Spielen und tanzen und dabei den Krieg vergessen

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Juze Eschach macht Programm in der LEA

Ein 16-köpfiges Betreuerteam vom evangelischen Jugendzentrum Eschach organisierte ein Fest in der LEA.

Eschach/Ellwangen. Ein Zeichen der Herzlichkeit in Zeiten von Krieg, Vertreibung und Flucht: Das Jugendzentrum Eschach (JuZe) feierte ein Kinderfest mit den Bewohnern in der LEA Ellwangen. 16 Betreuerinnen und Betreuer des Evangelischen Jugendzentrum Eschach hatten sich aufgemacht, um ein wenig Lebensfreude in der Landeserstaufnahmestelle (LEA) für Flüchtlinge zu stiften. Diese beherbergte da gerade mehr als 600 Menschen aus Krisengebieten wie Syrien, Afghanistan und der Ukraine, etwa 200 davon waren Kinder. Es sollte einen Spielenachmittag für die Jüngsten geben, ein Fest für alle Kinder.

„Bauchweh, das hatten wir schon auch ein bisschen“, gibt Michael „Mike“ Behringer, einer der vier Vorstände des JuZe, offen zu. „Wir wussten ja nicht, in welchem emotionalen Zustand die Kinder sein würden, wie viele kommen und ob die Verständigung klappt“. Doch glücklicherweise klappten Kontaktaufnahme und Kommunikation auf Anhieb sehr gut. Schon nach kurzer Zeit belebte sich der Platz, auf dem der Spieleparcours aufgebaut war, mit Kindern, die meist in Begleitung ihrer Eltern kamen. Elf Herausforderungen mit Hindernislauf, Kegeln, Geschicklichkeitsübungen und Wasserspaß weckten die Neugier der Kleinkinder ebenso wie der Jugendlichen.

Auch die Kommunikation - hauptsächlich mit „Händen und Füßen“ - klappte besser als erwartet. „Eine große Hilfe bei der ganzen Aktion waren die beiden Dolmetscher, die die LEA uns zur Verfügung stellte“, hebt Mike Behringer hervor.

Am Ende waren es über 75 Kinder und auch einige erwachsener Bewohner der LEA, die am Spielenachmittag teilnahmen. „Die Stimmung war richtig gut, die Kinder hatten großen Spaß“, sagt Henrik Witzke, einer der 16 Betreuerinnen und Betreuer.

Als kleines Dankeschön und zur Freude aller wurden von einigen arabischstämmigen Flüchtlingen am Schluss sogar noch einige Tänze aufgeführt.

Im Vorhinein hatte es Gespräche mit den Verantwortlichen der LEA gegeben, auch um für die besondere Situation der Flüchtlingskinder vor Ort zu sensibilisieren. Berthold Weiß, Leiter der Einrichtung, erläuterte in seiner kurzen Ansprache am Aktionstag die Lage der Flüchtlingsaufnahme, vor allem aus den Kriegsgebieten in der Ukraine wurden weitere Flüchtlinge erwartet.

Von vielen schönen Augenblicken erfüllt, ging der Spielenachmittag nach etwa vier Stunden zu Ende. „Wir glauben, dass unser Ziel erreicht wurde und wir den 'entwurzelten' Flüchtlingskindern viel Freude und Anerkennung schenken konnten“, resümiert Mike Behringer. Mit tiefen Eindrücken und dem Vorsatz, mit einer weiteren Aktion die Kinderbetreuung in der LEA zu unterstützen, machte sich das JuZe-Team auf den Heimweg.

Eine Kleinigkeit als Geschenk

Nicht aber, ohne davor noch eine Kleinigkeit dazulassen: Da viele Kinder auf ihrer Flucht fast keine eigenen Habseligkeiten und Spielsachen mitnehmen konnten, nahmen sie die Süßigkeiten und kleinen Gegenstände, die die Eschacher mitgebracht hatten – „mit großen Augen“, erzählt Behringer, der seinem Team für das große Engagement dankt.

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