Geschichtspfad könnte weitergehen

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Gerhard Jammer, Manuel Jakob, Erich Pommerenke, Stephan Schiek und Reiner Kaupp
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Jubiläum Die vorerst letzte Tafel ist enthüllt: Wie die Kirchen in Spraitbach zu ihren Namen kamen und welchen Weg die Protestanten auf sich nehmen mussten.

Spraitbach

Das Jubiläumsjahr der Gemeinde Spraitbach neigt sich dem Ende entgegen. Der Geschichtspfad, der zwischenzeitlich 14 Stationen umfasst, war für die Gemeinde ein Weg, im Bereich des Machbaren an das Jubiläum zu erinnern. Je nach Pandemielage konnten die Erinnerungstafeln mal im ganz kleinen Rahmen, mal im etwas größeren Kreis enthüllt werden.

Mit akribischer Kleinarbeit hat das Geschichtspfad-Komitee mit dem ehemaligen Geschichtslehrer Erich Pommerenke viele Informationen und Bildmaterial zu den Tafeln zusammengetragen. Sechs Monate lang konnten immer am 7. und 25. eines Monats die unterschiedlichsten Dinge der Vergangenheit Spraitbachs „zum Leben erweckt werden“. Der alte Wasserturm zwischen Hinter- und Vorderlintal zum Beispiel erzählt über die frühere mühselige Wasserversorgung, die Geschichte der Grundschule, alte Sagen und Gasthausherrlichkeiten werden beleuchtet, was war mit dem Backhaus, was hat es mit dem Sühnekreuz an der Höniger Straße auf sich. Viele weitere Geschichten finden sich auf dem Pfad quer durch die Gemeinde. Es habe mehr Ideen als Möglichkeiten für die entsprechenden Standorte der Info-Tafeln gegeben, meint Pommerenke bedauernd, viele geschichtlich relevante Stellen konnten nicht öffentlich näher beleuchtet werden.

Für den Bürgermeister Johannes Schurr ist allerdings klar: Auch nach dem Jubiläumsjahr kann der Pfad weitergeführt werden. Man könne in der Gegenwart und in der Zukunft nur erfolgreich und gut leben, wenn man die Vergangenheit nicht vergisst. Mit der Planung und Umsetzung des Geschichtspfades hat die Gemeinde „das Beste aus der augenblicklichen Situation herausgeholt“.

Mit der Geschichte des Kirchwegs von Hinterlintal nach Frickenhofen endet vorläufig der Jubiläumspfad. Die Info-Tafel befindet sich am Spielplatz in Hinterlintal und beleuchtet die wechselvolle Geschichte der Religion in der Gemeinde. Denn mit dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 wurde Hinterlintal protestantisch und kam zur Kirchengemeinde Frickenhofen, erzählt Pommerenke. Die gläubigen Hinterlintaler mussten daher für einen Gottesdienstbesuch den über fünf Kilometer langen Fußweg nach Frickenhofen einschließlich der Überwindung von 100 Höhenmetern auf sich nehmen. Diese Situation änderte sich erst im Jahr 1867. Nachdem die katholische Kirchengemeinde in Spraitbach mit der St.-Blasius-Kirche einen Neubau errichtet hatte, übertrug sie die St.-Michaelskirche an die evangelische Kirchengemeinde Spraitbach, damit verkürzte sich der Kirchweg der Hinterlintaler auf etwa zwei Kilometer. Hierzu weiß der evangelische Pfarrer Reiner Kaupp, die alte Gemeindekirche habe zuvor den Namen Blasiuskirche getragen, mit dem Neubau habe die katholische Gemeinde auch den Namen mitgenommen. Die evangelische Kirchengemeinde habe sich daran erinnert, das der alte Bau ursprünglich den Namen Michaelskirche trug und diesen Namen wieder aufgenommen. Für den Sprecher der Dorfgemeinschaft Hinterlintal, Manuel Jakob ist die Erinnerungstafel eine „Ehre“, die gebührend gefeiert werden soll, sobald wieder die Möglichkeit dazu besteht. Für Interessierte bietet die Homepage der Gemeinde www.spraitbach.de alle Informationen über die bisherigen Enthüllungen und viele weitere amüsante Anekdoten und Geschichten.

Wir haben das Beste

Johannes Schurr,, Bürgermeister
Bei der vorerst letzten Tafel des Spraitbacher Geschichtspfads (v. l.): Gerhard Jammer (katholische Kirchengemeinde), Manuel Jakob (DG Hinterlintal, Erich Pommerenke, die evangelischen Pfarrer Stephan Schiek und Reiner Kaupp.

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