Zwei Kunstwerke und eine Infotafel

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Mit einem Gartenfest im „kleinen Rahmen“ enthüllt Spraitbach die fünfte Station auf dem Geschichtspfad. Der Bürgermeister und die kleinen Gäste verschönern den Schulhof.

Spraitbach

Endlich lassen die Infektionszahlen wieder zu, dass mehrere Menschen zusammenkommen. Für Spraitbach eigentlich eine Notwendigkeit, denn der Ort feiert in diesem Jahr sein 725-jähriges Bestehen. Und das von langer Hand geplante Drei-Tage-Dorffest musste der Pandemie geopfert werden. Alternativ feiert Spraitbach mit einem Geschichtspfad, der nachhaltig eine „Entdeckungstour“ durch die Gemeinde bieten soll.

Der Geschichtspfad macht auf Orte aufmerksam, die es früher gab, heute aber verschwunden sind oder umgenutzt wurden. Nach dem „alten Wasserturm“, dem rustikalen kleinen Kolonialhandel „Lisel“, der Beutenmühle und dem Stausee und zuletzt der Binsenlach – dem alten Sportplatz, waren die Bürgerinnen und Bürger nun auf den Grundschulhof geladen.

Jedes Mal werden es mehr

Knapp 50 Menschen kamen zur Enthüllung der nächsten Tafel und zum dazugehörigen „kleinen Pausenhoffest“. Bürgermeister Johannes Schurr freute sich darüber, dass „immer mehr Menschen“ zu den kleinen Festakten kommen können.

Obwohl die Sommerferien nicht mehr weit entfernt sind, waren etliche Kinder, unter den Besuchern. „Wohl klar, wir befinden uns ja auch an der Grundschule“, meinte der Schultes. Und diese Grundschule habe bereits viel gesehen und erlebt und viele junge Menschen auf das Erwachsensein vorbereitet. Das, was den jetzigen kleinen Besuchern der Grundschule als „normal“ erscheine, habe in früheren Zeiten oft einen anderen Hintergrund oder Zweck gehabt, informierte Schurr. Darum stehe hinter jedem Schild auf dem Geschichtspfad eine Geschichte.

Für die Spraitbacher Grundschule bedeutet die Geschichte nicht nur der Bau der Einrichtung 1961 und deren Erweiterung 2011 und 2019, sondern auch das großartige Kunstwerk von Otto Eberle, das die Giebelseite der Schule über Jahrzehnte hinweg schmückte. Im Zuge des letzten Umbau und den Sanierungsmaßnahmen wurde das Kunstwerk zwar nicht „zerstört“, aber doch mit Dämmplatten überdeckt und damit „unsichtbar“ gemacht. Das Kunstwerk sei also nicht verloren, können aber nicht mehr angeschaut werden.

Zur Erinnerung an die Gebäudekunst, wie sie jetzt versteckt an der Schule zu finden ist, wurde am Sonntag die fünfte Info-Tafel enthüllt. Otto Eberle lebte von 1909 bis 1981. Viele öffentliche Gebäude und Kirchen schmücken sich mit Eberles „Kunst-am-Bau-Projekten“. Mit den Dämmplatten sei zwar das Eberle-Kunstwerk verschwunden, ein neues sollte am Sonntag geschaffen werden, sagte Johannes Schurr. Dafür hatte die Gemeindeverwaltung eine größere Menge Straßenmalkreide organisiert und der Bürgermeister konnte sich damit seinen eigenen „Kindheitstraum“ erfüllen. Auf des Schultes Kommando begannen die kleinen Gäste ihren Schulhof ordentlich in Farbe zu hüllen, um ein neues „Kunstwerk zu schaffen“. Auch der Bürgermeister war auf den Knien zu finden, wie er voller Freude mit Straßenmalkreide statt Kugelschreiber zu Werke ging.

Der Elternbeirat der Schule sorgte derweil für erfrischende Getränke und kleine Leckereien. Um was es bei der nächsten Enthüllung am 7. August geht, wird nicht verraten. Nur so viel sei gesagt: „Die Feuerwehr wird mit dabei sein.“

Das Drohnenfoto zeigt: Aus ihrem Schulhof haben die Kinder gemeinsam mit den jung gebliebenen Gästen der Enthüllung ein Kunstwerk gezaubert. Bürgermeister Johannes Schurr hat dafür Straßenmalkreide verteilt. Die Eltern haben die Künstler verpflegt. Fotos:privat/ aro

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