Finn mit Birgit Tobias. Das "Abwarten" in ihren Transportboxen wandelte sich in aufgeregte Freude beim Anlegen ihrer Kenndecke, "diese signalisiert, jetzt geht es los", erklärt Lise Rathgeb. Die Rolle des Vermissten übernahm Jana Tomek, mit einem Tarnnetz gut versteckt wartete sie regungslos hinter einem Holzstapel. Wie geölte Blitze jagten Finn und Cooper durch den Wald, nur wenige Minuten später konnte das "Opfer", verbellt werden.

Im Dickicht sind unsere Hunde unschlagbar.

Pia Sölch, Hundeführerin

Die Arbeit als Rettungshund sei für die Tiere enorm anstrengend, erklärt Pia Sölch, die vielen Düfte müssten "sortiert und zugewiesen werden". Obwohl die Suchhunde auf "Menschenduft" trainiert sind, könnten sie sehr gut zwischen einer Person in Notlage und Spaziergängern oder Pilzsuchern unterscheiden. Auf zwanzig Minuten sei ein Übungslauf angelegt, in Echtsituationen müssen die Tiere maximal 45 Minuten durchhalten.

Welcher Hund eignet sich als Rettungshund? Nahezu alle Tiere, die Spaß an Suche haben, eine gute Nasenleistung besitzen, lernfreudig und temperamentvoll sind, sich aber auch unterordnen können. Einen Wesenstest müssen alle Tiere absolvieren. Die Ansprüche an den Hundebesitzer sind unter anderem eine gute körperliche und geistige Belastbarkeit, Zeit für zwei wöchentliche Trainingseinheiten, Einsatzbereitschaft und soziales Interesse verbunden mit Hilfsbereitschaft. Obwohl bei der Personensuche vermehrt Drohnen eingesetzt werden, haben die Rettungshundebesitzer keine Sorge, arbeitslos zu werden. "Im Dickicht sind unsere Hunde unschlagbar, eine Drohne erkennt hier aber nichts mehr."

Rettungshundeund ihre lange Geschichte

"Spürnasen" wurden bereits in den zwei Weltkriegen als Unterstützung für die Sanitätsdienste eingesetzt, indem sie auf den Schlachtfeldern nach Überlebenden suchten. Heute müssen solche Hunde alle zwei Jahre ihre Einsatzfähigkeit bei Prüfungen unter Beweis stellen.

Alle Hunde befinden sich in Privatbesitz, der Unterhalt der Ausrüstung und der Einsatzfahrzeuge kann nur durch Spenden gewährleistet werden. Unter dem Verwendungszweck Rettungshunde freut sich die ehrenamtliche Rettungshundestaffel des DRK Schwäbisch Gmünd über Spenden unter IBAN DE19 6149 0150 1101 0000 15. aro

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