Startschuss für Waldkindergarten

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Symbolischer Baustart für den neuen Natur- und Waldkindergarten war am Mittwoch bei Mutlangen. Bereits für Mitte Juni ist ein kleines Richtfest geplant. Bisher sind sechs Kinder für die Einrichtung auf Gmünder Gemarkung angemeldet.
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Zum Baggerbiss wurde am Mittwoch auf die Friedenswiese in Mutlangen eingeladen. Dort entsteht eine neue Betreuungsform mit 20 Plätzen.

Mutlangen

Ab September gibt’s in Mutlangen ein neues Angebot für eine Kinderbetreuung mit verlängerten Öffnungszeiten: den Wald- und Naturkindergarten „Distelfinken“. Zwischenzeitlich sind die beiden anderen Einrichtungen für über Dreijährige an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt. Sowohl St. Elisabeth als auch Don Bosco sind voll gebucht. Daher befasst sich die Gemeinde seit gut einem Jahr mit dem Thema Naturkindergarten. Eine Umfrage im vergangenen Jahr zeigte deutlich, dass die Elternschaft am Ort einem Natur- und Waldkindergarten positiv gegenübersteht. Jetzt werden Fakten geschaffen, denn am Mittwoch traf man sich zum Baustart für die neue Betreuungseinrichtung. „Jetzt geht’s los“, freute sich nicht nur Bürgermeisterin Stephanie Eßwein. Auch einige Gemeinderäte hatten sich für diesen offiziellen Startschuss eingefunden.

Schutzhütte als Rückzugsort

Unter der Trägerschaft des Vereins Wippidu aus Schwäbisch Gmünd, der bereits das „Lämmle“ für die Betreuung von unter Dreijährigen in Mutlangen unter seinen Fittichen hat, wird die neue Einrichtung geführt. Die Rahmenbedingungen und den Bau des Kindergartens in Form einer Schutzhütte leitete nun die Gemeinde in die Wege. Eine sechs auf sieben Meter große, rechteckige Schutzhütte mit Satteldach entsteht auf der Friedenswiese in der Nähe des Waldrands. Die Holzkonstruktion erfolgt in klassischem Tannen- und Fichtenholz, die Fassade wird sich mit sibirischer Lärche präsentieren, wie Johannes Bader als Geschäftsführer der gleichnamigen Firma aus Alfdorf becschreibt. Es wird einen großzügigen Gruppenraum, einen Garderobenbereich sowie eine Toilette geben.

Geschäftsführer Stephan Spiegel vom Verein Wippidu hat zudem eine Stromversorgung im Blick. „Vielleicht mit Solarstrom?“, überlegt er. Denn ein Kühlschrank sollte sich in der Schutzhütte finden. „Wir werden sehen“, kündigt er an. Zudem wird es eine Heizmöglichkeit geben. Für die 20 Betreuungsplätze sind bereits sechs Kinder angemeldet. „Es entwickelt sich“, sagt Spiegel. Unter der Leitung von Lisa Wiedmann wird sich ein dreiköpfiges Erzieherinnenteam um den Nachwuchs kümmern.

Die Gemeinde Mutlangen investiert rund 94 000 Euro in den Bau der Schutzhütte. Mit rund 70 Prozent Förderung, das sind 65 800 Euro, wird gerechnet. Bürgermeisterin Stephanie Eßwein hob beim Baggerbiss am Mittwoch die gute interkommunale Zusammenarbeit mit der Stadt Schwäbisch Gmünd hervor. Denn die Fläche, auf der die Schutzhütte gebaut wird, befindet sich im Eigentum der Stadt. „Wir haben das in einem Überlassungsvertrag geregelt“, erklärt der Erste Bürgermeister von Schwäbisch Gmünd, Christian Baron. Im Gegenzug werden zwei Betreuungsplätze für Kinder aus der Stadt freigehalten. Baron zeigt sich begeistert vom Konzept des Wald-Naturkindergartens. „Das ist was Tolles“, begrüßt er, dass die Kinder mit dem Schöpfungsgedanken, also der Natur, aufwachsen. Er sieht dieses Angebot als „super Bereicherung“ für die bereits vorhandenen Betreuungseinrichtungen. Und verweist auf positive Erfahrungen der Stadt mit dem Waldkindergarten im Taubental.

Von 7.30 bis 13.30 Uhr geöffnet

Stephanie Eßwein hofft, dass Mitte Juni ein kleines Richtfest gefeiert werden kann für den Wald-Naturkindergarten, dem der Träger den Namen „Distelfinken“ gegeben hat. Es wird der erste Waldkindergarten dieser Art für den Verein Wippidu, der viele Betreuungseinrichtungen als Träger vorweisen kann. Geschäftsführer Stephan Spiegel freut sich auf die neue Erfahrung. Denn dieser Wald- und Naturkindergarten zeichnet sich dadurch aus, dass sich die Kinder tagtäglich in der Natur bewegen können. Vielfältige Aktivitäten erwarten die Kleinen, weil sie die Natur zu allen Jahreszeiten erleben können. Um den Kindern Struktur und Sicherheit zu geben, ist der zentrale Anlaufpunkt die Schutzhütte. In diese können sich die Kinder zurückziehen, wenn die Witterung zu unwirtlich wird. Die Einrichtung wird mit verlängerten Öffnungszeiten von 7.30 bis 13.30 Uhr geöffnet sein.

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