Wer folgt auf Schultes Werner Jekel?

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Wer wird der neue Bürgermeister in Schechingen? Vier Kandidaten haben sich am Sonntag vor rund 500 Bürgern vorgestellt. Von links: Wolfgang Barth, Albert Seitzer, Stefan Jenninger, Tobias Feldmeyer und Noch-Bürgermeister Werner Jekel.

Bei einer Open-Air-Präsentation werfen vier Bewerber ihren Hut in den Ring, um die Bevölkerung von ihren Qualitäten als Bürgermeister von Schechingen zu überzeugen.

Schechingen

Ausverkauftes Haus", konnte der scheidende Bürgermeister Werner Jekel am Sonntag bei der Kandidatenvorstellung zur Bürgermeisterwahl in Schechingen auf dem Marktplatz konstatieren. Rund 500 Bürger nutzten die Plattform, um mehr über das persönliche Umfeld und die Ziele des "hochkarätigen Bewerberfeldes" zu erfahren, wie Jekel anmerkt.

Kandidat Simon Salzmann erschien nicht zum Termin. Die Bewerbung des Papiertechnologen ging am 24. August ein und wurde vom Gemeindewahlausschuss als zulässig anerkannt. Einen Tag nach Ende der Bewerbungsfrist, am 1. September, habe Salzmann dem Bürgermeister mitgeteilt, seine Bewerbung zurückziehen zu wollen. Der Unterschneidheimer sei zur Erkenntnis gekommen, guter Wille und die Bereitschaft, alles für Schechingen zu geben, reichten nicht aus, um als hauptamtlicher Bürgermeister die Geschicke der Gemeinde in den Händen zu halten. Da dem 33-jährigen "viel an Schechingen liege", ziehe er seine Bewerbung zurück. Dies sei aber vom Gesetzgeber so nicht vorgesehen, erläutert Jekel. Bewerbungen könnten nur innerhalb der Bewerbungsfrist widerrufen werden. Somit stehe Simon Salzmann weiterhin auf dem Stimmzettel.

Der 35-jährige Stefan Jenninger setzt auf seine persönliche Qualifikation und Motivation für das Amt des Bürgermeisters. Der Master of Arts in Puplic Management und verheiratete Familienvater aus Adelmannsfelden möchte sich für Vereine und Ehrenamt stark machen, das Thema "schnelles Internet" sei bei ihm in den besten Händen. Der ehemalige Zeitsoldat möchte unter Bürgerbeteiligung "gestalten und nicht verwalten". Jenninger möchte an einem Kinder- und familienfreundlichen Schechingen weiterarbeiten. Das Freibad soll langfristig erhalten werden, die "weißen Flecken" in der Breitbandversorgung möchte der Kandidat beseitigen. Die Aufenthaltsqualität in der Ortsmitte soll verbessert werden. Gleichzeitig verspricht Jenninger den Vereinen, Institutionen, der Feuerwehr und den Kirchen "vollste Anerkennung und Unterstützung".

Wolfgang Barth richtet seinen Fokus auf "Transparenz und familienfreundlichen Wohnraum" sowie die Gestaltung der Ortsmitte und den nachhaltigen Betrieb des Freibades. Der 46-jährige Diplom-Verwaltungswirt bittet um Offenheit für eine neue Zeit, um die Stärken, den Zusammenhalt, die Vielfalt des Orts zusammenzubringen. Als Mitglied des Schechinger Gemeinderates wisse Barth, "wo der Schuh drückt". Bei dem von Barth erbauten "Haus Schechingen" sieht er die Bürgerschaft als Bauherrschaft, die bei strategischen Entscheidungen mit eingebunden werden soll. Barth wolle keine "Luftschlösser bauen", aber mit Nachdruck Schechingens Entwicklung weitertreiben und die Prioritäten gemeinsam mit der Bürgerschaft abwägen. Es werde nicht alles auf einmal zu stemmen sein, bekennt der verheiratete Familienvater und verspricht: "Jeder gemeinsame Schritt soll ein Schritt nach vorne sein."

Tobias Feldmeyer möchte mit den Bürgern gemeinsam in Schechingen viel bewegen. Zudem möchte der 41-jährige Diplom-Verwaltungswirt die Jugend einbinden und ernst nehmen, "Schechingen hat Zukunft". Das in der Gemeinde geschaffene und Brauchtümer müssten gepflegt und bewahrt werden. Das örtliche Gewerbe möchte der Vater eines Sohnes weiter entwickeln und den guten Zustand der Infrastruktur mit den richtigen Maßnahmen erhalten und fördern. Schechingen sei um seine Alleinstellungsmerkmale wie das Rathaus oder das Freibad sowie um seinen guten Zusammenhalt mit den Vereinen, Kirchen und der Feuerwehr zu beneiden, lobt der in Herlikofen wohnende Feldmeyer. Zur Verbesserung der Nahversorgung und der ärztlichen Versorgung möchte der gelernte Bankkaufmann "Anreize schaffen und Überzeugungsarbeit leisten" und bei der Breitbandversorgung eine zeitnahe Umsetzung vorantreiben.

Seinen Beweggrund, als Bürgermeister in Schechingen zu kandidieren, fasste der Gmünder Handelsschulrat a.D. Albert Seitzer beim Besuch einer Gemeinderatssitzung in Schechingen, bei der es ums Thema Kindergartenbeitragserhöhung ging. Bei einem Besuch des Schechinger Freibades reiften in Seitzer Visionen, womit das Bad belebt werden könnte. Corona könne sich zum Vorteil für Schechingen auswirken. Für Homeoffice und Homeschooling werde schnelles Internet benötigt. Dies könne durch ein gemeindeeigenes Netz geschaffen werden. Seitzer möchte mehr schattenspendende Bäume statt "autofreundliche" Bepflanzungen anschaffen. Er äußert die Vision für kommende Generationen von hitzeresistenten Pflanzen. Die Nahversorgung müsse erhalten oder neu aufgebaut werden. Dies sei dem Klima durch kurze Wege dienlich.

In der Bürgerfragestunde richtet sich das Hauptaugenmerk auf die Breitbandversorgung, die von den Kandidaten Jenninger, Barth und Feldmeyer als eine der Prioritäten gesehen wird. Der Wunsch nach mehr Investitionen und Kreativität in Schechingen wurde von Jenninger, Barth und Feldmeyer unterstützt. Es sei jetzt an der Zeit für Investitionen. Dem widerspricht Seitzer: "Schulden sind Kriegsgeld." Der Pensionär könnte sich allerdings eine "Regionalwährung" vorstellen. Beim Thema ärztliche Versorgung sehen es die Kandidaten als erforderlich an, alle Mittel zu ergreifen, um diese zu gewährleisten. Zur Sprache kommt auch ein ärztliches Versorgungszentrum für Schechingen und angrenzende Gemeinden. Die Schechinger müssten an einem Strang ziehen, appelliert Bürger Alex Wunder, egal unter welchem Bürgermeister. Die Bürger sollten wieder stolz sein auf "diesen geilen Ort". Er bittet darum, "das in Schieflage geratene Schiff wieder aufzurichten". Dafür erhält er großen Beifall.

Die Bürgermeisterwahl am 27. September

Die Bürgermeisterwahl findet am Sonntag, 27. September, statt. Gewählt ist, wer mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erhalten hat. Ist dies nicht der Fall, so findet eine Neuwahl am Sonntag, 18. Oktober, statt, bei der neue Bewerber zugelassen sind. Hier zählt die Anzahl der meisten Stimmen. Die Amtszeit des gewählten Bürgermeisters beträgt acht Jahre. aro

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