Eine „dienende Kirche“ seit 150 Jahren

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Pfarrer Dr. Félix Mabiala ma Kubola bedankte sich in seiner Predigt bei all jenen, die an der Pflege und dem Erhalt der Spraitbacher St.-Blasius-Kirche beteiligt sind und es in den vergangenen 150 Jahren waren.
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Katholiken in Spraitbach begehen das 150. Kirchweihjubiläum der St.-Blasius-Kirche. Für Pfarrer Dr. Félix Mabiala ma Kubola stellt es ein „großes Geschenk an die Gemeinde“ dar.

Spraitbach

Den 150. Jahrestag der Kirchweihe der Spraitbacher St.-Blasius-Kirche wäre von der katholischen Kirchengemeinde gerne mit einem großen Fest begangen worden, erklärte der Kirchengemeinderatsvorsitzende Viktor Gladki am Sonntag. Denn all die Unterstützer und Mitstreiter der vergangenen Jahre hätten es verdient. Trotzdem boten der Kirchengemeinderat und Pfarrer Dr. Félix Mabiala ma Kubola der anwesenden Festgemeinde einen kleinen Empfang.

Dem vorausgegangen war eine Eucharistiefeier zur Feier des Kirchweihjubiläums. Die glockenklaren Stimmen der Schola des katholischen Kirchenchors unter den kraftvollen Klängen der Orgel, bedient von Organist Harald Elser, begleiteten zu Beginn Pfarrer Kubola und die Ministranten vom Hauptportal zum Chorraum. Das Orgelspiel und der Gesang der Schola begleiteten sodann auch den Gottesdienst und ersetzten den Gesang der Kirchengemeinde.

Pfarrer Kubola dankte Gott für das 150. Kirchweihjubiläum, das ein „großes Geschenk an die Gemeinde“ darstelle. Der Dank des Geistlichen richtete sich zudem an all jene, die an der Pflege und dem Erhalt des Gotteshauses beteiligt sind und waren. Kubola verwies auf die Taten Jesus im Evangelium nach Markus, als er am See von Galiläa einen Taubstummen die Ohren öffnete und dessen Zunge von seinen Fesseln befreite – außer sich vor Staunen meinten die Menschen: „Er hat es gut gemacht.“

„Machen wir alles gut?“, fragte der Pfarrer und bat im Gebet um Besinnung und Vergebung. Im Glaubensbekenntnis werde von einer „heiligen Kirche“ gesprochen, aber könne man in der heutigen Zeit noch von einer „heiligen Kirche sprechen“, stellte der Geistliche die Frage hinsichtlich der Skandale, die die katholische Kirche in der Vergangenheit durchleben musste. „Nur Einer ist heilig“ stellte Kubola fest, denn es heiße „ich glaube an den Einen“. Aber Kirche bedeute Gemeinschaft. Auch wenn nicht alle Gläubigen ein „moralisch einwandfreies Leben führen“, so stehe „Heilig“ für „grenzenlose Liebe, Vergebung, Heilung und Rettung“ bis zur Vollendung in Tod und Auferstehung. In den sieben Sakramenten erfahren die Menschen die Liebe Gottes, die Kirche sei heilig, „weil Gott uns hier seine Liebe schenkt“. Die „dienende Kirche“ habe den Auftrag „Gottes Liebe zu verbreiten“ – auch in der St.-Blasius-Kirche hätten schon eine Vielzahl an Menschen Hilfe und Stütze gesucht und gefunden.

Ein Wunsch wird Wirklichkeit

Bereits in den 1850er-Jahren wurde in Spraitbach der Wunsch nach einer größeren Kirche intensiv betrieben. Die bereits im 15. Jahrhundert erbaute St. Michaelskirche wurde zu klein für die rund 616 Katholiken und ging in der Folge an die evangelische Kirchengemeinde über. 1867 wurde die katholische Pfarrkirche St. Blasius fertiggestellt. Eine Nutzungserlaubnis durch die Königliche Domänendirektion erlaubte Gottesdienste seit dem Sommer 1866. Erst vier Jahre später im Jahr 1871 erfolgte die feierliche Kirchenweihe im Rahmen einer Firmung Bischof Dr. Carl Joseph von Hefele.

In den Folgejahren sorgten zahlreiche kleinere und größere Renovierungen im Innen- und Außenbereich für das schöne Erscheinungsbild des Gotteshauses. 1969 konnte die Sakristei angebaut werden. Eine große Innenrenovierung mit der Erneuerung des Innenputzes, dem Einbau von zwei neuen Glasfenstern im Chorraum, der Erneuerung des Altars, Tabernakel und Ambo sowie der Einbau einer neuen Orgel folgt im Jahr 1985.

Drei Jahre – von 1993 bis 1996 – dauerte die große Außenrenovierung des Gotteshauses, mit der Erneuerung der Sandsteintreppe vor dem Hauptportal sowie der Behebung von Schäden an den Sandsteinen. Heute ist die Kirche die geistliche Heimat von 1890 Katholiken.

„Nur Einer ist heilig.“

Dr. Félix Mabiala ma Kubola,, Pfarrer

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