Mit dem Schultes auf Entdeckertour

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Bürgermeister Johannes Schurr als "Oberarchäologe".
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Bei der Enthüllung der siebten Geschichtstafel anlässlich des 725-jährigen Bestehen der Gemeinde Spraitbach sind die Kinder die Stars. Sie gehen alten Sagen nach.

Spraitbach

Jeden 7. und 25. eines Monats wird in Spraitbach eine neue Tafel auf dem stetig wachsenden Geschichtspfad enthüllt. Damit feiert die Gemeinde ihr 725-jähriges Bestehen auf etwas andere Art, den die Pandemie hat alle Planungen für ein gemeinsames großes Fest zerschlagen.

Die Enthüllungstour ging am Mittwoch in die siebte Runde. Im Wald zwischen Spraitbach und Durlangen beim Burgwald befindet sich die neue Tafel, die Schultes Johannes Schurr mit elf kleinen „Jungarchäologen“ im Kinderferienprogramm der Gemeinde enthüllte. Die siebte Tafel erzählt von Geschichten, die möglicherweise einmal so stattgefunden haben und sagenhaften Gestalten. „Genauso wichtig wie Gebäude und Einrichtungen einer Gemeinde sind auch ihre Geschichten, Anekdoten und Sagen“, erklärte Schurr.

Kopfloser Räuber

So erzählt eine Sage aus der Spraitbacher Gegend vom „Spatzentannjäger“ auch als „Spatzentannreiter“ betitelt. Der Spatzentann ist der Wald an der B 298, der nach der Überquerung der Lein beginnt. Der Sage nach soll diese unheimliche, kopflose Gestalt in früheren Zeiten bei Nacht Reisende überfallen haben. Eine weitere Sage erzählt von den „Raubrittern im Burgwald“. Es wird angenommen, dass das Waldgebiet „Burgwald“ und der Bach „Burggraben“ nach einer alten Ritterburg benannt wurde. Über den Namen der Burg und wann diese dort gestanden haben soll, gibt es keine Überlieferung. Berichten zufolge sollen in dem Burggewölbe die Reichtümer lagern, die die Raubritter früher auf ihren Streifzügen erbeuteten. Viele Versuche, Nachweise zu finden, sind gescheitert. Bisher sei auch nicht nachgewiesen, dass eine solche Burg oder auch nur ein kleiner Unterstand existiert haben. Lediglich die Geschichte und die Namen seien Hinweisgeber.

Ein Funken Wahrheit

Auch das Naturdenkmal „Hohler Stein im Burgwald“ gibt Anlass für Spekulationen. Jede Sage könnte einen Funken Wahrheit besitzen, heizte der Schultes den Entdeckerwillen der Kinder an. Der Begriff „Raubritter“ ließ die Fantasie der Kinder nahezu überschäumen. Ob die Burg während des Kinderferienprogramms gefunden werden könnte? Ob diese Entdeckung weltweit Aufsehen erregen würde? Und ob die Oma in einer anderen Stadt auch davon in der Zeitung lesen könnte?

Bewaffnet mit „Grabgeräten“ und kleinen Rechen machten sich die elf kleine Entdecker mit Bürgermeister Johannes Schurr und Rathausmitarbeiterin Paula Tonhäuser auf die Suche nach der verschütteten Burg. Ob diese und die dort gelagerten Reichtümer gefunden wurden, war bei Redaktionsschluss dieser Zeitung allerdings noch nicht bekannt ...

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