Ukraine-Hilfe: Sehr erfolgreiche Hau-Ruck-Aktion

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Ukrainehilfe evangelisches gemeindehaus spraitbach
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Was im alten evangelischen Gemeindehaus in der Ortsmitte von Spraitbach gestemmt wurde und warum der Bürgermeister darauf besonders stolz ist.

Spraitbach

Wenn es in der Gemeinde etwas zu tun gibt, kann sich Bürgermeister Johannes Schurr auf seine Mitarbeiter in der Verwaltung verlassen. Ebenso wie auf das große ehrenamtliche Engagement und die Spendenbereitschaft der Bürgerschaft. Die Ukraine-Krise ist ein weiteres Zeugnis für menschlichen Zusammenhalt im Ort. Über 50 Geflüchtete sind in der Gemeinde schon aufgenommen und wurden zum Großteil privat untergebracht. Obendrein konnte Spraitbach weiteren Personen schnell und unbürokratisch ein neues sicheres Heim bieten.

Diese Aktion muss einfach erzählt werden: Nachdem der erste Anlauf mit einem Gebäude im Gewerbegebiet als Unterbringung für geflüchtete Menschen leider ohne Erfolg blieb, hat das Spraitbacher Bauhofteam mit etlichen Ehrenamtlichen innerhalb weniger Tage das schon sehr gealterte ehemalige evangelische Gemeindehaus in der Mutlanger Straße reaktiviert. „Eine beeindruckende Leistung aller Beteiligten“, meint Johannes Schurr dankbar.

Das seit wenigen Jahren in Gemeindebesitz befindliche, leer stehende Gebäude wurde in einer Hau-Ruck-Aktion wohnlich hergerichtet. Noch am Tag vor der Ankunft der Geflüchteten glich das Erdgeschoss des Gebäudes einem Warenlager. Bettgestelle, Matratzen und andere Einrichtungsgenstände lagerten im zukünftigen Gemeinschaftsraum, geschäftiges Treiben herrschte im Gebäude, freiwillige Helfer und Verwaltungsmitarbeiter schleppten Mobiliar in die verschiedenen Stockwerke und setzten den Akkuschrauber an, um Schränke zusammen zu bauen. Auf drei Etagen können die Familien dann gut verteilt werden, meint der Bürgermeister, ist zugleich ein Stück weit dankbar, dass alle hier untergebrachten Menschen familiär miteinander verbunden sind und so das Eingewöhnen und Miteinander auf einem guten Fundament stehen.

Um einen Alltag im Gemeindehaus zu ermöglichen, gab es einem Aufruf für Sachspenden, wie Haushaltsgegenstände, Inventar und Elektrogeräte. Dieser hatte ein enormes Feedback. Auch Kinderhochstühle wurden angeliefert und sogar Rollstühle wurden zugesichert. Über die Homepage der Gemeinde bestand die Möglichkeit, sich genau über den Bedarf zu informieren, weshalb die dann eingehenden Spenden besser koordiniert werden konnten. Etliche Ehrenamtliche haben sogar bei einigen Sachspendern die teils sperrigen Möbel und Betten abgeholt. Nicht mal ihre Namen möchten diese hilfreichen Geister nennen, denn, so bringt es ein Helfer auf den Punkt: Er sei hier, um Dienst am Menschen zu tun. Das sei wichtiger als jeder gedruckte Name und jedes Bild.

Drei Etagen im Altbau sind schnell wohnlich hergerichtet. Zwei neue Waschmaschinen wurden angeschafft. Die beiden unteren Etagen haben jeweils eine Gemeinschaftsküche, ein Badezimmer sowie einen Gemeinschaftsraum.

Anna Kinkel vom Bürgerbüro managt die Arbeitseinsätze und legt selber Hand mit an. Über sein großartiges Bauhofteam kann der Schultes nur lobend sprechen: „Hier gibt es für jedes Problem eine Lösung“. Zwei Bauhofmitarbeiter sprechen russisch und können so als Übersetzer weiterhelfen. Heizung in Gang setzen, Waschmaschinen anschließen - alles wurde vom Team und den Ehrenamtlichen neben dem Tagesgeschäft erledigt. „Man muss Prioritäten setzen“ meint Bauhofleiter Claus Endle. Einige verschiebbare kommunale Aufgaben wurden halt zeitlich etwas „nach hinten geschoben“. Endle bittet um Nachsicht, wenn die Spielplätze und Grünflächen noch nicht in gewohnter Manier frühlingsfit gemacht worden sind.

Die Räume sind eingerichtet. Die Einrichtung sei aber nicht in Stein gemeißelt, meint der Bürgermeister. Wenn die Geflüchteten etwas zur Ruhe gekommen sind, stehe ihnen die Umgestaltung der Räume frei „Wohlfühlen ist wichtig“.

Und: Mit Blick auf die schreckliche Situation in der Ukraine könne niemand vorhersagen, wie viele Menschen noch Schutz und Unterkunft in Spraitbach benötigen.

Geldspenden, die auf den Spendenkonten der Gemeinde bei der Kreissparkasse Ostalb IBAN: DE40 6145 0050 0440 0055 24 oder auf das Konto bei der Raiba Mutlangen IBAN: DE71 6136 1975 0051 0320 07 unter Verwendungszweck „Spende Ukrainehilfe Spraitbach“ eingehen, werden zu 100 Prozent für die Unterbringung der Schutzsuchenden verwendet.

BM Johannes Schurr und Anna Kinkel in einem der hergerichteten Räumen
Endle und Schurr vor dem Eingang des evangelischen alten Gemeindehaus

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