Drei Knaller am Schluss des Jubiläums

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Geschichtspfad Spraitbach
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Alle Tafeln des Geschichtspfades sind enthüllt. Was sich der Festausschuss unter Vorsitz des Bürgermeisters und unter Mithilfe Ehrenamtlicher für 25. Dezember ausgedacht hat.

Spraitbach

Die 7 und die 25 - das waren die wichtigsten Zahlen in diesem Jahr in der Gemeinde. Weil die 725 Jahre, die es den Ort nachweislich gibt, nicht mit einem großen Fest gefeiert werden konnten, „mussten wir uns eben etwas anderes einfallen lassen“, erzählt Bürgermeister Johannes Schurr von einem Treffen des Festausschuss, in dem zunächst alle desillusioniert zusammensaßen und plötzlich diese zündende Idee geboren war. Seitdem wurde an jedem 7. und an jedem 25. des Monats im Ort eine Tafel enthüllt, woraus mittlerweile ein Geschichtspfad gewachsen ist, der lange über das Jubiläum hinaus wirkt.

Und nun? Nun steht das letzte Mal ein 25. an in diesem Jubiläumsjahr und damit, wie Johannes Schurr verspricht, ein Knaller zum Schluss. Streng genommen sogar ein dreifacher Knaller als Höhe- und Schlusspunkt. Mit Blick auf den, als erster Weihnachtsfeiertag besonderen Tag diesmal nicht live und mit Enthüllung, sondern komplett online aber mit ganz viel Potenzial zum Schmökern:

Film auf YouTube: „Wir haben“, verrät der Bürgermeister, „ein Video von der 700-Jahrfeier digitalisieren lassen.“ 70 Minuten zum Eintauchen in die Vergangenheit. Für alle, die vor 25 Jahren dabei waren und sich an die besonderen Momente von einst erinnern wollen. Dazu Spraitbach sehen, wie es vor einem Viertel Jahrhundert ausgesehen hat; Menschen wiedersehen, die einst aktiv waren oder einfach nur Spaß beim Feiern hatten. „Das ist ganz arg spannend“, gibt Johannes Schurr zu und fordert besonders die junge Generation auf, ihre Tablets oder Laptops mit zu Oma und Opa zu nehmen und den Film gemeinsam mit ihnen anzuschauen.

Spaziergang im Zeitstrahl: Das ist der zweite Knaller in Form eines virtuellen Raums der Geschichte, den Interessierte ab dem 25. Dezember besuchen können. Grundlage sind die Recherchen für den Geschichtspfad - vom Heimatforscher und stellvertretenden Bürgermeister Erich Pommerenke akribisch zusammengetragen in einer über 400 Eintragungen starken Excel-Datei. „Wahnsinnig viel Wissen, eine wertvolle Grundlage, aber nicht unbedingt ein Lesevergnügen für Jedermann“, beschreibt Bürgermeister Johannes Schurr. Weshalb der Festausschuss die Agentur Freigeister, die auch schon das Logo entworfen hat, mit der Aufarbeitung betraut hat. Entstanden sei eine digitale Chronik, ein Raum der Spraitbacher Geschichte, der auf dem Tablet oder im PC besucht werden kann, mit Unmengen an Infos und Bildern, dankt der Bürgermeister Erich Pommerenke und Rathausmitarbeiterin Iris Jekel für die akribische Vorarbeit. „Das ist total gelungen. Man will gar nicht mehr raus, wenn man mal reingegangen ist. Das fixt einen richtig an“, versichert Johannes Schurr.

Riesiges Bildarchiv: Der dritte Knaller für den 25. Dezember ist dann das Bildarchiv, das Raimund Schindler in den 70er- und 80er-Jahren im Auftrag des damaligen Bürgermeisters Walter Zepf angelegt hat. Rund 3000 Bilder umfasst diese Sammlung - alle feinsäuberlich auf der Rückseite beschriftet. Diese werden nun, in Zusammenarbeit mit dem Kreisarchivar der Reihe nach präsentiert. Da gebe es dann Verweise und Verlinkungen untereinander, die das Schmökern in der Spraitbacher Geschichte noch spannender machen, meint der Bürgermeister. Die ersten dieser historischen Aufnahmen kann man an jenem ersten Weihnachtsfeiertag auch betrachten.

Insgesamt, findet Johannes Schurr, ist es für die Gemeinde dann doch noch ein besonderes Jahr geworden - und ein nachhaltiges. Denn der Geschichtspfad, das Bildarchiv, die virtuelle Chronik, der digitalisierte Film - all das sind Werte, die über das 725. Jahr hinaus Bestand haben.

Da will man gar nicht mehr raus.“

Johannes Schurr, über das virtuelle Archiv

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