Der Pater mit dem langen Atem

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Pater Bala berichtet von seinen Projekten
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Wie der Pallottiner Dr. Balaswamy Madanu in seiner südindischen Heimat den Straßenkindern hilft und warum er dabei aus dem Schwäbischen Wald tatkräftig unterstützt wird.

Spraitbach

Einen langen Atem haben – was das bedeutet, das muss dem Pallotiner-Pater Dr. Balaswamy Madanu tatsächlich niemand erklären. Bald zehn Jahre ist es her, dass er in Hyderabad das erste Haus für Straßenkinder gebaut hat. Ein weiteres kam 2017 dazu und aktuell baut das von ihm ins Leben gerufene Hilfsprojekt „Jeevan Jyothi Pallotti Home“ das erste Heim für Mädchen und eine Schule dazu. Das große Ziel: „Irgendwann dauerhaft 300 Kindern – 150 Mädchen und 150 Jungs, die sonst auf der Straße leben müssten – ein verlässliches Zuhause und gute Bildung zu bieten“, sagt er. Wer den 51-Jährigen erlebt, wünscht ihm, dass er das auch erreicht.

Im Schwäbischen Wald kennen viele den Pallottiner-Pater seit langem. Pater Bala wird er hier genannt. Während seiner Promotion in Vallendar von 2006 bis 2010 hat er als pastoraler Mitarbeiter in der Pfarrei Arzbach-Kadenbach im Westerwaldkreis gearbeitet und in den Sommermonaten in der Seelsorgeeinheit mit den Gemeinden Durlangen-Zimmerbach, Schlechtbach-Gschwend und Spraitbach ausgeholfen. Schon hier beweist der Pater langen Atem: Denn obwohl er 2010 nach Indien zurückkehrte, kommt er immer noch im Sommer auf die Ostalb, um die katholischen Gemeinden während der Urlaubszeit seelsorgerisch zu betreuen. Aber auch, um maßgeblichen Unterstützern für seine Projekte zu berichten und zu danken. Denn seit zehn Jahren gibt es im Schwäbischen Wald den Förderverein „Pater Bala und die Straßenkinder“ um das rührige Vorstandsteam Hedwig Barth und Monika Schuster, der die große Sache ideell und finanziell nach Kräften begleitet.

Selbst die Pandemie-Zwangspause hat das nachhaltige Hilfsprojekt überstanden. Für die Kinder und die Betreuerteams eine schwierige Zeit, erzählt Pater Bala. Homeschooling stand auch in Südindien auf dem Plan - in kleinen Gruppen mit nur einem Handy, in größeren Gruppen mit nur einem Laptop. Die Lernfähigkeit und Unterrichtsdisziplin unter diesen Bedingungen aufrecht zu erhalten, sei hart gewesen, erzählt Pater Bala und fügt dann an: „Zum Glück hat sich das wieder gelegt. In diesem Jahr haben 13 Jungs die Schule mit guten Noten abgeschlossen.“ Was ihn auch freut: Die staatliche Organisation Child Welfare Committee sei begeistert von den Häusern seines Projekts. „Wir bieten eine gute Bildung, gute Unterkunft und gutes Essen“, sagt er. Und das soll auch so bleiben, obwohl die Kosten pro Kind und Jahr mittlerweile von 250 auf 350 Euro gestiegen sind. Weshalb Pater Bala für jede Unterstützung sehr dankbar ist. „Wir brauchen das Geld für den laufenden Betrieb, nicht fürs Bauen“, sagt er.

Wer Pater Bala live erleben will, kann am Samstag, 13. August, im Gemeindesaal Spraitbach und am Mittwoch, 17. August, im Gemeindesaal Zimmerbach jeweils nach der Vorabendmesse seinem Vortrag lauschen. Am Sonntag, 28. August, ist nach dem Gottesdienst in Durlangen dann auch ein Stehempfang, um das zehnjährige Bestehen des Fördervereins zu feiern.

Das Spendenkonto für die Projekte lautet: DE 75 7202 0070 0007 7054 17

Der Rohbau für das Mädchenhaus ist fertig. Bis Juni 2023 soll auch der Innenausbau fertig sein.
Das Haus in Hyderabad von außen.
31 Jungs haben bei Pater Bala in Hyderabad eine Heimat gefunden.
Für Tische und Stühle ist weder Geld noch Platz da: Gegessen wird im Schneidersitz.

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