Per Smartphone zu mehr Sicherheit

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Christian Wehle mit dem neuen Smartphone sowie Bürgermeister Johannes Schurr, Ortsbaumeisterin Nicole Beisswenger, Bauhofleiter Claus Endle und sein Stellvertreter Thomas Hinderer beim Start mit dem neuen System.

Warum Spraitbach bei der Straßenzustandserfassung jetzt mit einem Startup-Unternehmen zusammenarbeitet und auf ein neues GPS-gestütztes System setzt.

Spraitbach

Der Auslöser des neuen Smartphones an der Windschutzscheibe des Bauhof-Fahrzeugs klickt im Sekundenrhythmus. Das Gerät mit "Apfel-Emblem" ist ein Teil des neuen Straßenerhaltungsmanagements, bei dem die Gemeinde auf digitale Erfassungstechnik setzt. Gemeinsam mit dem jungen Start-up Unternehmen vialytics aus Stuttgart gab die Gemeinde am Montag der Startschuss zu diesem innovativen Weg für bessere Straßen und Wege im Ort.

Dessen 28 Kilometer langes Wege- und Straßennetz wurde seither vom Bauhofteam mit Claus Endle und dessen Stellvertreter Thomas Hinderer an der Spitze regelmäßig abgefahren, "mit Block und Stift" wurden die erkennbaren Straßenschäden notiert, in Listen eingetragen, um sie nach und nach auszubessern. Das soll jetzt einfacher werden: Das neue Smartphone verfügt über eine speziell vom Startup vialytics entwickelte Software, die selbstständig den Zustand der Straßen erfasst.

Der Kundenbetreuer der vialytics, Christian Wehle, und Teamassistent Max Vohringer erläutern das Prozedere. Das an der Windschutzscheibe des jeweiligen Fahrzeugs angebrachte Smartphone macht alle vier Meter ein Bild der Straße, ein Bewegungssensor misst dazu die Erschütterungen und kann somit die Schäden exakt erfassen. Mittels GPS-Sensor werden die Standorte der Daten zusammengefügt. Die so gesammelten Daten wertet die künstliche Intelligenz des vialytics-Systems aus, nach maximal 30 Tagen werden sie der Gemeinde Spraitbach in einem Geoinformationssystem zur Verfügung gestellt. Schäden an Straßen und Wegen ließen sich auf diesem Weg rechtzeitig und automatisch erkennen und die notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen effizient planen, sagen die Erfinder.

Vialytics betreut in dieser Form bereits über 100 Kommunen auch europaweit, die durch eine regelmäßige Datenerhebung und eine automatische Auswertung zwei Mal im Jahr die Informationen über ihren Straßenzustand aktualisieren und so Veränderungen nachverfolgen können.

Dabei erfülle das vialytics System höchste Sicherheitsstandards und werde in Deutschland betrieben, versichern die Entwickler. Personenbezogene Daten würden unkenntlich gemacht, um alle rechtlichen Anforderungen zu erfüllen, versprechen sie.

Die Anwendung ist kinderleicht.

Claus Endle, Bauhofleiter

In Spraitbach soll das neue System in den kommenden drei Jahren ein exaktes Bild über den Zustand der Straßen aufzeichnen, die Verwaltung und Bürgermeister Johannes Schurr versprechen sich dadurch eine "objektive Datenerhebung" und "zielorientierte Sanierungsmaßnahmen". Das könne nicht nur Geld sparen, auch die Verkehrssicherungspflicht der Gemeinde erhalte dadurch einen noch höheren Stellenwert und langfristig werde die Nutzungsdauer der Straßen verlängert.

Dazu könnten auch örtliche Synergien genutzt werden und beispielsweise Hand in Hand mit Telekommunikationsanbietern Sanierungsmaßnahmen mit anderen Tiefbaumaßnahmen verbunden werden, blickt Schurr in die Zukunft. Die Bauhofmitarbeiter haben bereits die ersten Schulungen zur Bedienung des Systems erhalten.

"Kinderleicht zu bedienen", versichern Endle und Hinderer nach ersten "Probefahrten". Das Erfassungssystem sei echte Arbeitserleichterung. Statt bisher zweimal im Jahr die Straßen abfahren und Schäden notieren, zeichne das System ständig alle relevanten Daten auf und melde sie weiter. "Und es gibt uns die Möglichkeit das Augenmerk auch auf die Bereiche neben den Straßen zu richten."

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