Das Rathaus kann saniert werden

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Da ist er: Bürgermeister Johannes Schurr mit dem „roten Punkt“. Damit ist die Baufreigabe für die Sanierung des Spraitbacher Rathauses erteilt.
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Spraitbachs Bürgermeister Johannes Schurr hat die Baufreigabe für den denkmalgeschützten Teil des Gebäudes erhalten und hofft auf weitere Zuschüsse.

Spraitbach

Eine große Hürde für die anstehende Sanierung des alten Rathaustrakts ist genommen: Die Baufreigabe ist jetzt erteilt. Die Tatsache, dass es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude handelt, bereitete Architekt Jürgen Bauer aus Straßdorf Kopfzerbrechen. Kann doch mancher Planungswunsch nicht umgesetzt werden. Etwa, dass im Dachgeschoss ein Trauzimmer hätte eingerichtet werden sollen. Unter anderem hier machte das Denkmalamt einen Strich durch die Rechnung. „Es war immer ein Lagerraum, und es bleibt ein Lagerraum“, erinnert sich Bürgermeister Johannes Schurr an die Argumentation der Behörde.

Unterm Strich, so schildert er, gehe es jetzt „nur“ um eine reine Sanierung der denkmalgeschützten Substanz. Mit neuer Raumaufteilung für ein effizientes Arbeiten. Unter anderem liege das Hauptaugenmerk auf der Sanierung des Sandsteins. Die geschätzten Kosten für die Sanierung, die mindestens eineinhalb Jahre dauern wird, liegt bei rund 1,7 Millionen Euro. Die Förderung aus dem Topf des Landessanierungsprogramms ist garantiert. Grund: Die Gemeinde wurde mit dieser städtebaulichen Erneuerungsmaßnahme „Ortskern III“ im April 2020 in das Landessanierungsprogramm (LSP) aufgenommen. Es wird eine Finanzspritze von 839 000 Euro geben. „Vom Denkmalamt gibt’s keinen Zuschuss“, bedauert Schurr. Jetzt wird noch auf Mittel aus dem Landestopf für finanzschwache Kommunen, dem Ausgleichstock, gehofft. Hier möchte man 197 000 Euro. Ob diese Mittel tatsächlich fließen, wird sich Ende Juli zeigen, wenn der Verteilerausschuss tagt. Vorher ist mit keinem Bescheid zu rechnen. Letztlich den Eigenanteil von 40 Prozent, sofern auch dieser Zuschuss fließt, wird die Gemeinde Spraitbach auf drei Haushaltsjahre, 2021 bis 2023, verteilen. Sprich, in drei Finanzierungsabschnitte unterteilen. Im Etat 2021 sind 543 000 Euro zur Finanzierung verankert. Sobald der Förderbescheid für den Ausgleichstock vorliegt, könnte man mit der Ausschreibung der Baumaßnahme starten. Auf die Frage, was passiert, wenn dieser Zuschuss nicht erteilt wird, zuckt der Bürgermeister mit den Schultern. Denn „Plan B“ gibt es keinen. „Wir müssen sanieren“, bekräftigt er. Zumal die Bausubstanz sehr marode ist.

Rathaus im Homeoffice

Weit gediehen sind die Pläne für den Umzug. Schließlich muss das Gebäude, in dem sich Büros befinden, freigeräumt werden. Die Konzeption steht, macht der Bürgermeister klar. Unter anderem wird das siebenköpfige Rathausteam im Homeoffice arbeiten. „Und die Teeküche wird zum Büro umfunktioniert“, beschreibt Schurr. Da die Digitalisierung im Rathaus weit vorangeschritten sei, werde es mehrfach wöchentliche Mitarbeiterbesprechungen geben, ansonsten kann teilweise von zuhause gearbeitet werden. Fakt ist, dass die Verwaltung trotz Sanierung immer erreichbar bleibt für die Bürgerschaft. Auch der Bürgersaal soll weitestgehend unangetastet bleiben. Sprich, offen für die Bürgerschaft mit ihren Vereinen und Gruppierungen sein.

Literaturfreunde dürfen sich freuen, denn durch die Sanierung wird im Untergeschoss, in dem sich die Bücherei befindet, das Platzangebot vergrößert. Der Gang der Arkaden wird der Bücherei zugesprochen. Die Bögen der Arkaden, an denen in früheren Zeiten Holztore waren, werden mit Glas ausgekleidet. Dadurch gibt’s mehr Platz für die Bücherei, denn die Arkaden werden in die Bücherei integriert. „Und vielleicht kann dann auch mal eine Lesung oder ähnliches darin stattfinden“, hofft Schurr. Der bisherige Zugang zur Einrichtung wird geschlossen, künftig geht‘s über den Rathauseingang in die Bücherei.

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