Überraschend schnelles Ende: Der „Nah und gut“ schließt

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Ein schlichtes weißes Blatt Papier an der Tür, kaum einer, der etwas sagen will: Der Nah und gut in der Ortsmitte.
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Vollsortimenter in der Ortsmitte von Schechingen steht nach rund sechs Monaten unter der neuen Leitung jetzt vor dem Aus.

Schechingen

Am Ende ging es jetzt ratzfatz: Dieser Laden schließt am 12. Mai informiert sinngemäß ein schlichter Zettel an der Eingangstür die Kunden. Im Innern ein einsamer Mitarbeiter an der Kasse, der keinerlei Auskunft geben will und darf. Am Telefon verfährt Hakan Verim, der das Geschäft im Herbst 2020 übernommen und zum 1. Oktober eröffnet hat, genau so. „Ich sage dazu nichts“, antwortet er und will am liebsten, dass auch nichts geschrieben wird.

Nichts sagen möchten auch Elisabeth und Karl Herrmann, die 46 Jahre lang erfolgreich den Einkaufsmarkt mitten im Ort geführt und die Ladenräume an Hakim vermietet haben. Das Thema sei jetzt Sache der Anwälte.

Bürgermeister Stefan Jenninger bedauert die Schließung des Nah und Gut sehr und hofft, dass ein Nachmieter gefunden wird. Es sei sehr schade, dass der Laden nicht mehr die Kundenfrequenz wie zu Zeiten der Familie Herrmann erreicht hat, findet er und stellt mit Blick auf die Nahversorgung in der Gemeinde fest: Letztendlich sei jede Bürgerin und jeder Bürger durch das eigene Verhalten mit dafür verantwortlich, ob es örtliche Angebote weiterhin gibt oder nicht.

Überrascht ist der Bürgermeister davon, dass die Schließung jetzt so kurzfristig gekommen ist. Vor zwei Wochen habe der Betreiber ihm noch erklärt, dass sich die Situation im April verbessert habe und er weitermachen wolle.

Letztlich ist jeder mit seinem Verhalten mit verantwortlich.“

Stefan Jenninger, Bürgermeister

Thema Nahversorgung in der Gemeinde

Nachdem das Ehepaar Herrmann im September endgültig ernst machen und den Vollsortimenter in der Ortsmitte schließen wollte, hatte die Gemeindeverwaltung im Februar zu einer Bürgerversammlung eingeladen.

In den darauffolgenden Wochen waren rund 800 Haushalte in der Gemeinde befragt worden, welche Wünsche und Ideen sie zur Nahversorgung hätten. 100 Fragebögen wurden online ausgefüllt, 257 per Hand.

Im Mai 2020 wurden die Ergebnisse vorgestellt, Unter anderem gaben dabei 28 Personen an, dass sie sich in einem genossenschaftlichen Laden engagieren würden. Im September wird Hakan Verim dann als Nachfolger präsentiert.

Ein Kommentar zum Thema lesen Sie hier:

Höchste Zeit für Konzepte

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